Originaltitel: Strákarnir okkar
Island/Großbritannien/Finnland 2005
Björn Hlynur Haraldsson
Helgi Björnsson
Arnmundur Ernst
Regie: Róbert I. Douglas
Verleih: Salzgeber
Ottar Thor (Bjorn Hlynur Haraldsson) ist der ebenso arrogante wie gutaussehende Starspieler des isländischen Spitzenfußballclubs KR. Für einen narzistischen PR-Erfolg gibt er sein Coming-Out als Schwuler an die Presse weiter. Danach wird er von seinem Team geschnitten und auf die Ersatzbank verbannt. Auch mit seiner Ex-Frau Gugga (Lilja Nóttthórarinsdóttir), einst Miss Island, nun Vollzeitalkoholikerin und seinem videospielsüchtigen Teenspross Magnus (Arnmundur Ernst) ist alles Essig - bis er in ein Amateurteam mit schwulen Playern eintritt.
Eine mit schrulligem, isländischem Humor gewürzte Komödie mit ernstem Hintersinn gelang Róbert I. Douglas in seinem Spielfilmdebüt, das mit erfrischendem Lokalkolorit Anderssein und Sportspaß erfolgreich miteinander verbindet.

Lakonische isländische Tragikomödie um Homosexualität im Fußball, die Macho-Gesellschaft der Insel und daraus resultierende Familienkonflikte.
Als Ottar, Stürmer und Star der isländischen Fußballmannschaft KRC Reykjavik, sich aus heiterem Himmel in der Kabine vor einer Journalistin als schwul outet, wird er Stadtgespräch, landet auf den Titelseiten und löst eine Reihe familiärer und sportlicher Konflikte aus. Seine Ex, ein ehemaliges Model, greift zum Alkohol, der pubertierende Sohn ("Scheiss Perverse") flüchtet in "Counterstrike"-Meetings, der Bruder würde ihn am liebsten zusammenschlagen und zu guter Letzt wird der Vater, Coach und Vereinspräsident der Mannschaft, verspottet. Der gekündigte Ottar hingegen wird Star einer schwulen Amateurmannschaft, die es, weil keiner gegen sie antreten will, durch die entsprechenden Punkte nach oben schafft. Nach einigem Hin und Her kehrt Ottar in den alten Verein zurück, der sich verpflichtet, gegen das Schwulenteam anzutreten. Die Heteros gewinnen.
Bis dahin renken sich bei Familienessen, Disco-Besuch und lakonischen Tischgesprächen die Konflikte einigermaßen wieder ein. Der akzeptierte Ottar (Darsteller Björn Hynur Haraldsson sieht aus wie der junge Jens Lehmann), der selbst Mühe hat, junge Lover zu halten, schläft betrunken ("ein Unfall") mit der Ex, die zeitweise in der "Klappse" landet. Ottar weicht dennoch nicht vor väterlicher Verantwortung zurück, kümmert sich um den sich mit Rock Musik und "GTA"-Videogames verbarrikadierenden Sohn, der sein Auto zu Bruch fährt und eine Freundin findet.
Fußballszenen gibt es so gut wie keine, die Sport-Klischees, die in Komödien wie Sherry Hormans "Männer wie wir" (2004) mit den wilden Kerlen aufgespießt wurden, weichen einer Analyse der Macho-Gesellschaft auf der Insel, wo den Frauen über den Mund gefahren wird und man sie am liebsten als Go-Go-Girl in der "Kamboscha"-Bar sähe. In einer Szene sind Originalaufnahmen vom isländischen Christopher-Street-Day eingefügt. Der knochentrockene Humor hat etwas vom finnischen Kaurismäki-Touch und hilft dem Film gut über runde 90 Minuten gelungener Dialog-Flanken auf dem Komödienspielplatz. ger.
| Darsteller: | Björn Hlynur Haraldsson | als Óttar Thór | |
|---|---|---|---|
| Helgi Björnsson | als Pétur | ||
| Arnmundur Ernst | als Magnus | ||
| Lilja Nóttthórarinsdóttir | als Gugga | ||
| Sigurdur Skúlason | als Eiríkur | ||
| Björk Jakobsdóttir | als Lára | ||
| Thorsteinn Bachmann | als Georg | ||
| Pattra Sriyanonge | als Rósa | ||
| Lilja Gudrún Jónsdóttir | als Ragnheidur | ||
| Hilmar Jonsson | als Victor Ingi | ||
| Felix Bergsson | als Dómari | ||
| Nanna Ósk Jónsdóttir | als Samsidanith | ||
| Stefán Jónsson | als Ásgrímur | ||
| Petur Einarsson | als Björgvin | ||
| Elli Jóhannesson | als Gunnar | ||
| Damon Younger | als Rósi | ||
| Erlendur Eiríksson | als Alfred | ||
| Valdimar Flygering | als Valdi | ||
| Maríus Sverrisson | als Starri | ||
| Vídir Gudmundsson | als Daníel | ||
| Regie: | Róbert I. Douglas | ||
| Drehbuch: | Jón Atli Jónasson | ||
| Róbert I. Douglas | |||
| Produzent: | Július Kemp | ||
| Ingvar Thórolarson | |||
| Koproduzent: | Mike Downey | ||
| Sam Taylor | |||
| Markus Selin | |||
| Jukka Helle | |||
| Kamera: | G. Magni Áugústson | ||
| Schnitt: | Ásta Briem | ||
| Musik: | Bardi Johannsson | ||
| Produktionsdesign: | Konrad Haller | ||
| Kostüme: | Linda Björn Arnadottir | ||
| Maske: | Arnbjörg Haflidadóttir | ||
| Ton: | Vilhjálmur Godi Fridriksson | ||
Film der Woche: Als selbstherrlicher General Aladeen stellt Sacha Baron "Borat" Cohen lustvoll New York auf den Kopf - und reitet urkomische Attacken gegen alle Tabus
Filme der Woche: Skurrile Liebeskomödie mit Ewan McGregor, 10.000 Lachsen in der Wüste - und einem Herz an der Angel
Cops der Woche: Die Kultserie als grandiose Action-Comedy mit Jonah Hill und Channing Tatum.
Komödie der Woche: Sönke Wortmanns Filmspass um eine (Alp-)Traumhochzeit – aus der Sicht des videofilmenden Kumpels