Ein weißer Südstaatler gerät in eine Krise, als er erfährt, daß seine leibliche Mutter eine Schwarze war. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg A Family Thing

Filmdetails

A Family Thing

Ein weißer Südstaatler gerät in eine Krise, als er erfährt, daß seine leibliche Mutter eine Schwarze war.


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Inhalt

Der Südstaaten-Patriach Earl Pilcher ist um die 60, als seine Mutter verstirbt und ihm in einem posthumen Brief eröffnet, daß seine tatsächliche Mutter eine Schwarze war. Er begibt sich nun auf Wunsch seiner Ziehmutter nach Chicago, um dort seinen Halbbruder Ray aufzusuchen. Nach anfänglicher gegenseitiger Ablehnung, nähern sie sich und lernen sich schließlich gegenseitig zu respektieren.


Kritik

Hochkarätige schauspielerische Leistungen von Robert Duvall ("Power of Love") und James Earl Jones ("Cry the Beloved Country") verleihen dem nachdenklich-bedächtigen Identitätsdrama des vielseitigen Regisseurs Richard Pearce ("Gnadenlos", "Der Schein-Heilige") seinen sublimen Reiz.

Die Geschichte um die langsame Annäherung und folgende Akzeptanz zweier entfremdeter Halbbrüder - der eine weiß, der andere schwarz - wurde vom "One False Move"-Autorenteam Billy Bob Thornton und Tom Epson mit tiefgründigen Dialogen geschrieben, die dennoch nie zur Moralpredigt geraten. Sie zeichnen die beiden scheinbar grundverschiedenen Protagonisten sehr menschlich - beide verfügen über Vorzüge und Makel - und man kann für beide Verständnis und Mitgefühl entwickeln. Ein gelungener Kunstgriff am Rande ist in diesem Zusammenhang das Vertauschen von Rassenstereotypen, wenn Duvalls vorurteilsbeladener Charakter regelrecht entwurzelt ziellos durch ein Schwarzenviertel wandert. Eingefangen in satten, ruhigen Bildkompositionen, verströmt die einfühlsame Charakterstudie mit melodramatischer Einfärbung besinnliche Zurückhaltung.

Der Südstaaten-Patriach Earl Pilcher (Duvall) ist um die 60, als seine Mutter verstirbt und ihm in einem Brief posthum eröffnet, daß seine tatsächliche Mutter eine Schwarze war, die gleichzeitig ihre beste Freundin war. Das bequem arrangierte Leben des respektablen Rednecks mit rassistischen Tendenzen bricht ob dieser niederschmetternden Eröffnung zusammen. Dennoch begibt er sich auf Wunsch seiner Ziehmutter nach Chicago, um dort seinen Halbbruder Ray (James Earl Jones stotterte als Kind und läßt dies für seinen Part neu aufleben) aufzusuchen. Dieser arbeitet als Rathaus-Cop und ist von Earls plötzlichen Auftauchen nicht sonderlich angetan, da er ihn für den Gebärtod seiner Mutter verantwortlich macht und kindliche Mordfantasien gegen Earls Vater hegt. So ist ihr Zusammentreffen kurz und voll gegenseitiger Antipathie. Doch als Earl nach einem Überfall eine Gehirnerschütterung auskuriert, werden die beiden gezwungen, sich miteinander auseinandersetzen. Rays beengtes Heim beherbergt bereits seinen teilinvaliden, verbitterten Sohn (Michael Beach) und seine 90jährige blinde Tante Aunt T (die schreiend komische Irma P. Hall sorgt für den auflockernden Comic Relief), die dermaßen resolut und lebensklug ist, daß in "ihren Männern" jeder auflehnende Widerspruch im Keim erstickt wird. Das Reflektieren der ungleichen Brüder über ihre Vergangenheit und ihre gegenwärtige Lebenssituation schweißt die beiden nach etlichen Rangeleien - eine davon bleibt nicht nur auf verbaler Ebene - und darauffolgenden Versöhnungen so eng zusammen, daß sie Earls Heimweg nach Arkansas schließlich gemeinsam antreten.

Ob viele Zuschauer angesichts der Sperrigkeit des Themas an der Kinokasse antreten werden, ist allerdings fraglich und mehr als ein Achtungserfolg eher unwahrscheinlich. ara.

A Family Thing

Darsteller:  Robert Duvall  
  James Earl Jones  
  Michael Beach  
  Irma P. Hall  
  Grace Zabriskie  
  Regina Taylor  
  Mary Jackson  
  Paula Marshall  
  James Nelson Harrell  
 
Regie:  Richard Pearce  
Drehbuch:  Billy Bob Thornton  
  Tom Epperson  
Produzent:  Robert Duvall  
  Todd Black  
  Randa Haines  
Ausf. Produzent:  Michael Hausman  
Kamera:  Fred Murphy  
Schnitt:  Mark Warner  
Musik:  Charles Gross  

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