Mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnetes Drama, das ein genaues Bild der Multikulti-Migrationsrealität zeichnet. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto29/11291334/b150x150.jpg Abgebrannt

Filmdetails

Abgebrannt

Mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnetes Drama, das ein genaues Bild der Multikulti-Migrationsrealität zeichnet.


Abgebrannt
Start: 22.09.2011

Drama

Deutschland 2010
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Maryam Zaree
Tilla Kratochwil
Lukas Steltner

Regie: Verena S. Freytag
Verleih: missingFilms

Videoplayer wird geladen ...

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: warm
Besucher-
ansturm

Temperatur

warm

Inhalt

Die junge Deutschtürkin Pelin hat drei kleine Kinder von drei unterschiedlichen Männern und lebt von Sozialhilfe als alleinerziehende Mutter in Berlin-Wedding. Nachts arbeitet sie in einem Tattoo-Studio und träumt davon, ein eigenes zu eröffnen, tags rauben ihr die Kinder den Schlaf. Als eines davon die bunten Pillen ihres Drogendealer-Freundes schluckt und daran fast stirbt, schaltet sich das Jugendamt ein. Pelins letzte Chance ist die Teilnahme an einer Mutter-Kind-Kur, doch sie kommt nicht vom verantwortungslosen Lebensstil los.


Kritik

Abgebrannt

Eine Deutschtürkin kämpft um ihre Kinder und ihren Traum in einem Prekariats-Drama aus der Multikulti-Realität.

Mit der Geschichte einer permanenten Überforderung bildet Verena S. Freytag die Lebenswirklichkeit einer jungen alleinerziehenden Deutschtürkin auf Hartz IV ab, die sich mit drei kleinen Kindern mehr schlecht als recht durch den Alltag im Problembezirk Berlin-Wedding schlägt. Freytags erste Kinoarbeit wählt wie in ihrem TV-Film "Saniyes Lust" eine türkischstämmige Migrantin als Mittelpunkt eines Portraits, das im Tonfall etwas unentschieden zwischen Drama, balladesken Feel-Good-Elementen und tragischen Komponenten schwankt.

Als ihr gerade schulpflichtiger ältester Sohn Elvis nach Genuss der bunten Pillen ihres Drogendealer-Freund Edin (Lukas Steltner) bewusstlos vom Notarzt abtransportiert wird, zerbricht Pelins fragiles, von andauerndem Jetlag geprägtes Lebensgefüge: Das Jugendamt schaltet sich ein, eine Mutter-Kind-Kur an der Küste ist ihre letzte Chance, die Kinder zu behalten. Mag sie am Unfall mit Elvis auch keine Schuld tragen, fortan pfeift sie auf die vom Steuerzahler finanzierte psychosoziale Förderung, trifft falsche Entscheidungen und verhält sich komplett verantwortungslos. Eine Frau, die lieber auf Party als Pädagogik steht, für ihren Traum, Tätowiererin zu werden, ihre Kinder vernachlässigt und der Obhut der treudoofen Deutschen Christa überlässt, unverschämt statt dankbar ist und obendrein von ihrem kriminellen Kerl nicht loskommt, sondern sich auch noch zu Rauschgiftschmuggel überreden lässt - nun ja, das schafft eine gewisse emotionale Distanz.

Freytag enthält sich einer moralischen Wertung. Sie betreibt die ausführliche Charakterisierung von Lebensumständen und -gefühl, wählt Pelins parteiische Perspektive, aus der Sozialstaat, Behörden und Deutsche uncool sind, aber wenigstens hilfsbereit. Am Ende ist Pelin wieder schwanger und hat einige bittere Erfahrungen einstecken müssen, ein deutlicher Wink, dass sie es auch in Zukunft schwer haben wird. Denn "Abgebrannt" ist kein Märchen, sondern eine Bestandsaufnahme schwieriger Verhältnisse, keine Erfolgsstory, sondern das Portrait einer, die im Chaos feststeckt.

tk.

Abgebrannt

Darsteller:  Maryam Zaree   als Pelin
  Tilla Kratochwil   als Christa
  Lukas Steltner   als Edin
  Cecil von Renner   als Henry
  Leon Samuel Fischer   als Robby
  Keywan Fischer   als Elvis
  Marie Louise Heinzel   als Roxanne
  Alina Woblewski   als Jessica
  Wolfram von Bremen   als Dr. Pawella
  Michaela Caspar   als Frau Fischer
  Gabriel Taton   als Mario
 
Regie:  Verena S. Freytag  
Drehbuch:  Verena S. Freytag  
Produzent:  Jost Hering  
Kamera:  Ali Gözkaya  
Schnitt:  François Rossier  
  Tobias Steidle  
Musik:  Roland Satterwhite  
Produktionsdesign:  Rita-Maria Hallekamp  
  Olivier Meidinger  
Kostüme:  Stefanie Jauß  
Maske:  Anna von Gwinner  
Ton:  Andreas Ruft  
  Torsten Lenk  

Top-Filme der Woche

  • Der Diktator

    Film der Woche: Als selbstherrlicher General Aladeen stellt Sacha Baron "Borat" Cohen lustvoll New York auf den Kopf - und reitet urkomische Attacken gegen alle Tabus

  • Lachsfischen im Jemen

    Filme der Woche: Skurrile Liebeskomödie mit Ewan McGregor, 10.000 Lachsen in der Wüste - und einem Herz an der Angel

  • 21 Jump Street

    Cops der Woche: Die Kultserie als grandiose Action-Comedy mit Jonah Hill und Channing Tatum.

  • Das Hochzeitsvideo

    Komödie der Woche: Sönke Wortmanns Filmspass um eine (Alp-)Traumhochzeit – aus der Sicht des videofilmenden Kumpels

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.