Unaufdringlich und berührender Dokumentarfilm über eine Besserungsanstalt für Minderjährige im Ural. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz46/z0946502/b150x150.jpg Allein in vier Wänden

Filmdetails

Allein in vier Wänden

Unaufdringlich und berührender Dokumentarfilm über eine Besserungsanstalt für Minderjährige im Ural.


Allein in vier Wänden
Start: 26.11.2009

Dokumentarfilm

Deutschland 2007
Laufzeit: 85 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Regie: Alexandra Westmeier
Verleih: Barnsteiner

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(5 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Eine Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter im russischen Ural: Zusammen mit 120 anderen Jungs zwischen elf und 16 Jahren sitzt der minderjährige Tolja ein, der eine Haftstrafe wegen Mordes verbüßt. Viele stahlen aus Hunger, verwahrlosten am gesellschaftlichen Rand, die Eltern arbeitslos, prügelnd, alkoholkrank. Die Anstalt ist kein Betonbunker, sondern ein Bau, wo es eine ordentliche Versorgung und einen geregelten Tagesablauf gibt. Viele Kinder lernen hier erstmals eine Art Zuhause kennen.


Kritik

Allein in vier Wänden

Unaufdringlich dokumentiert Alexandra Westmeier jugendliche Straftäter in einer Besserungsanstalt im Ural, wo sie mitunter erstmals eine Art Zuhause gefunden haben.

Den Max-Ophüls-Preis für die beste Dokumentation und darüber hinaus eine rekordverdächtige Anzahl Festivaltrophäen kann die russischstämmige Alexandra Westmeier verbuchen, für eine immer wieder zu Herzen gehende Arbeit über die minderjährigen Insassen eines Jugendgefängnisses im Ural. 120 Jungs zwischen elf und 16 Jahren sitzen hier ein, tragen stolz Tattoos wie das titelgebende, das sie für immer als straffällig markieren wird. Es sind Diebe, Schläger und auch Mörder, doch sie alle stammen vom gesellschaftlichen Rand, stahlen aus Hunger. Wenn sie von ihren Elterhäusern erzählen, sofern diese existieren, mag man nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Viele haben noch nie Besuch ihrer Angehörigen erhalten, sie wurden im Stich gelassen. Zwar bricht mancher Neuzugang vor Heimweh in Tränen aus, doch die Anstalt ist ein humaner Bau, wo sie es besser als Zuhause haben: Keine Schläge und Gewalt, dafür ordentliches Essen, Unterricht, Sport und ärztliche Versorgung.. Das ist etwas, das sie bisher nicht kannten: Ein Heim.

Stilistisch unauffällig, unaufdringlich und respektvoll beobachtet Westmeier den streng strukturierten, aber ohne Drill vor sich gehenden Alltag in der Anstalt, lässt dazwischen die Kinder von sich erzählen, ohne ihnen zu nahe zu rücken. Ihre Geheimnisse geben sie von ganz allein Preis. Der Zuschauer lernt sie nicht als Verbrecher, sondern als ganz normale Kinder kennen, deren Fehler sie ins Abseits katapultiert haben. Das Personal bleibt außen vor, dafür besucht das Filmteam die ratlosen Eltern. Tolja, der sich zur zentralen Figur entwickelt, berichtet schließlich von dem Mord, den er zusammen mit einem Freund beging. Westmeier sucht auch die trauernde Mutter des Opfers auf, die für den Täter nur Hass übrig hat und nicht verstehen kann, wieso Tolja entlassen werden darf. Er wird in einr feindliche Welt entlassen werden, wo er wieder ums Überleben kämpfen muss - neun von zehn Jugendlichen landen erneut hinter Gitter; ein bedrückendes Fazit. tk.

Allein in vier Wänden

 
Regie:  Alexandra Westmeier  
Drehbuch:  Alexandra Westmeier  
Produzent:  Alexandra Westmeier  
  Inigo Westmeier  
Kamera:  Inigo Westmeier  
Schnitt:  Alexandra Westmeier  
Musik:  Arpad Bondy  
Ton:  Evgeny Mursikow  

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