Geradlinig erzähltes Biopic über Albert Schweitzer von den Produzenten von "Bonhoeffer" und "Luther", das sich auf die Jahre 1949 bis 1954 konzentriert. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz35/z0935509/b150x150.jpg Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika

Filmdetails

Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika

Geradlinig erzähltes Biopic über Albert Schweitzer von den Produzenten von "Bonhoeffer" und "Luther", das sich auf die Jahre 1949 bis 1954 konzentriert.


Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika
Start: 24.12.2009

Drama / Biographie

Deutschland/Südafrika 2009
Laufzeit: 114 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Jeroen Krabbé
Barbara Hershey
Judith Godrèche

Regie: Gavin Millar
Verleih: NFP (Warner)

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Inhalt

Seine Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben hat das Allroundtalent Albert Schweitzer 1949 zu einer Berühmtheit gemacht. In den USA sammelt er für seine Leprastation in Gabun. Sympathie und Gelder sind ihm sicher. Bis die Stimmung kippt, als seine Freundschaft zu Albert Einstein bekannt wird, der gemeinsam mit Robert Oppenheimer vor den Gefahren der Atomkraft warnt. Schweitzer gerät ins Visier von Kommunistenjäger McCarthy, der Geheimdienst bespitzelt ihn. Sein Lebenswerk steht auf dem Spiel.


Kritik

Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika

Mit Hilfe schöner Bilder erzählt Gavin Millar geradlinig von Schlüsselmomenten im Leben des titelgebenden Humanisten.

"Ehrfurcht vor dem Leben", so lautete die Lebensmaxime Albert Schweitzers. Philosoph war er, Theologe, Orgelvirtuose, Autor eines Standardwerks über Johann Sebastian Bach, Arzt und Gründer des legendären Urwaldhospitals Lambaréné. 1913 hatte er im Herzen Gabuns sein erstes Krankenhaus gegründet und war damit gescheitert. 1949, hier setzt "Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika" ein, ist er dabei, eine Leprastation zu errichten. Schweitzer und seine Frau reisen in die Vereinigten Staaten, um mit Konzerten und Vorträgen Spenden für die Dschungelstation zu sammeln. Die Gelder fließen - bis seine Freundschaft mit Albert Einstein (kurios: Armin Rohde) publik wird. Der warnt zusammen mit Physiker Robert Oppenheimer vor den Gefahren der Atomkraft, was ihn ins Visier des Kommunistenjägers Joseph McCarthy bringt. So ist plötzlich auch Schweitzer persona non grata. Der CIA bespitzelt ihn, seinem Lebenswerk droht die Schließung, Sabotageakte gefährden die Krankenversorgung. Der "unpolitische" Menschenfreund muss Stellung beziehen.

Nach James Brabazons Schweitzer-Biographie und eigenem Drehbuch (zusammen mit David Howard) hat Gavin Millar ("Danny - Der Champion") sich an einem "authentischen" Porträt des Humanisten versucht. Brav, zu brav vielleicht, nähert er sich Schweitzer an, der mit dem auffällig "schauspielernden" Jeroen Krabbé nicht unbedingt ideal besetzt ist. Dennoch erkennt man, welche Fallhöhen diesen Mann ausmachten, Gutmensch auf der einen Seite, Arbeitstier, Dickkopf und Despot auf der anderen, oft hart und unnachgiebig, sowohl gegenüber den Mitarbeitern als auch der Familie. Dabei sind es primär die Frauen, die ihn "definieren", die aufopfernde Helene (einfühlsam: Barbara Hershey), die vernachlässigte Tochter Rhena (glaubwürdig: Jeanette Hain) und die Fotografin Thérèse Bourdin (Judith Godrèche), deren "Blick" über weite Strecken die Erzählperspektive bestimmt.

In Kapstadt und Port St. Johns entstand diese deutsch-südafrikanische Koproduktion. Opulent und farbenfroh gefallen die Bilder von Kamerafrau Cinders Forshaw, in majestätischen Totalen schlängelt sich der Strom durch üppigen Regenwald, nostalgische warme Rot-Braun-Töne dominieren in den Stadtaufnahmen. Einschlägig vorbelastet setzen die Projektpartner Salinas Filmgesellschaft und NFP Media Rights wie schon bei ihren Erfolgsfilmen "Bonhoeffer - Die letzte Stufe" und "Luther" auf eine konventionelle, gradlinige Erzähltechnik mit wenigen (erläuternden) Rückblenden und schließen den Handlungsbogen im Jahr 1954 mit der Friedensnobelpreisrede Schweitzers. "Lambaréné" meint in der Landessprache so viel wie "versuchen wir's". Schweitzer hat gewagt und gewonnen, die Filmemacher auch, den diesjährigen klassischen (und ehrenwerten) Weihnachtsfilm gibt's heuer nicht auf dem Bildschirm, sondern im Kino. geh.

Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika

Darsteller:  Jeroen Krabbé   als Albert Schweitzer
  Barbara Hershey   als Helene Schweitzer
  Judith Godrèche   als Thérèse Bourdin
  Samuel West   als Phil Figgis
  Jeanette Hain   als Rhena Schweitzer
  Patrice Naiambana   als Louis Ngouta
  Jonathan Firth   als Dr. Fuller
  Armin Rohde   als Albert Einstein
  Eleonore Weisgerber   als Oberschwester Anna
  Hans-Werner Meyer   als Dr. Erik Hals
  Jennifer Ulrich   als Susi Schwester Sandler
 
Regie:  Gavin Millar  
Drehbuch:  Gavin Millar  
  David Howard  
Produzent:  Alexander Thies  
  Charles A. Seiller  
  Christian P. Stehr  
Koproduzent:  Giselher Venzke  
  Bertha Spieker  
  Hans-Wolfgang Jurgan  
Buchvorlage:  James Brabazon  
Kamera:  Cinders Forshaw  
Schnitt:  Oli Weiss  
Produktionsdesign:  Tom Hannam  
Kostüme:  Moira Anne Meyer  
  Wolfgang Ender  
Maske:  Ayten Morgenstern  
  Derrick Bosch  
Casting:  Emma Style  
  Nina Haun  
  Ana Feyder  

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