Jack Nicholson
Kathy Bates
Hope Davis
Regie: Alexander Payne
Verleih: Warner
Frisch aufs berufliche Abstellgleis geschoben, blickt der leicht misanthropisch veranlagte Ex-Versicherungsvertreter Warren Schmidt (Jack Nicholson) einer ungewissen Zukunft entgegen. Als bald darauf auch noch seine Frau verstirbt und Warren in ihrer Hinterlassenschaft Hinweise darauf findet, dass sie ihn seit Jahren mit seinem besten Freund betrogen hat, hält ihn nichts mehr an seinem Heimatort. Kurzerhand schwingt er sich in sein Wohnmobil und braust Richtung Denver, wo es die Heirat der Tochter mit einem Wasserbettvertreter zu torpedieren gilt.
Furiose One-Man-Show von Jack Nicholson in Alexander Paynes perfekt zwischen reinem Vergnügen und ergreifenden Momenten balancierender Tragikomödie.
Brüllend komisches Roadmovie und geniale One-Man-Show von Jack Nicholson, der sich als pensionierter Versicherungsheini auf eine missionarische Autofahrt begibt.
Kurz nach seiner Pensionierung ereilt Warren Schmidt (Jack Nicholson) ein weiterer Schicksalsschlag. Er findet seine Frau tot in der Wohnung auf und muss zudem entdecken, dass sie vor Jahren eine Affäre mit seinem besten Kumpel hatte.
Schmidt verliert den Boden unter den Füßen, lässt sich gehen und versinkt immer tiefer in Depressionen. Bis ein TV-Spendenaufruf und der folgende Briefwechsel mit dem bedürftigen Patenkind Ndugu ihm neue Energie schenkt.
Voll Tatendrang reist er im Wohnmobil nach Denver, um der geliebten Tochter die Ehe mit einem großmäuligen Wasserbettenverkäufer auszureden.
Alexander Paynes ("Election") berührendes Roadmovie zeigt Kinolegende Jack Nicholson ("Die Wutprobe") einmal von seiner ernsten Seite: Selten zuvor hat jemand unterdrückte Frustrationen und Hass so imposant und doch liebenswürdig verkörpert.
Und doch verliert der für sein Drehbuch mit dem Golden Globe ausgezeichnete Payne nie die absurden und witzigen Seiten des Lebens in Small Town America aus den Augen und gewährt so einen zugleich schockierenden und amüsanten Blick in Warren Schmidts verwundete Seele.
| Darsteller: | Jack Nicholson | als Warren Schmidt | |
|---|---|---|---|
| Kathy Bates | als Roberta Hertzel | ||
| Hope Davis | als Jeannie Schmidt | ||
| Dermot Mulroney | als Randall Hertzel | ||
| June Suibb | als Helen Schmidt | ||
| Howard Hesseman | als Larry Hertzel | ||
| Harry Groener | als John Rusk | ||
| Connie Ray | als Vicki Rusk | ||
| Len Cariou | als Ray Nichols | ||
| Mark Venhuizen | als Duncan Hertzel | ||
| Cheryl Hamada | als Saundra | ||
| Phil Reeves | als Pfarrer in Denver | ||
| Matt Winston | als Gary Nordin | ||
| James Michael Connor | als Randalls Trauzeuge | ||
| Jill Anderson | als Brautjungfer | ||
| Regie: | Alexander Payne | ||
| Drehbuch: | Alexander Payne | ||
| Jim Taylor | |||
| Produzent: | Harry Gittes | ||
| Michael Besman | |||
| Ausf. Produzent: | Bill Badalato | ||
| Rachel Horovitz | |||
| Buchvorlage: | Louis Begley | ||
| Kamera: | James Glennon | ||
| Schnitt: | Kevin Tent | ||
| Musik: | Rolfe Kent | ||
| Produktionsdesign: | Jane Ann Stewart | ||
| Kostüme: | Wendy Chuck | ||
| Ton: | Art Rochester | ||
| Casting: | Lisa Beach | ||
| Sarah Katzman | |||
| John Jackson | |||
Sie sind der letzte Fingerzeig vor der Oscar-Verleihung: Die BAFTA-Awards. Die großen Gewinner Nicole Kidman und Daniel Day-Lewis dürfen sich nach der Verleihung am Sonntag in London große Hoffnungen auf einen Goldjungen machen - meinen zumindest die Buchmacher.
Denn wer heute 100 Euro darauf setzt, dass Daniel Day-Lewis für seinen hypnotisierenden Auftritt als Iren-Schlächter Bill the Butcher in "Gangs of New York" den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewinnt, dem zahlen die Wettbüros nach der neuesten Quote bei Gewinn nur mickrige 110 Euro aus. Damit hat Day-Lewis den alten Kempen Jack Nicholson abgelöst, der vor der BAFTA-Verleihung mit seinem Auftritt als desillusionierter Rentner in "About Schmidt" quotenmäßig noch klar vor Day-Lewis gelegen hatte.
Bei den Damen nahm Nicole Kidman am Sonntag für "The Hours" den begehrten Preis der British Academy of Film and Television Arts mit nach Hause. Sie war zwar schon vorher Favoritin der "Bookies" auf den Oscar als Beste Hauptdarstellerin, aber ihre Quote wurde nach ihrem Triumph von Sonntag noch einmal auf 6 für 4 nach unten korrigiert (60 Euro Gewinn bei 40 Euro Einsatz).
Bemerkenswert: Als Bester Film wurde in London zwar Roman Polanskis "Der Pianist" ausgezeichnet, doch der Quotensieger im Hinblick auf L.A. war das Musical-Feuerwerk "Chicago". Hier sank die Quote für einen US-Oscar als Bester Film auf 7 für 4. Grund dafür ist der BAFTA-Award als Beste Nebendarstellerin für Catherine Zeta-Jones - die übrigens auch in Hollywood in dieser Kategorie nominiert ist.
Die BAFTA-Verleihung, diesmal von einem gewohnt brillanten Stephen Fry moderiert, findet erst seit zwei Jahren vor den Oscars statt. Die Gentlemen zu London wollten den wichtigen europäischen Filmpreis aufwerten, indem sie ihn durch die Vorverlegung als Barometer für den großen US-Bruder etablierten. Operation gelungen.
Eines waren die Oscars allerdings schon immer: Das weltweit wichtigste Event für Wettsüchtige, das nichts mit Sport zu tun hat.
Kaum ein Hollywood-Star kann heute noch wie Jack Nicholson auf eine derartig abwechslungsreiche Karriere zurückblicken. Sein Leinwanddebüt...
Bates spielte fette Frauen mit Selbstironie (die Hure in "Schatten und Nebel") oder Sentimentalität ("Grüne Tomaten"), sie war Ensemblespielerin...
Film der Woche: Als selbstherrlicher General Aladeen stellt Sacha Baron "Borat" Cohen lustvoll New York auf den Kopf - und reitet urkomische Attacken gegen alle Tabus
Filme der Woche: Skurrile Liebeskomödie mit Ewan McGregor, 10.000 Lachsen in der Wüste - und einem Herz an der Angel
Cops der Woche: Die Kultserie als grandiose Action-Comedy mit Jonah Hill und Channing Tatum.
Komödie der Woche: Sönke Wortmanns Filmspass um eine (Alp-)Traumhochzeit – aus der Sicht des videofilmenden Kumpels