Originaltitel: Sometimes in April
USA/Ruanda 2005
Idris Elba
Debra Winger
Carole Karemera
Regie: Raoul Peck
Im April 1994 beginnt in Ruanda das Morden der Hutu-Milizen an Angehörigen der Tutsi-Minderheit. Hutu-Soldat Augustin Muganza will seine Frau, eine Tutsi, und Kinder in Sicherheit bringen, wird aber verhaftet und kann seine Familie nicht mehr erreichen. Zehn Jahre später besucht er das UN-Tribunal in Arusha, wo sich unter anderem sein Bruder vor einer Wahrheitskommission verantworten muss.

Nach seinem Spielfilm "Lumumba", mit dem er im Jahr 2000 weithin bekannt wurde, widmete sich Regisseur Raoul Peck erneut der jüngeren Geschichte Afrikas und inszenierte ein Drama vor dem Hintergrund des Völkermords in Ruanda. "Sometimes in April" feierte seine Uraufführung im Wettbewerb der Berlinale 2005.
| Darsteller: | Idris Elba | als Augustin Muganza | |
|---|---|---|---|
| Debra Winger | als Prudence Bushnell | ||
| Carole Karemera | als Jeanne | ||
| Pamela Nomvete | als Martine | ||
| Michelle Rugema | als Anne-Marie | ||
| Oris Erhuero | als Honoré Muganza | ||
| Fraser James | als Xavier | ||
| Noah Emmerich | als Lionel Quaid | ||
| Sonia Ntare | |||
| Abby Mikiibi Nkaaga | als Colonel Bagosora | ||
| Cleophas Kabasita | als Valentine | ||
| Regie: | Raoul Peck | ||
| Drehbuch: | Raoul Peck | ||
| Produzent: | Daniel Delume | ||
| Ausf. Produzent: | Raoul Peck | ||
| Joel Stillerman | |||
| Kamera: | Eric Guichard | ||
| Schnitt: | Jacques Comets | ||
| Musik: | Bruno Coulais | ||
| Produktionsdesign: | Benoît Barouh | ||
| Kostüme: | Paule Mangenot | ||
| Ton: | Stéphane Thiébaut | ||
| Eric Devulder | |||
| Jean-Pierre Laforce | |||
| Casting: | Sylvie Brocheré | ||
| Avy Kaufman | |||
Oft wollte man den Blick von der Leinwand im Berlinale-Palast abwenden - und doch starrte man weiter wie gebannt auf das Ungeheuerliche.
"Sometimes in April" erzählt die Geschichte zweier Brüder im Strudel des Völkermords von Ruanda (Foto: HBO Films / Cinefacto)
Mit "Sometimes in April" präsentierte der Berlinale-Wettbewerb kurz vor seinem Finale ein filmisches Schwergewicht. Der haitianische Regisseur Raoul Peck setzt sich, wie Terry George mit seinem Wettbewerbsbeitrag "Hotel Ruanda", mit dem Bürgerkrieg und Völkermord im Jahr 1994 in Ruanda auseinander.
Nach seinem Kongo-Spielfilm "Lumumba" ist ihm ein im besten Sinne des Wortes wahrer Film gelungen, der genau hinsieht, wo die politisch in der Welt Verantwortlichen seinerzeit lieber den Blick abwandten und dem Morden seinen Lauf ließen. Innerhalb von 100 Tagen sind im Frühjahr 1994 bei den Massakern fast eine Million Menschen ermordet worden. Täter waren Milizen der Volksgruppe der Hutu, die unter der Minderheit der Tutsi und unter moderaten Hutu ein Blutbad anrichteten. 3,5 Millionen Frauen, Männer und Kinder flohen damals aus ihrem Land.
Der Film zeigt die grausamen Geschehnisse in Rückblenden und geht dabei an die Grenzen dessen, was man zeigen und sehen kann. Peck arbeitete mit Überlebenden des Völkermords und verbrachte Monate damit, sie für den Film vorzubereiten - wie auch die Schauspieler und sich selbst.
Die historischen Ereignisse erzählt er aus der Sicht zweier Brüder, die sich neun Jahre nach dem Genozid ihrer Vergangenheit stellen: Der eine hat als Radiomoderator zur Gewalt aufgerufen und muss sich nun vor einem UN-Tribunal verantworten, der andere hat als Soldat und Befehlshaber das Morden verweigert.
Raoul Peck ist der große Wurf gelungen, auf den die Hauptstadt gewartet hat (Foto: HBO Films / Cinefacto)
"Who are the good Guys?" fragt in der einzig witzigen Szene ein US-Journalist bei seiner Regierung nach. Es gehört zu den Stärken des Films, dass er darauf keine einfache Antwort anbietet.
Vor einem Jahr präsentierte die Berlinale mit John Boormans "Country of My Skull" einen ersten Versuch, die Arbeit der Wahrheitskommissionen nach dem Ende der Apartheid in Südafrika auf die Leinwand zu bringen. Er war zu pathetisch, zu konstruiert, nicht überzeugend. Raoul Pecks "Sometimes in April" ist das genaue Gegenteil.
Unabhängig, realistisch, leidenschaftlich und mit einer rauchig-sinnlichen Stimme, gehört Debra Winger zu den Charakterschauspielerinnen mit...
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