Als Blanche Dubois Zuflucht bei ihrer Schwester Stella sucht, die mit ihrem brutalen Mann Stanley in New Orleans in bescheidenen Verhältnissen lebt, sind ihre besten Zeiten vorbei. Die immer noch attraktive Lehrerin bemüht sich, den Anschein einer zwar verarmten, aber kultivierten Dame aufrechtzuerhalten. In Wahrheit hat Blanche Job und Familienbesitz verloren und ist auf der Flucht vor ihrer affärenreichen Vergangenheit. In der engen Wohnung kommt es bald zu Reibereien. Als Stella zur Entbindung in die Klinik muß, nimmt Stanley Blanche mit Gewalt. Das und das Scheitern einer beginnenden Romanze mit Stanleys Freund bringt Blanches mit Mühe aufrecht erhaltene Fassade endgültig zum Einsturz.

Mit vier Oscars wurde 1951 Elia Kazans weltberühmte Verfilmung des Bühnenstücks von Pulitzer-Preisträger Tennessee Williams mit Marlon Brando und Vivien Leigh in den Hauptrollen ausgezeichnet. Ein schweres Erbe für das Produzenten-Team dieser Neuverfilmung aus dem Jahre 1984, das dem Autor volles Mitspracherecht in allen künstlerischen Belangen einräumen mußte. Der verstarb allerdings vor Beginn der Dreharbeiten. Herausgekommen ist ein eindrucksvolles Remake, das vor allem durch die Leistung der Hauptdarsteller besticht: dem virilen Treat Williams ("Prince of the City") mit seiner enormen physischen Präsenz steht Ann-Margret als hysterisch-zerbrechliche Blanche nicht nach. Für anspruchsvolle Videokunden.
| Darsteller: | Ann-Margret | als Blanche DuBois | |
|---|---|---|---|
| Treat Williams | als Stanley Kowalski | ||
| Beverly D'Angelo | als Stella Kowalski | ||
| Randy Quaid | als Mitch | ||
| Erica Yohn | als Eunice Hubbell | ||
| Rafael Campos | als Pablo Gonzales | ||
| Regie: | John Erman | ||
| Drehbuch: | Oscar Saul | ||
| Produzent: | Marc Trabulus | ||
| Buchvorlage: | Tennessee Williams | ||
| Kamera: | Bill Butler | ||
| Schnitt: | Jerrold L. Ludwig | ||
| Musik: | Marvin Hamlisch | ||
260 klassische Filmküsse, 187 mal eifersüchtiges Gezanke und unzählige Lastwagenladungen von Taschentüchern für zu Tränen gerührte Kinogänger - Das ist das Ergebnis der 100 beliebtesten Liebesfilme Amerikas.
Gibt es überhaupt einen romantischeren Ort? Gedämpftes Licht, die Sitz- und Lümmelgelegenheiten mit weichem Samt überzogen, in den Händen das Lieblingseis. Und auf der großen Leinwand die zelluloidgewordene Erfüllung aller Jugendträume von Hingabe, Verzweiflung und der einen großen Liebe. Amor, dein Name ist Hollywood.
Nach über 80 Jahren zieht die Traumfabrik nun die Bilanz ihrer zahllosen Apelle an unsere sehnsuchtsvollen Herzen: Das renommierte American Film Institute (www.afi.com) hat eine Liste der 100 populärsten Liebesfilme veröffentlicht. Abgestimmt haben Kritiker, Autoren, Regisseure und Schauspieler.
Und der inoffizielle Oscar für den schönsten Schmachtfetzen aller Zeiten geht an - welch Überraschung - "Casablanca". Auch nach 60 Jahren größter Bemühungen der Schönen und Schönsten hat die Stadt der Engel kein größeres Traumpaar als Humphrey Bogart und Ingrid Bergman gefunden - da nützt auch Julia Roberts' imposanter Schmollmund nichts.
Klassisch liebt am Besten
Die "Pretty Woman" findet sich mit ihrer naiven Kurtisanenromanze an der Seite von Chefgigolo Richard Gere erst auf Platz 21 - wie die neueren Filme überhaupt wenig Land sehen im Vergleich mit den bildgewaltigen Klassikern.
So landet mit "Shakespeare in Love" der aktuellste Film unter den Top 100 gerade mal auf Platz 50 - wohlwollend gesagt gesichertes Mittelfeld, "tabellarisches Niemandsland" trifft's aber besser.
Auch Meg Ryans mustergültig vorgespielter Orgasmus brachte einen großen Liebesfilm der 80er nicht auf die filmgeschichtliche Überholspur. Für "Harry und Sally" gab's nur Platz 25. Beim Kampf von Stimmbanderotik und verbalen Anzüglichkeiten contra Cary Grants Gentleman-Attitüde siegt klar der Klassiker.
Ikonen unter sich
Grant brachte gleich sechs Filme unter die Top 100 und erstürmte mit "Die große Liebe meines Lebens" Platz 5. Als Leinwand-Lover fast genauso beliebt ist Humhrey Bogart, der es auf fünf Einträge in die Liebesliste bringt. Meg Ryan, die neuzeitliche Queen of Romantic Comedy, ist neben "Harry und Sally" nur noch mit "Schlaflos in Seattle" vertreten.
Dafür, dass Cary Grant als Filmbeau so unerreicht charmant wirkte, sorgte unter anderem Regisseur George Cukor: Er erwies sich statistisch als der Meister im herzergreifenden Inszenieren. So führte Cukor unter anderem bei "Die Nacht vor der Hochzeit" (Platz 44) Regie, der Grant als reumütigen Playboy an der Seite von Katharine Hepburn zeigte.
Sehnsüchtige Träume
Katharine wiederum macht zusammen mit ihrer Namensvetterin Audrey stolze elf Prozent der 100 schönsten Liebesgeschichten Hollwoods aus: Katharine erweichte sechs mal die Herzen ihrer Filmpartner, die "Fair Lady" Audrey fünf mal. Unvergessen ihr "Frühstück bei Tiffany" und die melancholische Weise "Moonriver", bei der wahre Tränenströme in die Stofftaschentücher flossen.
Apropos Fließen, das monumentale Liebesepos der 90er, "Titanic", ist richtungsweisend - zwar lediglich Platz 37 für Teenieschwarm Leo und seine propere Kate, dafür aber eine wichtige Gemeinsamkeit mit den Top Ten: In nur drei der zehn schönsten Liebesfilme aller Zeiten kriegen sich Männlein und Weiblein - sieben mal bleibt die Liebe unerfüllt.
Klar, wenn jeder Topf gleich sein Deckelchen findet, wer schaut dann noch Liebesfilme?
Boris Sunjic
Die 100 populärsten Liebesfilme:
Quelle: American Film Institute
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