Absurde schwarze Komödie über einen einfachen Mann, dem im Verlauf eines Jahres - 1967 - die Felle wegzuschwimmen drohen. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto50/09500410/b150x150.jpg A Serious Man

Filmdetails

A Serious Man

Absurde schwarze Komödie über einen einfachen Mann, dem im Verlauf eines Jahres - 1967 - die Felle wegzuschwimmen drohen.


A Serious Man
Start: 21.01.2010

Komödie / Drama

USA 2009
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Michael Stuhlbarg
Richard Kind
Fred Melamed

Regie: Ethan Coen, ...
Verleih: Tobis

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

1967. Es ist nicht das Jahr von Larry Gopnik, der als Physikprofessor an einer Uni im Mittleren Westen der USA ein einfaches Leben führt. Seine Frau verlässt ihn für einen aufgeblasenen Kollegen. Sein psychisch labiler Bruder Arthur lebt auf seiner Couch und wird mehr und mehr zum Problem. Sein Sohn Danny schwänzt die Schule und hört nicht auf den Vater. Seine Tochter bestiehlt ihn, um eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Anonym wird Larry bedroht und seine Zukunft an der Uni in Frage gestellt. Ein Student will ihn bestechen. Larry sucht Hilfe bei drei Rabbis. Wird einer helfen können?


Kritik

A Serious Man

Verquerer Heimatfilm und ätzend komische jüdische Tragikomödie mit brillantem No-Name-Ensemble - den Coen-Brüdern ist erneut ein kleiner Geniestreich geglückt.

Die Coens sind in ihre Heimat zurückgekehrt, ins ländliche Minnesota, wo sie einst mit "Fargo" einen ihrer bleibendsten Erfolge landeten. Aber nicht nur das, sie haben sich diesmal zudem ihrer Wurzeln besonnen, ihrer jüdischen Herkunft bedient. Auch das ist nicht unbedingt neu, erinnert man sich an ihren Drehbuchautor "Barton Fink", der vor inzwischen fast 20 Jahren an Hollywood verzweifelte. Aber so persönlich wie bei A Serious Man ist es bei Ethan und Joel noch nie zugegangen, mögen sie das in ihren maulfaulen (Toronto-)Interviews noch so gerne abstreiten. Als kleiner Beweis hierfür mag dienen, dass zahlreiche Figuren ihrer aktuellen Arbeit nach Jugendfreunden der Brüder benannt sind.

Nach dem All-Star-Cast von "Burn After Reading" spielen diesmal ausschließlich Kino-Niemande groß auf. Allen voran der formidable Theatermann Michael Stuhlbarg, der titelgebende seriöse Herr namens Larry Gopnik. Er ist Physikprofessor, verheiratet, zwei Kinder. Beim medizinischen Routinecheck lernt der Zuschauer ihn kennen. An dessen Ende wird ihm beste Gesundheit attestiert, die wird er in der Folge dringend brauchen. Denn zu Hause ereilt Larry eine Hiobsbotschaft: Gattin Judith will die Scheidung, um Sy Ableman, Freund der Familie und seit zwei Jahren Witwer, zu heiraten. Warum, will der Gatte wissen... und schon landet er zunächst auf der Wohnzimmercouch und bald darauf im Motel. Bei den Coens haben die Frauen gern die Hosen an, und gegen jüdische Mütter ist kein Kraut gewachsen. Das macht schon der Jiddisch gehaltene Vorspann klar, eine kleine Geschichte aus dem Shtetl, in der eine resolute Ehefrau dem Dybbuk die Tür weist - nachhaltig und endgültig. Wie diese Mär zur Handlung passt, kann jeder für sich deuten, derweil die darauffolgende Dekonstruktion von Larrys scheinbar perfektem Sechzigerjahre-Mittelklasseleben eine ganz eindeutige Sache ist. "Receive with simplicity everything that happens to you", sagt Rabbi Rashi. Diesem Filmmotto wird sich Larry stoisch beugen.

Ihm dabei zuzusehen ist schmerzhaft komisch. Genickschlag folgt Genickschlag. Messerscharf sind die Dialoge, von unerbittlicher Konsequenz ist das Drehbuch der Coens, das immer wieder durch groteske Situationen aufgebrochen wird etwa wenn Larry vom Dach aus der schönen Nachbarin beim textilfreien Sonnenbad zusieht und sich dabei einen Sonnenbrand holt. Oder ausgerechnet er dem Rabbi erklären muss, was ein Gett, eine kirchlich sanktionierte Scheidung, ist, die seine Frau braucht, um wieder heiraten zu dürfen. Nicht zu vergessen der Goi, dessen Zähne auf der Rückseite hebräische Buchstaben zieren. Warum? Wer weiß, egal. Die Geschichte ist einfach gut. Wie (eigentlich) immer bei den beiden Oscar-Preisträgern ("No Country for Old Men"), die aller Absurdität zum Trotz nie etwas dem Zufall überlassen. Perfekt kommentiert Carter Burwells Score die makellos komponierten Bilder von Roger Deakins, der hier bereits zum zehnten Mal für die Geschwister das Licht setzt. Und auch der leitmotivisch eingesetzte Jefferson-Airplane-Klassiker "Somebody to Love" ist nur die Popvariante von Rashi: "When the truth is found to be lies/And all the joy within you dies." Apropos: In der letzten Szene bekommt Larry einen Anruf von seinem Doktor. geh.

A Serious Man

Darsteller:  Michael Stuhlbarg   als Larry Gopnik
  Richard Kind   als Onkel Arthur
  Fred Melamed   als Sy Ableman
  Sari Lennick   als Judith Gopnik
  Aaron Wolff   als Danny Gopnik
  Jessica McManus   als Sarah Gopnik
  Adam Arkin   als Anwalt
  Peter Breitmayer   als Mr. Brandt
  Brent Braunschweig   als Mitch Brandt
  David Kang   als Clive Park
  Alan Mandell   als Rabbi Marshak
  Amy Landecker   als Mrs. Samsky
  George Wyner   als Rabbi Nachtner
  Michael Tezla   als Dr. Sussman
  Allen Lewis Rickman   als Schtetl Ehemann
  Yelena Shmulenson   als Schtetl Ehefrau
  Fyvush Finkel   als Dibbuk
 
Regie:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Drehbuch:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Produzent:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Ausf. Produzent:  Tim Bevan  
  Eric Fellner  
  Robert Graf  
Kamera:  Roger Deakins  
Schnitt:  Roderick Jaynes  
Musik:  Carter Burwell  
Produktionsdesign:  Jess Gonchor  
Kostüme:  Mary Zophres  
Casting:  Ellen Chenoweth  
  Rachel Tenner  

Die Lieblingsfilme der Redaktion 2010

Die Redaktion hegt einen bösen Verdacht...

Großansicht Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Inception" (Foto: Warner)

Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Inception" (Foto: Warner)

Bestimmt hat uns Christopher Nolan eine "Inception" verpasst, damit wir sein SciFi-Meisterwerk an die Spitze unserer kino.de-internen Jahrescharts befördern. Besonders anfällig war dafür Kollege Alex Jodl, der das Hirnexperiment mit einem groß aufspielenden Leonardo DiCaprio auf seiner Liste sogar ganz oben führt. Alle anderen sahen "Inception" zwar eher im Mittelfeld, aber es ist der einzige Film, den ausnahmslos alle Redakteure in ihre Top Ten nahmen.

Das zeigt, wie vielseitig das Kinojahr 2010 war: Ob George Clooney über den Wolken und vor allem darunter den Sinn des Lebens haschte, Sam Rockwell auf dem Mond einer grausigen Selbtserkenntnis gewahr wurde, Harry Potter sich poetisch dem finalen Kampf gegen Voldemort entgegenzeltete oder 9 Häkelhelden der Postapokalypse trotzten - jeder fand in seinem Lieblingsgenre echte Kinojuwelen. Hier die komplette Liste unserer Topfilme 2010:

REDAKTIONSFAVORITEN: DIE BESTEN KINOFILME 2010
 

Boris Sunjic<br />Redaktionsleiter kino.de

Boris Sunjic
Redaktionsleiter kino.de

Matthias Ott<br />Redaktionsleiter Publikumsmagazine

Matthias Ott
Redaktionsleiter Publikumsmagazine

Alexander Jodl<br />Redaktionsleiter video.de

Alexander Jodl
Redaktionsleiter video.de

Michaela Jacob<br />Redakteurin kino.de kompakt

Michaela Jacob
Redakteurin kino.de kompakt

1 The American Moon Inception Sherlock Holmes
2 Der fantastische Mr. Fox The Road Sin Nombre In meinem Himmel
3 Shutter Island Carlos - Der Schakal Vincent will meer Drachenzähmen leicht gemacht
4 Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 Inception Precious - Das Leben ist kostbar A Serious Man
5 Up in the Air The Social Network Kick-Ass Sex and the City 2
6

Wir wünschen wundervolle Feiertage!

Das Team von kino.de

Top-Filme der Woche

 

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Weitere Clips zum Film

 

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.