Originaltitel: 28 Days
USA 2000
Sandra Bullock
Viggo Mortensen
Dominic West
Regie: Betty Thomas
Verleih: Columbia Tristar
Wenn Schriftstellerin Gwen, von Alkohol und Tabletten euphorisiert, sich vom Spaß treiben lässt, vergeht dieser anderen häufig. Nach einem betrunken verschuldeten Autounfall versucht Gwen, in einem vom Gericht angeordneten Aufenthalt in einer Entzugs-Klinik ihr Problem zu verleugnen, bis sie ein tragischer Vorfall zur Einsicht bringt.

Vier Wochen Zwangsentzug für ein verantwortungsloses Leben im Rausch zwischen Disco, Tabletten, Sex und Alkohol sehen Regisseurin Betty Thomas ("Dr. Dolittle") und Autorin Susannah Grant als Medley aus komischen und dramatischen Momenten, in dem der Charme von Sandra Bullock den Ton angibt. Damit ist der Grad ihrer Popularität wohl auch das dominante Kriterium, ob diese unentschlossene, auf Nummer sicher gehende und somit in ihrer Wirkung verpuffende Dramödie ein Hit wird.
Bullocks letzte Filme " Eine zweite Chance" und "Auf die stürmische Art" blieben hinter den Erwartungen zurück, die man aufgrund des Stars und des romantischen Genres haben konnte. Ihr Charme mag Abnutzungserscheinungen zeigen, aber er bleibt auch in "28 Tage" eine markante Sympathiegröße der Kinofee, die hier in kleinen dramatischen Häppchen eine andere Seite zeigen kann. "28 Tage" wirkt wie ein klassischer Übergangsfilm für Komödienspezialisten wie Betty Thomas, die sich nach "Der Faust im Nacken" strecken, aber bis zu diesem Ziel nicht zu viele Schritte auf einmal gehen wollen. Womit dieser Film seine Fühler zum Drama ausfährt, sie dann aber immer wieder einzieht. Nach Filmen wie "Auf immer und ewig" und der Julia-Roberts-Show "Erin Brockovich" hat Drehbuchautorin Grant ihr Händchen für (moderne) Märchen bewiesen, das sie im Grunde auch hier präsentiert. Nachdem Betty Thomas nicht gerade subtil Bullocks Schriftstellerin Gwen Cummings als Alkoholikerin und Party-Poltergeist etabliert hat, zieht der Film in die Reha-Klinik um, in der Bullock per Gerichtsbeschluss 28 Tage verbringen muss. Die weitere Handlung orientiert sich mit Verleugnung, Bewusstwerdung und Konfrontation an den typischen Stationen in der Beendung einer Drogenkarriere. Die dramatische Zäsur, die aus der widerwilligen Zwangsinsassin eine aktive Therapiearbeiterin macht, führt die unvorbereitete Suizidtendenz von Bullocks Mitbewohnerin herbei, die wie die anderen Figuren der Entzugsgruppe, unter denen sich auch das Klischee eines Schwulen findet, eine psychologische Skizze bleibt. Thomas' Versuch, das Beste beider Welten, der dramatischen wie auch der komischen, für ihren Film zu nutzen, führt zwangsläufig zu einem Oberflächenfilm, über dem man gelegentlich schmunzeln, aber den man in seriösen Momenten nicht wirklich ernst nehmen kann. Die Folgen sind eine Verharmlosung eines körperlichen Gewalteingriffs, der ein Entzug tatsächlich ist, und verpuffende biographische Schnipsel, die Bullocks Verhalten in Rückblenden familiär verständlich machen sollen. Weil dieser moralische Botschaftsfilm die kuriosen Therapieformen der Klinik, die vom Pferdestreicheln bis zu militärischen Übungen reichen, zwar anspricht, sie aber nicht satirisch zu hinterfragen traut, bleibt manche Chance für frechen Humor ungenutzt. Was insgesamt die kommerziellen Chancen wohl nicht verbessert. kob.
| Darsteller: | Sandra Bullock | als Gwen Cummings | |
|---|---|---|---|
| Viggo Mortensen | als Eddie Boone | ||
| Dominic West | als Jasper | ||
| Diane Ladd | als Bobbie Jean | ||
| Elizabeth Perkins | als Lilly | ||
| Steve Buscemi | als Cornell | ||
| Azura Skye | als Andrea | ||
| Regie: | Betty Thomas | ||
| Drehbuch: | Susannah Grant | ||
| Produzent: | Jenno Topping | ||
| Betty Thomas | |||
| Koproduzent: | Celia D. Costas | ||
| Kamera: | Declan Quinn | ||
| Schnitt: | Peter Teschner | ||
| Musik: | Richard Gibbs | ||
| Produktionsdesign: | Bo Johnson | ||
| Marcia Hinds-Johnson | |||
| Kostüme: | Ellen Lutter | ||
Statt auf der Brücke der Enterprise nimmt Karl Urban demnächst aller Voraussicht nach in einem Spezial-Land-Rover Platz. Der Neuseeländer soll Sylvester Stallone in "Judge Dredd" beerben.
Im Kinoerfolg "Star Trek" peppelte Karl Urban als Allroundmediziner Pille kränkelnde Crewmitglieder der Enterprise wieder auf. Nun soll der 38-Jährige als nicht zimperlicher Zukunftscop Judge Dredd für Ordnung auf der Erde sorgen. 1995 kümmerte sich Rocky-Schwergewicht Sylvester Stallone um die ordentliche Verbrecherbeseitigung. Nun plant DNA Films eine Neuauflage des Actionbretts, das auf der Comicserie "2000 A.D." basiert.
Die Finanzierung des 50 Millionen Dollar teuren "Judge Dredd"-Revivals ist bereits in trockenen Tüchern. "Judge Dredd" spielt in einer Welt voller Gewalt, in der der Titelheld in Personalunion als Richter, Geschworener und Vollstrecker auftritt.
"Ich darf zu diesem Zeitpunkt nicht zu viel verraten", äußert sich Karl Urban zu den Gerüchten und erzählt weiter: "Aber es sieht gut aus. Er ist ein überragend kultige Comic-Figur. Das ist eine Welt, die ich kenne. Es wäre ein Privileg und eine Ehre für mich, das zum Leben zu erwecken."
Die Regie soll Pete Travis übernehmen, um das Drehbuch kümmert sich Alex Garland ("28 Tage").
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