Düstere, tragische Liebesgeschichte mit einer glänzenden Juliette Binoche. http://images.kino.de/flbilder/max00/mbiz00/mbiz08/z0008686/b150x150.jpg Alice und Martin

Filmdetails

Alice und Martin

Düstere, tragische Liebesgeschichte mit einer glänzenden Juliette Binoche.


Alice und Martin
Start: 21.01.1999

Originaltitel: Alice et Martin

Drama

Frankreich/Spanien 1998
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Juliette Binoche
Alexis Loret
Carmen Maura

Regie: André Téchiné
Verleih: Concorde

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Martin sucht nach einem halbherzigen Sellbstmordversuch mittellos und verstört Zuflucht bei seinem Halbbruder in Paris. Dort lernt er seine Mitbewohnerin, die ehrgeizige Violinistin Alice kennen und lieben. Doch so leicht kann er seine Vergangenheit nicht abschütteln. Martin gibt sich die Schuld am Tod seines Vaters. Da eröffnet ihm Alice, daß sie schwanger ist.


Kritik

Alice und Martin

In seinen insgesamt 14 Filmen beschäftigt sich André Téchiné gerne mit der Psyche seiner Protagonisten, seziert fast analytisch ihr Inneres, enthüllt ihre verborgensten Geheimnisse. In "Alice & Martin" nähert er sich in komplexer Weise der Frage von Schuld und Sühne.

Der 55jährige Franzose, der wie viele seiner Generation sich erst einmal als Autor bei den "Cahiers du Cinéma" Meriten verdiente und dann 1977 mit dem Thriller "Mord um Macht" für Furore sorgte, hat ein Faible für gebrochene Figuren, die versuchen, mit persönlichem Versagen umzugehen. So zeichnete er in "Ich küsse nicht" das Porträt eines seelisch verkümmerten Strichjungen, in "Meine liebste Jahreszeit" die Beziehung eines gutbürgerlichen Geschwisterpaares, oder in "Diebe der Nacht" den Kampf zweier ungleicher Menschen um das Herz eines Mädchens. Seine Helden geben sich oft cool und sind dennoch dünnhäutig, öffnen ihren seelischen Panzer nur selten, tragen den Wunsch nach Distanz wie ein Schutzschild vor sich her. Der junge Martin ist ein "typischer" Téchiné-Protagonist. Völlig abgebrannt und verstört sucht er Zuflucht bei seinem schwulen Halbbruder in Paris, beginnt eine leidenschaftliche Beziehung zu dessen Wohngenossin Alice (Juliette Binoche), einer sensiblen Violinistin. Langsam scheint ein ganz normales Leben für ihn möglich zu sein, auch wenn er als Model urplötzlich im Rampenlicht steht. Auf der Flucht vor zuviel Erfolg kapselt sich das Liebespaar immer mehr von der Außenwelt ab. Als Alice im Urlaub ihre Schwangerschaft offenbart, fällt Martin kurzzeitig ins Koma, wird psychisch krank. Die Schatten der Vergangenheit holen ihn wieder ein, glaubt er doch, seinen Vater bei einem Handgemenge getötet zu haben. Alice weiß, daß nur eins den Geliebten retten kann - die Wahrheit. Er muß sich der irdischen Gerechtigkeit stellen. Mit allen Konsequenzen.

Wie Téchiné hinter die Fassade der heiligen Familienwelt schaut und sukzessive verdrängte und düster Geheimnisse entdeckt, einen autoritären Vater als Ursache verpfuschten Lebens decouvriert, das entpuppt sich im Laufe der Handlung als undurchschaubares Puzzle mit vielen verwirrenden Rückblenden und sperrigen Dialogen. Der mit Problemen überlasteten Plot verlangt sehr viel Geduld. Ob der Zuschauer die aufbringt, ist fraglich. Schon die quälend lang(atmig) ausgewalzte Exposition - Martins Flucht aus dem Haus der Stiefeltern, sein halbherziger Suizidversuch - heizen das Interesse nicht gerade an. Zwar beeindruckt die Intensität mancher emotionaler Szenen mit Juliette Binoche, die als einfühlsame Frau überzeugt, aber dem Gesamtwerk mangelt es an der sonst für Téchiné so typischen narrativen Kraft. Was bleibt ist große Ratlosigkeit. mk.

Alice und Martin

Darsteller:  Juliette Binoche   als Alice
  Alexis Loret   als Martin
  Carmen Maura   als Jeanine
  Mathieu Amalric   als Benjamin
  Pierre Maguelon   als Victor
  Jeremy Kreikenmeyer   als Martin als Junge
 
Regie:  André Téchiné  
Drehbuch:  André Téchiné  
  Gilles Taurand  
  Olivier Assayas  
Produzent:  Alain Sarde  
Ausf. Produzent:  Christine Gozlan  
Kamera:  Caroline Champetier  
Schnitt:  Martine Giordano  
Musik:  Philippe Sarde  
Produktionsdesign:  Maria-José Branco  
Kostüme:  Elisabeth Tavernier  
Ton:  Jean-Paul Mugel  
  Jean-Pierre Laforce  
  Michel Klochendler  

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