Hugh Dancy
Rose Byrne
Peter Gallagher
Regie: Max Mayer
Verleih: Fox
Adam ist 29, leidet an Asperger, einer leichten Form von Autismus, und ist nach dem Tod seines Vaters erstmals auf sich allein gestellt. Weil er die Gefühle und Kommunikationssignale anderer nicht verstehen und interpretieren kann, ist die Welt für ihn verwirrend. Zumal mit Beth gerade eine attraktive neue Nachbarin eingezogen ist, die sich von dem intelligenten, sanften, aber etwas eigenwilligen Einzelgänger fasziniert zeigt. Irgendwie fühlt sich Adam angezogen von Beth und wagt den Schritt in eine Welt, die er noch nie zuvor betreten hat.

Sensibel und subtil beobachtete Romanze zwischen einem autistischen Einzelgänger und seiner neuen Nachbarin.
Autisten im Kino müssen oft bei vollem Scheinwerferlicht auf Showmodus schalten, damit jeder Zuschauer sofort versteht, mit welchen Verhaltensexoten er hier konfrontiert wird. "Adam" kommt ohne solche Ausrufezeichen aus, die Schrullen zum Zirkus machen, steht im Ton der Indie-Romanze "Mozart und der Wal" nahe, die den Beziehungsversuch zweier Asperger-Betroffenen beobachtete. "Adam" variiert diese Konstellation mit einem noch spannenderen Ansatz, lässt die 29-jährige Titelfigur (Hugh Dancy), die unter Asperger, einer leichten Form von Autismus, leidet, zum Beziehungsexperiment seiner attraktiven neuen Nachbarin werden. Beth (Rose Byrne) ist eine ganz normale Frau, nicht zuletzt, weil sie mit Männern schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Zärtlich und zurückhaltend entwickelt das Drehbuch von Max Mayer diese Beziehung und einige Konfliktschauplätze, in deren Überwindung sie sich bewähren muss. So hat der hochintelligente Adam, der Emotionen und Kommunikationssignale von anderen nicht verstehen oder einordnen, sich nicht verstellen und damit auch nicht lügen kann, gerade seinen Job verloren. So steht Beths Vater vor einem Prozess, in dessen Verlauf er nicht nur eine Unterschlagung, sondern auch eine Affäre zugeben muss. Und schließlich reagieren auch Beths Freunde und Familie mit sichtlicher Verwirrung auf Adam, diesen Mann, der verunsichert durch die ihm fremde Welt taumelt, als müsse sein Schöpfer an diesem Geschlecht, das er vertritt, noch feilen.
Das Kindliche im Mann, die Konfrontation mit der traditionellen Definition von Männlichkeit ist ein Schwerpunkt des Films, verdeutlicht in Adam, der aus dieser Begrifflichkeit ausschert, aber sympathischer wirkt als Beths Vater, der als eingeführtes Vorbild für Maskulinität schließlich entwertet wird. Noch wichtiger ist dem Film aber der komödiantische Aspekt, der sich aus der Beziehung eigentlich Inkompatibler ergibt, und der romantisch-magische, für den der Film zwei besonders schöne Sequenzen kreiert: in Adams privatem Sternenhimmel und einer nächtlichen Szene im Park, durch den ein anderes exotisches Paar, zwei Waschbären, streift. Charme, leiser Humor und Sensibilität zeichnen diesen Film aus, der in der Entwicklung seiner Romanze vielleicht etwas märchenhaft, in der Prognose aber und der Zeichnung der von Hugh Dancy ("Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin") herausragend dargestellten Titelfigur stets realistisch bleibt. kob.
Bei den Oscars ging's mit nur 3 von 13 möglichen Preisen noch schief. Doch in den Augen der Kino.de-Redakteure war "Benjamin Button" das Filmereignis des Jahres.
Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" (Foto: Warner)
Da stimmte für uns einfach alles: eine hochintelligente Story mit einem groß aufspielenden Duo Brad Pitt und Cate Blanchett, gefasst in betörende Bilder voll wunderschöner Wasser- und Zeitsymbolik, dazu grandiose Musik von Alexandre Desplat und handwerkliche Perfektion bei Austattung, Kostüm und natürlich Maske: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" ist für uns der Film des Jahres - da mögen die Herren in der Oscar-Jury sagen, was sie wollen!
Doch auch Mickey Rourkes Tour de Force als am Leben verzweifelnder "Wrestler" begeisterte und bewegte uns: Was für ein Comeback für den einstigen Schauspielhelden, der sich zwischenzeitlich schon mit einem Leben in der Gosse anfreunden musste! Gleich zwei Kollegen wählten indes "Watchmen - Die Wächter", die intelligenteste und bildstärkste Comic-Umsetzung aller Zeiten zu ihrem Jahresfavoriten. Hier die komplette Liste unserer Lieblingsfilme 2009:
Wir wünschen wundervolle Feiertage!
Das Team von kino.deAustralische Schauspielerin. Auch in Rollen ohne einen einzigen Satz, wusste die zarte Brünette Rose Byrne zu überzeugen und avancierte von der...
Der hochgewachsene und gutaussehende Peter Gallagher hat mit seinem kantigen Kinn, den buschigen Augenbrauen und dem oft unverständigen...
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