Fernsehfilm um eine gutgemeinte Familienfeier, die Menschen zusammenführt, die sich kaum noch etwas zu sagen haben.
Man kennt das aus vielen Filmen: Wenn Familien aus besonderem Anlass aufeinandertreffen, fliegen gern die Fetzen. Das Ergebnis sind in der Regel Dramen oder Komödien. "Alles Liebe" gelingt die perfekte Balance zwischen den Extremen.
Der ganze Sarkasmus des Titels erschließt sich erst, wenn man die Geschichte kennt: "Alles Liebe" wünschen die Kinder ihrer Mutter allenfalls, weil man das eben so kundtut, wenn jemand 65 wird. In Wirklichkeit haben sie der Frau, die sie unter Verleugnung ihrer eigenen Wünsche großgezogen hat, schon lange nichts mehr zu sagen; und deshalb wird das ihr zu Ehren gefeierte Familienfest prompt zum Tag der Abrechnung. Die Dialoge, die sich Grimme-Preisträgerin Beate Langmaack für ihre zehnte Zusammenarbeit mit Regisseur Kai Wessel (unter anderem "Martha Jellneck", "Hat er Arbeit?", "Leben wäre schön") ausgedacht hat, sind von entsprechend beißender Ironie. Es gibt zwar Szenen von purer Heiterkeit, aber der Hintergrund ist durchaus tragischer Natur: Im Grunde haben sämtliche Mitglieder der Familie einen Knacks.
Ausgerechnet Mutter Irma (Hannelore Elsner), die von ihren Kindern allenfalls Mitleid, aber keinesfalls Verständnis zu erwarten hat, erweist sich schließlich als Persönlichkeit, die selbst ein völlig missratenes Geburtstagsfest nicht aus der Bahn werfen kann. Grund genug gäbe es, denn von Anfang an muss sie gute Miene zum allenfalls gutgemeinten Spiel machen: Als die erwachsenen Kinder (Karoline Eichhorn, Julia Brendler, Axel Schreiber) ihr eine Überraschungsreise schenken, hofft sie auf Las Vegas oder Kapstadt. Doch Sohn Florian fährt sie nicht etwa zum Flughafen, sondern nur an den Ammersee. Dort besitzt die Familie ein heruntergekommenes und seit Jahren nicht benütztes Ferienhaus. Die Kinder sind überzeugt, hier habe ihre Mutter die glücklichsten Stunden ihres Lebens verbracht, doch sie hat das Haus immer gehasst. Als Höhepunkt des völlig verkorksten Ausflugs breitet sich am Ende, welch' grimmige Metapher, der Inhalt der Sickergrube im Wohnzimmer aus.
Als Mittelpunkt eines wunderbar stimmig zusammengestellten Ensembles bildet Hannelore Elsner das Herzstück dieses Films. Geschickt führt Beate Langmaack die Mutter im Umweg über ihre mit boshafter Liebe zum Detail gestalteten Kinder ein. Die Figur hat also bereits ein bestimmtes Vorzeichen, gegen das Elsner anspielen kann. Auf diese Weise wirken die unvermuteten Facetten von Irmas Persönlichkeit um so überraschender: Einerseits entspricht sie dem Klischee ihrer Generation; andererseits bedauert sie, die besten Jahre ihres Lebens im Supermarkt vor der Wursttheke vergeudet zu haben. All das aber wird plötzlich zweitrangig, als Louisa (Ricarda Zimmerer) auf Omas Laptop ein Tagebuch entdeckt, in dem von einer unheilbaren Krankheit die Rede ist. tpg.
Was alles passieren kann, wenn die Mutter 65 wird! Drei sehr unterschiedliche Geschwister - Kathrin, Nettchen und Laurenz - trauen sich, ihre Mutter Irma an ihrem Ehrentage glücklich zu machen. Drei Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Kathrin, 37, erfolgreiche Chefin einer PR-Agentur, Nettchen 34, chaotisch und alleinerziehende Mutter sowie Laurenz, 27, verwöhnter Nachkömmling und Medizinstudent. Viel mehr als das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter Irma verbindet die drei nicht mehr. Und ausgerechnet die wird bald 65. Was aber schenkt man einer Frau, der man das ganze Jahr über aus dem Weg zu gehen versucht, die selbst keine Lust hat, auf ihr Leben zurückzuschauen und auch nicht auf diesen Geburtstag? Um sie an ihrem Ehrentag ein wenig aufzuheitern, beschließen die erwachsenen Kinder, gemeinsam mit Irma in ihr altes Ferienhaus am See zu fahren. Denn hier, so glauben sie, verbrachte man glücklichere Tage. Damals, als der Vater noch lebte. Doch was als fröhliches Beisammensein im Kreise der Familie geplant ist, artet schon bald aus in ein Chaos voller verdrängter Gefühle und gegenseitiger Schuldzuweisungen. Das Haus selbst ist verfallen und ähnelt äußerlich sehr stark dem brüchigen Gerüst, von dem diese Familie nur noch mühsam zusammengehalten wird. Zu tief sitzen die alten Wunden, die auch der Vater der Familie zugefügt hat, zu groß ist die Abneigung der Mutter gegen sich selbst und damit auch gegen ihre Kinder. Ein gemeinsamer Spaziergang soll die Stimmung retten und alle auf andere Gedanken bringen. Doch plötzlich verschwindet Louisa spurlos, Annettes 13-jährige Tochter. Ist Irmas trauriges Geheimnis daran schuld, von dem ihre Enkelin glaubt, ihm auf die Spur gekommen zu sein? Und was haben die drei aufgetauchten Überraschungsgäste damit zu tun? Was als nette Geste der Kinder gedacht war, entpuppt sich für Irma bald als schmerzhafte Reise zu sich selbst. Doch vielleicht war er nötig, dieser Anreiz zum Nachdenken, dieser Ausflug in die Vergangenheit, völlig abgeschieden und ohne Möglichkeit zur Flucht. Denn eins ist sicher, am Ende dieser drei Tage wird sich nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer drei Kinder für immer verändert haben. Quelle: ARD, www.ard.de
| Originaltitel | Alles Liebe |
| OV | - |
| OmU | - |
| Genre | Drama |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | - |
| Kinostart (D) | - |
| Besucher (D) | - |
| Einspielergebnis (D) | - |
| FSK | - |
| WWW | - |
Thomas Immo Jutzler
Gerald
Heike Richter-Karst
Produzent
Joannes Pantos
Produktionsleit ung
Josef Sanktjohanser
Produktionsdesi gn
Judith Kaufmann
Kamera
Tina Freitag
Schnitt
Ralf Wienrich
Musik
Susanne Witt
Kostüme
Katharina Erfmann
Maske
Tatjana Krauskopf
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