Originaltitel: 8th Wonderland
Frankreich 2008
Matthew Geczy
Eloissa Florez
Robert William Bradford
Regie: Nicolas Alberny, ...
Verleih: Neue Visionen
Wie viele solcher News müssen Sie noch sehen, bevor Sie reagieren?", fragt ein Spot für die Website 8th Wonderland, die als Weltverbessererklub ein Diskussionsforum bietet. Witzige Aktionen entstehen, doch Kondomautomaten im Vatikan bringen die Demokratie nicht weiter voran. Also werden korrupte südamerikanische Politiker erschossen, zwingen Bomben Nahrungsmultis in die Knie. Fortan wird in der Gruppe und der Öffentlichkeit intensiv darüber diskutiert, ob der Zweck die Mittel heiligt oder solche Terrormethoden Al-Kaida-Niveau haben.

Hochambitionierte Weltverbesserer-Fantasie über Aufstieg und Fall einer Online-Community, die sich mit zunehmend radikalen Aktionen gegen die Mächtigen der Welt viele Feinde schafft.
Das erste gemeinsame Projekt von Nicolas Alberny und Jean Mach ist der feuchte Traum eines jeden linksliberalen Aktivisten und Globalisierungsgegners. Anstatt nun den rasanten Aufstieg und Fall einer weltweiten, exklusiven und vorerst geheimen Online-Community namens "8th Wonderland" nach klassischer Manier zu erzählen, wählen die beiden Filmemacher einen abgehobenen Ansatz, indem sie ihre Dramaturgie direkt aus dem virtuellen Video-Chat importieren und zeigen, was im und vor dem Bildschirm respektive Fernseher passiert. Diese Erzählweise ist gewöhnungsbedürftig, findet zwar extrem ambitioniert, aber auch der Realität enthoben in seinem eigenen Universum statt. Glaubwürdigkeit ist kein Kriterium und über den Plot, der glatt von Naomi Klein ("No Logo") stammen könnte, darf diskutiert werden.
Der Zapping-Trip beginnt mit immer wieder in den Film integrierten Nachrichtenzusammenschnitten. "Wie viele solcher News müssen Sie noch sehen, bevor Sie reagieren?", fragt der Spot für die titelgebende Webseite, die als polyglotter Weltverbesserer-Club zunächst ein Diskussionsforum bietet, wo auch viel Banales ventiliert wird und zugleich witzige Aktionen entstehen: Kondomautomaten im Vatikan und ein Pamphlet gegen die Truthahn-Todesstrafe erregen erste Aufmerksamkeit. Doch die Risiken sind hoch, das Ergebnis minimal - ein Plan muss her, um mehr Demokratie zu wagen. Also werden korrupte südamerikanische Politiker erschossen, Bomben und Sabotage zwingen Nahrungs-Multis in die Knie, HIV-Infektionen der eigenen Kinder (!) die G8-Staatschefs zum Kampf gegen Aids. Fortan wird in der Gruppe und der Öffentlichkeit intensiv diskutiert, ob der Zweck die Mittel heiligt, oder solche Terror-Methoden Al-Quaida-Niveau haben.
Obendrein schlägt ein dreister Opportunist Gewinn aus seiner Lüge, der Erfinder des virtuellen Landes zu sein, während die Geheimdienste fieberhaft nach den Servern suchen, um sie abzuschalten. Vieles daran wirkt zwar noch etwas unausgegoren, aber sowohl die ungewöhnliche Form als auch der irre Inhalt geben Denkanstöße. Zusätzlich sind die sympathische Haltung und der schräge Humor weitere Argumente für ein brandheißes Experiment, das den Zeitgeist punktgenau trifft. tk.
| Darsteller: | Matthew Geczy | als John McClane | |
|---|---|---|---|
| Eloissa Florez | als Isabella | ||
| Robert William Bradford | als David | ||
| Alain Azerot | als César | ||
| Ahlima Mhamdi | als Rachida | ||
| Michael Hofland | als Karel | ||
| Regie: | Nicolas Alberny | ||
| Jean Mach | |||
| Drehbuch: | Nicolas Alberny | ||
| Jean Mach | |||
| Produzent: | Guillaume Letellier | ||
| Kamera: | Antoine Marteau | ||
| Schnitt: | Aurélien Dupont | ||
| Musik: | Nicolas Alberny | ||
| Produktionsdesign: | Aurélie de Saint-Sauveur | ||
| Christophe Simonnet | |||
| Maske: | Delphine André | ||
| Ton: | Frédéric Gensse | ||
| Casting: | Marie Cabot-David | ||
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