Originaltitel: All you need is love - Meine Schwiegertochter ist ein Mann
Deutschland 2009
Saskia Vester
Jürgen Tonkel
Andreas Helgi Schmid
Regie: Edzard Onneken
Seit Katharina erfahren hat, dass ihr in Berlin lebender Sohn in seinem bayerischen Heimatort heiraten will, träumt sie von einem rauschenden Fest und einer Enkelschar. Aber daraus wird nichts: Braut "Nicki" entpuppt sich als junger Mann namens Nikolaus. Auf ein Fest hat Katharina jetzt keine Lust mehr, zumal sie fortan konsequent ausgegrenzt wird. Hans aber will sich das schäbige Verhalten der Dorfbewohner nicht gefallen lassen.

Seit Katharina (Saskia Vester) von ihrem in Berlin lebenden Sohn per Post davon in Kenntnis gesetzt wurde, er wolle heiraten, und zwar in seinem bayerischen Heimatort, träumt sie von einem rauschenden Fest und einer Enkelschar. Der Feier stünde auch eigentlich nichts im Wege, aber aus der Enkelschar wird nichts: Die Braut "Nicki", die Sohn Hans (Andreas Helgi Schmid) stolz der Mutter vorstellt, entpuppt sich als junger Mann namens Nikolaus (Manuel Witting).
Auf ein rauschendes Fest hat Katharina jetzt aber keine Lust mehr. Die Dorfbewohner auch nicht: Fortan kursieren überall Schwulenwitze; die Mutter des Bräutigams wird konsequent ausgegrenzt. Schließlich entbindet sie der sonst gern Nächstenliebe predigende Pfarrer auch noch von ihren Aufgaben im Kirchenchor. Hans aber will sich das schäbige Verhalten nicht gefallen lassen. Stur besteht er darauf, im Dorf zu heiraten; dabei will sein Freund bloß noch so schnell wie möglich nach Berlin zurück.
Vor dreißig Jahren, als sich die Nation über einen Film wie "Die Konsequenz" von Wolfgang Petersen aufregte, hätte womöglich auch "All you need is Love" für ein Skandälchen gesorgt. Die Geschichte (Buch: Jessica Schellack, Kerstin Oesterlin) ist allerdings derart harmlos und von Edzard Onneken zudem so gemächlich umgesetzt, dass der Film ohne weiteres auch freitags im "Ersten" laufen könnte. Außerdem verhält sich das männliche Pärchen äußerst züchtig; fast könnte man meinen, es habe überhaupt kein Sexualleben.
Kern der Handlung aber ist natürlich die Intoleranz der Dorfbewohner, die auch vor Hans' eigenem Vater (Jürgen Tonkel) nicht halt macht; der versucht prompt, den Sohn beim gemeinsamen Bordellbesuch zu "kurieren". Die krachledernen Scherze dürften durchaus der Realität entsprechen, eher jedenfalls als die Versöhnung am Schluss, als selbst die schlimmsten Schwulenhasser plötzlich ganz handzahm sind. Auf der anderen Seite sind Überraschungen wie das Outing von Katharinas Chefin, die sich als lesbisch entpuppt, ebenso die Ausnahme wie originelle Dialoge. Umso dankbarer ist man für die Antwort einer Kellnerin, der Katharina von der Homosexualität des Sohnes berichtet: "Hauptsache gesund". Und während die Einheimischen überaus treffend besetzt sind, ist ausgerechnet das Liebespaar ziemlich langweilig. Um so überzeugender ist Jenny Elvers-Elbertzhagen als neue Frau von Hans' Vater, der Katharina nach allerlei Schönheitsoperationen auch eine Hirnvergrößerung empfiehlt. tpg.
| Darsteller: | Saskia Vester | als Katharina | |
|---|---|---|---|
| Jürgen Tonkel | als Christian | ||
| Andreas Helgi Schmid | als Hans | ||
| Manuel Witting | als Nicki | ||
| Jenny Elvers-Elbertzhagen | als Vera | ||
| Katharina Müller-Elmau | als Gerhild Huber | ||
| Johannes Herrschmann | als Alois | ||
| Stefan Merki | als Dr. Rappel | ||
| Wolfi Fischer | als Moosleitner | ||
| Maverick Quek | als Murasaki | ||
| Franziska Traub | als Rosi | ||
| Frederic Linkemann | als Clemens | ||
| Thomas Munkas Meinhardt | als Standesbeamter | ||
| Frank Röth | als Pfarrer Schmidtbauer | ||
| Regie: | Edzard Onneken | ||
| Drehbuch: | Jessica Schellack | ||
| Kerstin Oesterlin | |||
| Produzent: | Frank Kaminski | ||
| Ulrich Stiehm | |||
| Kamera: | Marco Uggiano | ||
| Schnitt: | Dietrich Toellner | ||
| Produktionsdesign: | Barbara Becker | ||
| Kostüme: | Heike Fademrecht | ||
| Ton: | Jürgen Göpfert | ||
| Casting: | Nicole Fischer | ||
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