Originaltitel: Ali G Indahouse
Großbritannien/USA 2002
Sacha Baron Cohen
Kellie Bright
Michael Gambon
Regie: Mark Mylod
Verleih: UIP
Der böse englische Schatzkanzler wäre gern selbst Chef anstelle des Premierministers (Michael Gambon). Zu diesem Zweck installiert er den lauten, vulgären Ghetto-Psychopathen Ali G (Sacha Baron Cohen) im Parlament, um den amtierenden Premier nach allen Regeln der Kunst zu kompromittieren. Als sich herausstellt, dass er sich verechnet hat - der Neue und sein Chef werden populärer denn je - muss er schwerere Geschütze auffahren.
Die aberwitzige Story dieser Achterbahnfahrt durch alle Niederungen und Untiefen des guten Schlechten Geschmacks liefert eine Sketch-Kaskade nach der anderen aus der Werkstatt von Englands regierendem Comedy-Anarcho Sacha Baron Cohen (bekannt aus TV und Videoclip). Spaßvogels Pflichttermin!
In seinem ersten Kinofilm setzt sich das britische Multitalent Ali G für das Wohl seiner "hood" ein - sehr zum Entsetzen seiner Politikerkollegen
Zunächst nur Kommunikationsmittel ausgegrenzter amerikanischer Ghetto-Kids hat sich Rap seit Ende der 70-er Jahre zur massenkombatiblen Unterhaltungsware entwickelt. Mit dem Ergebnis, dass Musikbusiness und Bekleidungsindustrie das Phänomen gründlich ausschlachten.
Und so sehen selbst Durchschnitts-Kids derzeit aus, als müssten sie täglich, ihren wilden US-Vorbildern gleich, über Crack-Leichen steigen und sich den Weg durch den überfüllten Straßenstrich bahnen. Unterprivilegiert ist cool, korrekter Dresscode cooler, street credibility am Coolsten.
Auch Komiker Sacha Baron Cohen alias Ali G sprang vor ein paar Jahren auf diesen Zug auf und stieg nach einem Auftritt im Madonna-Video "Music" und als Moderator der MTV Music Awards blitzartig zur (unfreiwilligen) Kultfigur im britischen Inselreich auf. Denn die eigentlichen Opfer seiner Ironie hatten den BAFTA-Preisträger für Best Entertainment Performance doch tatsächlich zur Stilikone erkoren - mit dem Ergebnis, dass Cohen seine eigene Serie "Da Ali G Show" nach nur zwei Staffeln entnervt einstellte.
Für den Leinwand-Spaß "Ali G in da House" hat der krasse Checker aus der endharten Westside von Staines, einem Londoner Vorort, jedoch noch einmal richtig hingelangt. Zusammen mit Tim Bevan und Eric Fellner, Produzenten der Komödienhits "Notting Hill" und "The Big Lebowski", entstand ein Meisterwerk der realness - denn real oder nicht-real, das ist die entscheidende Frage.
Ali G selbst ist natürlich real, so real, dass er den Kids im John-Nike-Freizeitheim Unterricht im Hartsein erteilt. Als er sich mit einer Aufsehen erregenden Aktion gegen dessen Schließung wehrt, wird Schatzkanzler David Carlton (very british mit stiff upper lip: Charles Dance) auf den jungen Wilden aufmerksam. Er spannt den nichtsahnenden Ali G kurzerhand als Lokalpolitiker vor seinen Karren und hofft so den Premierminister (Michael Gambon, der böse Hausherr von "Gosford Park") zu stürzen. Dumm nur, dass der kiffende Chaot mit seinen ungewöhnlichen Methoden dem Volk aus der Seele spricht und die Beliebtheit des Premiers ständig steigt...
Nonstop prasseln die Gags, von haarsträubend bis herzerweichend, auf den Kinobesucher ein, so dass kaum Zeit bleibt, den großartigen Details in puncto Ausstattung und Kostümen Beachtung zu schenken.
Zusammen mit Hauptdarsteller und Drehbuchautor Cohen hat Regisseur Mark Mylod eine witzige Persiflage auf das populäre Gangsta-Tum geschaffen. Politisch völlig unkorrekt, aber nur selten wirklich unter der Gürtellinie gelingt Cohen und Mylod der Spagat zwischen Klamauk und warmherziger Komödie, auch dank den souverän agierenden Nebendarstellern. Besonders hervorzuheben: Kellie Bright alias "Me Julie", die Alis Freundin mit einer liebenswerten Mischung aus Naivität und resoluter Pragmatik spielt.
Der einfallsreich kompilierte Soundtrack, darunter NWA, Africa Bambaata und Nelly, macht darüber hinaus Lust auf Abtanzen und Spaß haben. Fazit: Perfektes Sommerkino für die gaaanz Harten oder solche, die es noch werden wollen.
| Darsteller: | Sacha Baron Cohen | als Ali G | |
|---|---|---|---|
| Kellie Bright | als Me Julie | ||
| Michael Gambon | als Premierminister | ||
| Charles Dance | als David Carlton | ||
| Rhona Mitra | als Kate Hedges | ||
| Martin Freeman | als Ricky C | ||
| Barbara New | als Nan | ||
| Ray Panthaki | als Hassan B | ||
| Tony Way | als Dave | ||
| Nabil Elouhabi | als Jezzy F | ||
| Stephen Boswell | als Diener der Königin | ||
| Craig Crosbie | als Oppositionsführer | ||
| David Henry | als Major von Staines | ||
| John Scott Martin | als Mr. Johnson | ||
| Isabelle Pasco | als Suzy | ||
| Emilio Rivera | als Rico | ||
| Stewart Wright | als Kameramann | ||
| Regie: | Mark Mylod | ||
| Drehbuch: | Dan Mazer | ||
| Sacha Baron Cohen | |||
| Produzent: | Tim Bevan | ||
| Eric Fellner | |||
| Dan Mazer | |||
| Ausf. Produzent: | Peter Fincham | ||
| Natascha Wharton | |||
| Sacha Baron Cohen | |||
| Kamera: | Ashley Rowe | ||
| Schnitt: | Paul Knight | ||
| Musik: | Adam F. | ||
| Shaggy | |||
| Nick Angel | |||
| Produktionsdesign: | Grenville Horner | ||
| Sandy Garfield | |||
| Sara Kane | |||
| David Walley | |||
| Kostüme: | Annie Hardinge | ||
| Jason Alper | |||
| Ton: | Derek Norman | ||
Zuerst nahm Ali G. die Welt auf den Arm, dann folgten Borat und Brüno. Nun plant Sacha Baron Cohen in einem Remake von "Torrente" in die Rolle eines rassistischen Cops zu schlüpfen.
Nimmt sich dem spanischen Kassenschlager "Torrente" vor: Sacha Baron Cohen (Foto: Kurt Krieger)
Mit seinen Kunstfiguren Ali G., Borat und Brüno strapazierte Kult-Komiker Sacha Baron Cohen die Nervenkostüme seiner Opfer. Nicht selten sprengte Cohen die Grenzen des guten Geschmacks. Nun nimmt sich der Meister der schrägen Zoten dem spanischen Kassenerfolg "Torrente, el brazo tonto de la ley" an.
Der spanische Komödiant Santiago Segura ist der geistige Vater und Hauptdarsteller der aberwitzigen Action-Komödien über einen rassistischen und obendrein korrupten Polizisten, der auch nach seiner unehrenhaften Entlassung aus dem Staatsdienst weiterhin in der Nachbarschaft auf Streife geht. Drei "Torrente"-Folgen haben es bislang mit riesigem Erfolg ins spanische Kino geschafft, ein vierter Teil erblickt demnächst das Licht der Leinwand.
Um die Umsetzung fürs internationale Publikum kümmert sich New Line Cinema. Über das Drehbuch zerbrechen sich die "Seinfeld"-Autoren Alec Berg, Jeff Schaffer und David Mandel die Köpfe, um Sacha Baron Cohen als Ekelpaket besonders bissige Sprüche auf den Leib zu schneidern.
Die Schreiberlinge sind sicherlich keine schlechte Wahl. Schließlich ist das Trio auch verantwortlich für die Dialoge in "The Dictator", Sacha Baron Cohens nächsten Film über einen Tyrannen im Exil und einen Ziegenhirten, beide dargestellt vom Borator.
Regie bei diesem Angriff auf die Lachmuskeln wird Larry Charles führen, der schon für "Borat" und Brüno erfolgreich das Regieregiment führte.
Begnadeter britischer Satiriker, der als Comedian, Autor und Produzent mit den Kunstfiguren Ali G und Borat in seiner TV-Show, bei...
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