Thriller http://images.kino.de/flbilder/max06/auto06/auto47/06470467/b150x150.jpg Am Ende des Schweigens

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Am Ende des Schweigens


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Kritik

Am Ende des Schweigens

Die vorwiegend weiblichen Fans von Christine Neubauers werden sich womöglich mit Grausen wenden: "Am Ende des Schweigens" ist der siebte Film mit der beliebten Schauspielerin im Jahr 2006, doch er fällt völlig aus der Reihe. Und das nicht nur, weil es nach sechs Freitagsfilmen für die ARD die erste Arbeit fürs ZDF ist: Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Charlotte Link ist eine ziemlich blutige Angelegenheit.

Das ahnt man allerdings noch nicht, als sich eine Runde von Freunden über die blutrünstigen Tagebuchfantasien einer 14-jährigen amüsiert. Kurz drauf sind die wütenden Tagträumereien Wirklichkeit geworden und das Sextett zur Hälfte dezimiert: Irgendjemand muss die Gruppe dermaßen gehasst haben, dass er zwei Männern und einer Frau die Kehle aufgeschnitten hat. Während das Mädchen als Täterin kaum ernstlich in Betracht gezogen wird, fällt der Verdacht vor allem auf einen Streuner (Martin Feifel), der kurz zuvor einen handfesten Streit mit der Gruppe hatte.

Es liegt ohnehin ein Schatten über dem englischen Landsitz, auf dem sich die drei Paare seit vielen Jahren zu gemeinsamen Ferien treffen. Einst hatten die Männer (Felix Eitner, Bernhard Schir, Dirk Martens) gemeinsam in der Nähe ein Internat besucht. Zumindest Alexander (Schir) hatte damals ein traumatisches Erlebnis. Als er erstmals mit seiner neuen Frau Jessica (Neubauer) im "Stanbury House" einkehrt, wird er regelmäßig von Albträumen geplagt. Auch heute noch ist die Atmosphäre vergiftet. Die drei Zyniker lieben es, Schwächere mit ihrem beißenden Spott zu quälen. Darunter leidet nicht nur Alexanders Tochter (Carolyn Genzkow) aus erster Ehe, sondern auch die sensible Jessica, die sich immer wieder auf die Seite der Opfer stellt. Deshalb gilt ihr Mitgefühl vor allem der verhuschten Evelin (Gesine Cukrowski), die von ihrem Gatten, einem Psychologen (Martens), systematisch unterdrückt wird. Als sich ein offenbar obdachloser Mann (Feifel) als Halbbruder der Schlossbesitzerin (Eva Herzig) vorstellt und seinen Anteil am Erbe reklamiert, haben die Freunde ein neues Opfer gefunden.

Genüsslich demaskiert der Film ("Patriarchin"-Autor Christian Schnalke adaptierte den Roman, Regie führte Erhard Riedlsperger) die scheinbar so harmonische Runde. Nach und nach offenbaren die Freunde ihre hässlichen Fratzen. Bloß Neubauer bleibt ihrem Prototyp als gewohnt patentes, durch fast nichts zu erschütterndes "Vollweib" treu. Kein Wunder: "Am Ende des Schweigens" ist eine Produktion von Regina Ziegler, die auch die meisten Neubauer-Freitagsfilme hergestellt hat. tpg.

Am Ende des Schweigens

Darsteller:  Christine Neubauer   als Jessica Wahlberg
  Bernhard Schir   als Alexander Hoffmann
  Carolyn Genzkow   als Ricarda Hoffmann
  Gesine Cukrowski   als Evelin Burkhard
  Dirk Martens   als Tim Burkhard
  Felix Eitner   als Leon Roth
  Eva Herzig   als Patricia Roth
  Martin Feifel   als Philip Bowen
  Hansjürgen Hürrig   als Superintendent Norman
  Gudrun Ritter   als Mrs. Morgan
  Susanne Schäfer   als Elena
  Hans-Peter Hallwachs   als Hamilton
 
Regie:  Erhard Riedlsperger  
Drehbuch:  Christian Schnalke  
Produzent:  Prof. Wolfgang Hantke  
Buchvorlage:  Charlotte Link  
Kamera:  Frank Brühne  
Schnitt:  Christine Boock  
Musik:  Georg Kleinebreil  
Produktionsdesign:  Adrian Ochse  
Ton:  Martin Müller  

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