Jesse Eisenberg
Ryan Reynolds
Kristen Stewart
Regie: Greg Mottola
Verleih: Walt Disney
James Brennan ist frischer Student und auf der Suche nach einem Job. Diese stellt sich allerdings auf Grund seiner nicht gerade überbordend vorhandenen Qualifikationen als eher schwierig heraus. Doch schließlich wird er im lokalen Jahrmarkt angestellt. Was zunächst den Anschein einer miesen, unterbezahlten Anstellung hat, stellt sich schnell als Glückgriff heraus. Auch auf Grund der restlichen skurrilen Mitarbeiter der Freizeitparks, wie z.B. Em, die für James bald mehr als nur eine Kollegin ist.

Lakonisch-liebenswerte Coming-of-Age-Komödie, in der "Superbad"-Regisseur Greg Mottola semi-autobiografisch seinen Sommerjob in einem Freizeitpark anno 1987 aufarbeitet.
Dabei geht der Judd-Apatow-Protege etwas weniger krude wie in seiner vorherigen Teencomedy vor, was nicht heißen soll, dass sich nicht dennoch etliche Bad-Taste-Einlagen (Erbrechen) und deftige Derbheiten (Erektionswitze) finden.Entscheidend ist erneut die Entjungferungsmission des Protagonisten, wobei mehr Gewicht auf Herz denn skurrilen Nonstop-Humor fällt. So wird mit menschlich-melancholischem Unterton der Übergang von (mehr oder minder) unbeschwerter Jugend hin zu (ansatzweise) verantwortungsbewussten Erwachsensein thematisiert.
Als Mottolas Alter Ego fungiert der intellektuelle James (Jesse Eisenberg), der sich unerwartet gezwungen sieht, während der Sommerferien in dem Freizeitpark Adventureland zu jobben, bevor er im Herbst die Columbia-Universität besuchen kann. Enttäuscht darüber, dass seine Eltern ihm nicht den geplanten Europa-Trip finanzieren können, ist er von seinem banalen Job in einer der Jahrmarktsbuden nicht gerade begeistert. Zudem arbeitet auch einer seiner Kindheitsfreunde dort, der es für besonders witzig hält ihm wiederholt Knuffe in den Unterleib zu verpassen. Es dauert jedoch nicht lange und James entdeckt eine neue Welt für sich, voller eigenwilliger und auch bizarrer Figuren, die alle mit großen und kleinen Enttäuschungen zu kämpfen haben. Besonderes Interesse erweckt in ihm die desillusionierte Em ("Twilight"-Star Kristen Stewart), die eine geheime Affäre mit dem verheirateten Ex-Musiker und Handwerker Mike (Ryan Reynolds, der gerade mit "Selbst ist die Braut" Erfolg feiert) hat. Dieser entwickelt sich für James zu einer Art Mentor, der allerdings auch James' aufkeimende Romanze mit Em zu hintertreiben versucht. Am Ende des Sommers hat sich das Liebeskarusell, angetrieben von Alkohol- und Marijuanakonsum, ausgiebig gedreht und alle sind um Lebenserfahrungen reicher geworden.
Regisseur Mottola, der zudem das Drehbuch verfasste, hat ein Ohr für smarte und zugleich realistische Dialoge und scheint seinen Spaß zu haben breitgefächerte Referenzen an Melville, Gogol, Plato, Virgil und Lou Reed einzubauen. Ins Ohr geht der liebevoll ausgesuchte Pop- und Rocksoundtrack, der von David Bowie über Husker Du hin zu The Cure reicht. Man fühlt sich teilweise angenehm an "Almost Famous" erinnert, was den unbestreitbaren Unterhaltungswert der ebenso einfühlsamen wie exzentrischen Dramedy noch steigert. ara.
| Darsteller: | Jesse Eisenberg | als James Brennan | |
|---|---|---|---|
| Ryan Reynolds | als Connell | ||
| Kristen Stewart | als Em | ||
| Martin Starr | als Joel Schiffman | ||
| Margarita Levieva | als Lisa P. | ||
| Kristen Wiig | als Paulette | ||
| Josh Pais | als Mr. Lewin | ||
| Bill Hader | als Bobby | ||
| Paige Howard | als Sue O'Malley | ||
| Wendie Malick | als Mrs. Brennan | ||
| Regie: | Greg Mottola | ||
| Drehbuch: | Greg Mottola | ||
| Produzent: | Ted Hope | ||
| Anne Carey | |||
| Sidney Kimmel | |||
| Kamera: | Terry Stacey | ||
| Schnitt: | Anne McCabe | ||
| Produktionsdesign: | Stephen Beatrice | ||
| Kostüme: | Melissa Toth | ||
Bei den Oscars ging's mit nur 3 von 13 möglichen Preisen noch schief. Doch in den Augen der Kino.de-Redakteure war "Benjamin Button" das Filmereignis des Jahres.
Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" (Foto: Warner)
Da stimmte für uns einfach alles: eine hochintelligente Story mit einem groß aufspielenden Duo Brad Pitt und Cate Blanchett, gefasst in betörende Bilder voll wunderschöner Wasser- und Zeitsymbolik, dazu grandiose Musik von Alexandre Desplat und handwerkliche Perfektion bei Austattung, Kostüm und natürlich Maske: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" ist für uns der Film des Jahres - da mögen die Herren in der Oscar-Jury sagen, was sie wollen!
Doch auch Mickey Rourkes Tour de Force als am Leben verzweifelnder "Wrestler" begeisterte und bewegte uns: Was für ein Comeback für den einstigen Schauspielhelden, der sich zwischenzeitlich schon mit einem Leben in der Gosse anfreunden musste! Gleich zwei Kollegen wählten indes "Watchmen - Die Wächter", die intelligenteste und bildstärkste Comic-Umsetzung aller Zeiten zu ihrem Jahresfavoriten. Hier die komplette Liste unserer Lieblingsfilme 2009:
Wir wünschen wundervolle Feiertage!
Das Team von kino.de"Filme sind wie Nervenzusammenbrüche. Du weißt nie, worum sie sich drehen, bis sie vorbei sind." Dieses Zitat stammt nicht von Forrest Gump,...
Film der Woche: Als selbstherrlicher General Aladeen stellt Sacha Baron "Borat" Cohen lustvoll New York auf den Kopf - und reitet urkomische Attacken gegen alle Tabus
Filme der Woche: Skurrile Liebeskomödie mit Ewan McGregor, 10.000 Lachsen in der Wüste - und einem Herz an der Angel
Cops der Woche: Die Kultserie als grandiose Action-Comedy mit Jonah Hill und Channing Tatum.
Komödie der Woche: Sönke Wortmanns Filmspass um eine (Alp-)Traumhochzeit – aus der Sicht des videofilmenden Kumpels