Hochambitionierte Weltverbesserungsfantasie über Aufstieg und Fall einer Online-Community, die sich mit zunehmend radikalen Aktionen gegen die Mächtigen der Welt viele Feinde schafft. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto29/10290221/b150x150.jpg 8. Wonderland

Filmdetails

8. Wonderland

Hochambitionierte Weltverbesserungsfantasie über Aufstieg und Fall einer Online-Community, die sich mit zunehmend radikalen Aktionen gegen die Mächtigen der Welt viele Feinde schafft.


8. Wonderland
Start: 12.08.2010

Originaltitel: 8th Wonderland

Drama / Satire

Frankreich 2008
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Matthew Geczy
Eloissa Florez
Robert William Bradford

Regie: Nicolas Alberny, ...
Verleih: Neue Visionen

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Inhalt

Wie viele solcher News müssen Sie noch sehen, bevor Sie reagieren?", fragt ein Spot für die Website 8th Wonderland, die als Weltverbessererklub ein Diskussionsforum bietet. Witzige Aktionen entstehen, doch Kondomautomaten im Vatikan bringen die Demokratie nicht weiter voran. Also werden korrupte südamerikanische Politiker erschossen, zwingen Bomben Nahrungsmultis in die Knie. Fortan wird in der Gruppe und der Öffentlichkeit intensiv darüber diskutiert, ob der Zweck die Mittel heiligt oder solche Terrormethoden Al-Kaida-Niveau haben.


Kritik

8. Wonderland

Hochambitionierte Weltverbesserer-Fantasie über Aufstieg und Fall einer Online-Community, die sich mit zunehmend radikalen Aktionen gegen die Mächtigen der Welt viele Feinde schafft.

Das erste gemeinsame Projekt von Nicolas Alberny und Jean Mach ist der feuchte Traum eines jeden linksliberalen Aktivisten und Globalisierungsgegners. Anstatt nun den rasanten Aufstieg und Fall einer weltweiten, exklusiven und vorerst geheimen Online-Community namens "8th Wonderland" nach klassischer Manier zu erzählen, wählen die beiden Filmemacher einen abgehobenen Ansatz, indem sie ihre Dramaturgie direkt aus dem virtuellen Video-Chat importieren und zeigen, was im und vor dem Bildschirm respektive Fernseher passiert. Diese Erzählweise ist gewöhnungsbedürftig, findet zwar extrem ambitioniert, aber auch der Realität enthoben in seinem eigenen Universum statt. Glaubwürdigkeit ist kein Kriterium und über den Plot, der glatt von Naomi Klein ("No Logo") stammen könnte, darf diskutiert werden.

Der Zapping-Trip beginnt mit immer wieder in den Film integrierten Nachrichtenzusammenschnitten. "Wie viele solcher News müssen Sie noch sehen, bevor Sie reagieren?", fragt der Spot für die titelgebende Webseite, die als polyglotter Weltverbesserer-Club zunächst ein Diskussionsforum bietet, wo auch viel Banales ventiliert wird und zugleich witzige Aktionen entstehen: Kondomautomaten im Vatikan und ein Pamphlet gegen die Truthahn-Todesstrafe erregen erste Aufmerksamkeit. Doch die Risiken sind hoch, das Ergebnis minimal - ein Plan muss her, um mehr Demokratie zu wagen. Also werden korrupte südamerikanische Politiker erschossen, Bomben und Sabotage zwingen Nahrungs-Multis in die Knie, HIV-Infektionen der eigenen Kinder (!) die G8-Staatschefs zum Kampf gegen Aids. Fortan wird in der Gruppe und der Öffentlichkeit intensiv diskutiert, ob der Zweck die Mittel heiligt, oder solche Terror-Methoden Al-Quaida-Niveau haben.

Obendrein schlägt ein dreister Opportunist Gewinn aus seiner Lüge, der Erfinder des virtuellen Landes zu sein, während die Geheimdienste fieberhaft nach den Servern suchen, um sie abzuschalten. Vieles daran wirkt zwar noch etwas unausgegoren, aber sowohl die ungewöhnliche Form als auch der irre Inhalt geben Denkanstöße. Zusätzlich sind die sympathische Haltung und der schräge Humor weitere Argumente für ein brandheißes Experiment, das den Zeitgeist punktgenau trifft. tk.

8. Wonderland

Darsteller:  Matthew Geczy   als John McClane
  Eloissa Florez   als Isabella
  Robert William Bradford   als David
  Alain Azerot   als César
  Ahlima Mhamdi   als Rachida
  Michael Hofland   als Karel
 
Regie:  Nicolas Alberny  
  Jean Mach  
Drehbuch:  Nicolas Alberny  
  Jean Mach  
Produzent:  Guillaume Letellier  
Kamera:  Antoine Marteau  
Schnitt:  Aurélien Dupont  
Musik:  Nicolas Alberny  
Produktionsdesign:  Aurélie de Saint-Sauveur  
  Christophe Simonnet  
Maske:  Delphine André  
Ton:  Frédéric Gensse  
Casting:  Marie Cabot-David  

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