Originaltitel: 25th Hour
USA 2002
Edward Norton
Barry Pepper
Philip Seymour Hoffman
Regie: Spike Lee
Verleih: Buena Vista
24 Stunden bleiben Drogendealer Monty Brogan (Edward Norton), bevor er eine siebenjährige Haftstrafe anzutreten hat. In dieser Zeit will er sich mit seinem Vater (Brian Cox) aussöhnen, der mit Hilfe von Montys Drogengeld ein Pub aufziehen konnte. Abschließend möchte Monty mit seinen besten Freunden Frank und Slaugherty noch einmal um die Häuser ziehen. Slaugherty (Barry Pepper) ist ein mit allen Wassern gewaschener Broker geworden, der schüchterne Frank (Philip Seymour Hoffman) hat sich als Lehrer in seine minderjährige Schülerin (Anna Paquin) verliebt. Am Morgen konfrontiert Monty alle mit einer radikalen Überraschung...
Spike Lee ist fleißiger denn je: Mit diesem fesselnden Drama um drei junge New Yorker im Kampf um die richtige Entscheidung bringt er nach Meinung vieler Kritiker sein bestes Werk seit langem auf die Leinwand.
Der Countdown läuft: Nach einem Leben auf der Überholspur droht Drogendealer Edward Norton Gefängnis - eine packende Reise ans Ende der Nacht.
Was tun, wenn man nur noch 24 Stunden hat und dann für sieben Jahre in den Knast muss? Edward Norton alias Drogendealer Monty Brogan verabschiedet sich von den Menschen, die ihm etwas bedeuten - der verführerischen Freundin, die ihn vielleicht bei der Polizei angeschwärzt hat, den Kumpels, mit denen er noch einmal einen draufmacht, seinem Vater, mit dem er ins Reine kommen will. Er stürzt in Selbstzweifel, lässt seine Existenz Revue passieren, mal überfällt ihn Angst, dann packt ihn wieder der Mut.
Spike Lee zeigt die Stationen eines langen Tages und einer noch längeren Nacht und tobt dabei seine Hassliebe zu New York in Wahnsinnsbildern aus. Die Stadt, die niemals schläft - ein glitzernder und gleichzeitig düsterer Vorhof der Hölle, eine eigene Figur, die wie Monty lernen muss, mit einer schwierigen Situation umzugehen. Lee ("Do the Right Thing") jedenfalls ist mit seinem 14. Spielfilm ein Meisterwerk gelungen.
| Darsteller: | Edward Norton | als Monty Brogan | |
|---|---|---|---|
| Barry Pepper | als Francis Xavier Slaughtery | ||
| Philip Seymour Hoffman | als Jakob Elinsky | ||
| Rosario Dawson | als Naturelle Riviera | ||
| Anna Paquin | als Mary D'Annunzio | ||
| Brian Cox | als James Brogan | ||
| Tony Siragusa | als Kostya Novotny | ||
| Levani Outchaneichvili | als Onkel Nikolai | ||
| Mischa Kuznetsow | als Senka Valghobek | ||
| Isiah Whitlock jr. | als Agent Flood | ||
| Michael Genet | als Agent Cunningham | ||
| Tony Devon | als DEA-Agent Allen | ||
| Paul Diomede | als Simon | ||
| Aaron Stanford | als Marcuse | ||
| Regie: | Spike Lee | ||
| Drehbuch: | David Benioff | ||
| Produzent: | Spike Lee | ||
| Jon Kilik | |||
| Tobey Maguire | |||
| Julia Chasman | |||
| Ausf. Produzent: | Nick Wechsler | ||
| Buchvorlage: | David Benioff | ||
| Kamera: | Rodrigo Prieto | ||
| Schnitt: | Barry Alexander Brown | ||
| Musik: | Terence Blanchard | ||
| Produktionsdesign: | James Chinlund | ||
| Nicholas Lundy | |||
| Kostüme: | Sandra Hernandez | ||
| Ton: | Rolf Pardula | ||
| Casting: | Aisha Coley | ||
Vom Cityguerillero über den verliebten Priester und den geläuterten Neonazi bis zum Cop, der Hannibal Lecter zur Strecke brachte. In "25 Stunden" spielt Ed Norton einen New Yorker Drogendealer und musste sich dabei noch einmal mit dem 11. September auseinandersetzen.
» Die Ereignisse des 11.09. sind in "25 Stunden" omnipräsent. Ist der Film als politisches Statement zu verstehen?
EDWARD NORTON: Für uns New Yorker ist der 11. September in erster Linie eine emotionale Realität. Außer Barry Pepper leben alle Beteiligten des Films in New York. Der Kontext einer kollektiven Krise erschien uns angemessen, um eine Geschichte über Menschen in der Krise darin anzusiedeln. Es geht um Verlust, um einen Mann, der sein Leben als selbstverständlich betrachtet und schlagartig alles verliert.
» Was hat Sie am Drehbuch von "25 Stunden" fasziniert?
Der Film zeigt, dass jeder selbst die Verantwortung für sein Handeln trägt. In einer Periode von 24 Stunden sind die Figuren gezwungen, ihr Handeln zu überdenken. Ich finde es schade, dass so wenige Tragödien gedreht werden, in denen ein tragischer Held dramatisch scheitert, wie in einem klassischen griechischen oder einem Shakespeare-Drama. Monty ist ein Drogendealer, der sich in eine Krise manövriert. Gleichzeitig ist er intelligent, charmant und charismatisch, so dass sich der Zuschauer leicht mit ihm identifizieren kann. Dasselbe gilt auch für die anderen Figuren.
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» Suchen Sie sich Ihre Rollen nach den Regisseuren aus?
In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle hängt mein Entschluss vom Drehbuch ab. Bei "Larry Flynt" gefiel mir das Buch z.B. anfangs nicht besonders. Aber Milos Forman ist einer meiner Idole, also habe ich zugesagt. Auch bei "The Score" war das Skript zunächst nicht in der besten Form. Den Ausschlag gab hier die Aussicht, einmal mit Robert De Niro und Marlon Brando zu drehen. Bei "Roter Drache" war das ähnlich: Ich hatte drei Monate Leerlauf und Anthony Hopkins, den ich enorm bewundere, war mit dabei. Wenn das Angebot von "25 Stunden" zur selben Zeit gekommen wäre, hätte ich "Roter Drache" nicht gemacht.
» Gab bei "25 Stunden" Regisseur Spike Lee oder das Drehbuch den Ausschlag, den Film zu machen?
Beides. Ich hätte jeden Film mit Spike gedreht. Jahrelang habe ich ihn bei jeder Gelegenheit gelöchert, mal etwas zusammen zu machen. Es wurde fast schon ein Running Gag zwischen uns. Doch selbst wenn nicht er, sondern ein anderer Regisseur mir "25 Stunden" vorgeschlagen hätte, wäre ich dabei gewesen. Es war einer der seltenen Fälle, in denen du ein Buch liest, das dich sofort auf einer emotionalen Ebene fesselt. Die Kombination aus Skript und Regisseur war natürlich optimal.
» Sie haben bei "Frida" am Skript mitgeschrieben. Werden Sie sich nun verstärkt als Autor betätigen?
Bei den Drehbüchern, die mir als Schauspieler vorlagen, habe ich zum Teil erhebliche Veränderungen vorgenommen, z.B. bei "Larry Flint", "American History X" und "The Score". Im Fall von "Frida" bin ich stolz auf meine Arbeit. Aber ich habe keinen Credit bekommen, denn die Autorengewerkschaft hat da sehr strenge Regeln. Grundsätzlich ist für mich die Arbeit am Drehbuch jedoch nur ein Mittel zum Zweck.
» Wie wurde "25 Stunden" bislang aufgenommen?
Der Film hat eine starke Reaktion in der Presse ausgelöst. Für mich ist das ein Zeichen, dass wir es richtig gemacht haben. Spike hat sein Publikum schon immer herausgefordert, schwierige Fragen selbst zu beantworten. Ich finde, das gelingt ihm ziemlich gut. Ich mag Filme nicht, die dem Zuschauer alles bis ins kleinste Detail erklären, die dir vorgeben, was du zu denken hast. Ich bin erwachsen und will mir selbst einen Reim auf die Dinge machen.
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