Originelle und leidenschaftliche Dokumentation über Wesen und Phänomen des am häufigsten aufgeführten Shakespeare-Dramas. http://images.kino.de/flbilder/max97/bf97/bf01_02/b9701022/b150x150.jpg Al Pacino's Looking for Richard

Filmdetails

Al Pacino's Looking for Richard

Originelle und leidenschaftliche Dokumentation über Wesen und Phänomen des am häufigsten aufgeführten Shakespeare-Dramas.


Al Pacino's Looking for Richard
Start: 30.01.1997

Originaltitel: Looking for Richard

Dokumentarfilm / Film

USA 1996
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Al Pacino
Harris Yulin
Penelope Allen

Regie: Al Pacino
Verleih: Fox

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Shakespeares am häufigsten aufgeführtes Drama vom blutigen Aufstieg des Intriganten Richard zum König von England, transparent gemacht von Hollywoodstar Al Pacino. Mit einer Collage aus Interviews, Umfragen, Spielszenen und Probenbeobachtungen wird diese düstere Tragödie mit originellem Ansatz neu beleuchtet.


Kritik

Al Pacino's Looking for Richard

"Shakespeare, wie wir heute über sein Werk denken und fühlen" - so lautet der programmatische Ansatz zur zweiten Regiearbeit Al Pacinos, die im Unterschied zu seinem Debüt "The Local Stigmatic" auch den Weg in die US-Kinos fand. Das Phänomen des Stratford-Barden und vor allem seines am häufigsten aufgeführten Stückes "Richard III" untersucht "Looking For Richard" in einem ungewöhnlichen dokumentaristischen Potpourri aus Prominenten-Statements, Meinungsumfragen, Szenen von den Proben und der Verfilmung. Das Ergebnis ist als Motivationsbonbon für die Beschäftigung mit Shakespeare schon jetzt ein Klassiker für den Schulunterricht, bleibt aber im Kino trotz Staraufgebot ein limitiert unterhaltsames Special-interest-Unternehmen, das von einer zeitlichen Straffung profitiert hätte.

Dreieinhalb Jahre arbeitete Pacino, der seine wahre berufliche Heimat immer noch im Theater sieht, an diesem Projekt, das Berührungsängste mit Shakespeare abbauen und sein populärstes Stück auch für literarische Einsteiger transparenter machen soll. Mit Hilfe einer exzellent geschnittenen filmischen Collage, in der sich New Yorker Straßenpassanten zu ihrem Verhältnis zu Shakespeare äußern, Sir John Gielgud und andere britische Theatersäulen die Angst amerikanischer Schauspieler vor des Barden Sprache erörtern, und Vanessa Redgrave etwa über den jambischen Pentameter klug doziert. Pacinos Film lebt, wann immer wir beim Casting, bei den Probendiskussionen und den künstlerischen Reibungen lauschen dürfen. Vor allem die Begegnung mit Theaterstar Penelope Allen, die mit ihrer Intensität und mimischen Brillanz Prominenz wie Alec Baldwin, Kevin Spacey oder auch Pacino selbst vom Tisch fegt, ist eine Offenbarung. Humor, Schwung und Leidenschaft prägen die Sequenzen hinter den Kulissen, während die eher traditionell arrangierten Spielszenen, die am Ende zuviel Raum einnehmen, zunehmend für Ermüdung sorgen. Ein Problem, daß sich etwa bei Richard Loncraines faszinierend originellem Neuansatz "Richard III" nicht ergab. Trotzdem bleibt "Looking For Richard" ein interessantes Experiment, das seine literarisch vorgebildete Ziel-Klientel auch finden, aber ein größeres Publikum trotz Staraufgebot nur schwer erreichen wird. kob.

Al Pacino's Looking for Richard

Darsteller:  Al Pacino   als Richard III
  Harris Yulin   als King Edward
  Penelope Allen   als Queen Elizabeth
  Alec Baldwin   als Clarence
  Kevin Spacey   als Buckingham
  Estelle Parsons   als Queen Margaret
  Winona Ryder   als Lady Anne
  Aidan Quinn   als Richmond
  Kenneth Branagh  
  Kevin Kline  
  James Earl Jones  
  Rosemary Harris  
  Peter Brook  
  Derek Jacobi  
  Sir John Gielgud  
  Vanessa Redgrave  
 
Regie:  Al Pacino  
Drehbuch:  Al Pacino  
  Frederic Kimball  
Produzent:  Michael Hadge  
  Al Pacino  
Ausf. Produzent:  William Teitler  
Kamera:  Robert Leacock  
  Nina Kedrem  
  Jon Kranhouse  
  Steve Confer  
Schnitt:  Pasquale Buba  
  William A. Anderson  
  Ned Bastille  
  Andre Betz  
Musik:  Howard Shore  
Produktionsdesign:  Kevin Ritter  

Mach es noch einmal Al

Bereits 1996 drehte Al Pacino "Looking for Richard". In dem Potpourri um das Theaterstück "Richard III." vermischte er Statements von Stars, Umfragen, Spielszenen und Probenbeobachtungen, um den Zuschauern einen besseren Zugang zu den Werken William Shakespears zu ermöglichen.

Großansicht Al Pacino wagt sich nochmal an einen Dokumentarfilm (Foto: Kurt Krieger)

Al Pacino wagt sich nochmal an einen Dokumentarfilm (Foto: Kurt Krieger)

So ähnlich dürfen wir uns auch Pacinos neuestes Projekt vorstellen. In "Salomaybe?" beabsichtigt der Schauspieler, Hintergrundfilmmaterial einer Theateraufführung von "Salomé" mit fiktionalen Bestandteilen zu verflechten. Das 1891 von Oscar Wilde verfasste Theaterstück ist eine frei nach der Geschichte des Evangelisten Markus erzählte Tragikkomödie über Lust und Verrat.

Al Pacino, der in dem Theaterstück König Herodes verkörpert, ist im Film mit von der Partie und führt auch Regie. Produzent Barry Navidi, der mit dem 65-Jährigen bereits in "Der Kaufmann von Venedig" zusammenarbeitete, erklärt Pacinos Motivation für den Film: "Al interessiert sich für den Prozess, den Schauspieler durchmachen, und wie wir das als Filmemacher erleben."

Enger Zeitplan

So eine lange Produktionszeit wie damals beim Dokumentardebüt ist allerdings nicht beabsichtigt. "Es hat vier Jahre gedauert, bis Al 'Looking for Richard' beendete, aber wir werden 'Salomaybe?' bis Ende diesen Jahres fertig haben, und", so Navidi weiter, "die Doku nächstes Jahr zu einem der größeren Filmfestivals bringen."

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