Früher hat Major Westphal immer das Weite gesucht, wenn's daheim brenzlig wurde. Nach dem Tod seiner Ex-Frau aber muss er Verantwortung übernehmen und den drei Töchtern ein guter Vater sein. Was er nicht ahnt: Die Mädels kommen auch sehr gut alleine klar. Deshalb tun sie alles, um den ungeliebten Erzeuger wegzumobben, zumal ihnen seine Ausbildermethoden höchst unsympathisch sind.

"Das totale Chaos! Schlimmer als im Kosovo!": Harald Westphal muss es wissen, denn der Kosovo war bloß einer der Brennpunkte, an denen der Major aufgeräumt hat. Zuhause hat es auch des öfteren gebrannt, aber der Soldat zog es vor, die Welt zu retten. Nach dem Tod seiner geschiedenen Frau will er sich endlich seiner Verantwortung stellen: Daheim warten drei Töchter darauf, ins Leben geleitet zu werden. Was Westphal nicht ahnt: Die Mädels kommen auch sehr gut alleine klar; und deshalb tun sie alles, um den ungeliebten Erzeuger wegzumobben, zumal ihnen seine Ausbildermethoden ohnehin höchst unsympathisch sind.
Die Geschichte (Caroline Hecht) ist schon prima, gewinnt aber noch zusätzlich durch die Darsteller. Hannes Jaenicke darf richtig vom Leder und alle Register ziehen. Sein Major ist ein Eisenbeiß alter Schule, der frisch aus Afghanistan kommt und seinen Töchtern erst mal einen Fragebogen vorlegt, um "alle Übungsaktionen koordinieren zu können". Ebenbürtige Gegenspielerin ist Karoline Teska: Jessy, die älteste, hatte bislang das Kommando und sieht gar nicht ein, warum sie ihren Posten plötzlich räumen soll. Allerdings führt Jessy einen Zweifrontenkrieg: Schulschwarm Sascha (Max Woelcky) scheint Gefallen an ihr zu finden; dabei kann sie Ablenkung doch grade gar nicht brauchen.
Dank der ausgezeichnet geführten Schauspieler und einem präzisen Gespür für Timing (Regie: Oliver Schmitz) funktioniert der Film wunderbar auf gleich zwei Ebenen und damit auch für zwei Zielgruppen: hier der Major und seine Töchter, die ihn nach Kräften boykottieren, dort die sich anbahnende Romanze der Siebzehnjährigen, die zum ersten Mal überhaupt verliebt ist. Die Sabotageakte der Mädchen sorgen natürlich für diverse Slapstickszenen, in denen sich Jaenicke bereitwillig demütigen lässt. Dabei ist der Kommisskopp ("zwanzighundert: Schlafenszeit") selbstredend gar nicht so ein Gefühlsrüpel, wie er gern tut, weshalb Lehrerin Neumann (Sonsee Neu), die ihn erst mal zu einer Selbsthilfegruppe schickt, auch bald gewisse Gefühle für ihn hegt. Viel ärger aber hat's Jessy erwischt, die auf den bösen Streich einer Nebenbuhlerin reinfällt. Dank der bissigen Dialoge und den ausgezeichneten Darstellern ist "Allein unter Töchtern" ein äußerst kurzweiliges Vergnügen für die ganze Familie. Da verzeiht man sogar einen groben Anschlussschnitzer, als Jaenicke in einer Szene zunächst in Unterhose rumläuft, nach einem Schnitt aber deutlich ein Gürtel zu erkennen ist. tpg.
| Darsteller: | Hannes Jaenicke | als Harald Westphal | |
|---|---|---|---|
| Karoline Teska | als Jessy Westphal | ||
| Nina Gummich | als Marla Westphal | ||
| Nina Monka | als Floh Westphal | ||
| Sonsee Neu | als Lehrerin Christine Neumann | ||
| Max Woelky | als Sascha | ||
| Michael Ginsburg | als Krakowski | ||
| Arnel Taci | als Schröder | ||
| Evelyn Meyka | als Frau Domrose | ||
| Stephan Grossmann | |||
| Thomas Schmuckert | |||
| Delia Deborah Wagner | |||
| Anna Fischer | |||
| Klaus Schreiber | |||
| Regie: | Oliver Schmitz | ||
| Drehbuch: | Caroline Hecht | ||
| Produzent: | Kirsten Hager | ||
| Andreas Schneppe | |||
| Kamera: | Michael Bertl | ||
| Schnitt: | Eva López Echegoyen | ||
| Musik: | Ali N. Askin | ||
| Produktionsdesign: | Harald Turzer | ||
| Kostüme: | Marion Bergmann | ||
| Ton: | Bernd Modrow | ||
| Casting: | Anja Dihrberg | ||
Hannes Jaenicke wurde 1984 gleich mit seiner ersten Kinorolle als Götz Georges Widersacher im Thriller "Abwärts" schlagartig bekannt....
Bereits als Kind spielte Karoline Teska ihre erste große Fernsehrolle in Alexander Berners Drama "Boran". Heute gehört sie zu den gefragten...
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