Zwischen Welten (2013)

Zwischen Welten Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Zwischen Welten: Drama um die Freundschaft eines deutschen Soldaten und seines einheimischen Übersetzers im kriegsgeschüttelten Afghanistan.

Bundeswehroffizier Jesper meldet sich erneut zum Dienst in Afghanistan. Er erhält den Auftrag, mit seiner Truppe ein kleines Dorf vor dem wachsenden Einfluss der Taliban zu schützen. Als Dolmetscher wird ihm der junge Afghane Tarik zur Seite gestellt. Mit dessen Hilfe versucht er, das Vertrauen der Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen – doch die kulturellen und sozialen Unterschiede zwischen den beiden Welten sind groß, Jesper gerät immer wieder in Konflikt mit seinem Gewissen und den Befehlen seiner Vorgesetzten.

Ein deutscher Soldat schließt bei einem Einsatz in Afghanistan Freundschaft mit seinen afghanischen Übersetzer. Feinfühliges Drama über deutsche Soldaten in Afghanistan, gedreht vor Ort unter gefährlichsten Umständen.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

  • „Besonders wertvoll”

    Alltag im Einsatzgebiet: Ein kleines afghanisches Dorf soll vor dem wachsenden Einfluss der Taliban beschützt werden. Der Bundeswehrsoldat Jesper wird mit einer kleinen Truppe an den Einsatzort geschickt. Ihnen zur Seite steht Tarik, ein junger Afghane, der als Dolmetscher für die Bundeswehr arbeitet. Doch obwohl sich Jesper und Tarik nach und nach anfreunden, so erscheinen doch die verschiedenen kulturellen Umstände und Auffassungen als unüberbrückbar. Und die Bedrohung der Taliban ist immer stärker zu spüren. Auch für Tarik und seine Schwester. Nach DIE FREMDE überzeugt auch Feo Aladags zweiter Spielfilm durch das beeindruckende Spiel der Hauptdarsteller und einem dicht erzählten Drehbuch. Ronald Zehrfeld als Soldat Jesper verkörpert ruhig und doch intensiv den Gewissenskonflikt. Regelkonformität und Menschlichkeit scheinen sich gegenseitig auszuschließen. Und doch sucht Jesper nach einem Weg, beides zu vereinbaren. Mohsin Ahmady als Tarik ist selbst in Afghanistan aufgewachsen und hat die Schrecken des Krieges am eigenen Leib erfahren. Sein Spiel ist authentisch, natürlich und öffnet den Blick in die Seele eines fremden Volkes. Klare kalte Bilder des Einsatzalltags und die konfliktgeladenen Begegnungen der Kulturen ziehen den Zuschauer immer tiefer in die Geschichte hinein, bis hin zu einem konsequent erzählten Ende, das berührt und den Betrachter zum Nachdenken anregt. Feo Aladag gelingt eine authentische Beschreibung des Alltags der Soldaten in Afghanistan. Gleichzeitig lässt sie auch Einblicke in ein Land zu, das vom Terror der Taliban immer noch bestimmt wird, und für das auch ein friedlicher Einsatz fremder Soldaten eine Bedrohung darstellt. Ein immens wichtiger und eindrucksvoller Film über die stetige Gratwanderung zwischen den Welten.

    Jurybegründung:

    Mit ZWISCHEN WELTEN ist es der Regisseurin Feo Aladag gelungen, ein schwieriges Thema mit eindrucksvollen Bildern und herausragenden Darstellern zu einem wirkungsvollen Kinoerlebnis zu machen. Die Freundschaft zwischen dem deutschen Soldaten Jesper und seinem afghanischen Übersetzer Tarik steht im Mittelpunkt dieses Kriegsdramas, das damit auch ein hochaktuelles Thema aufgreift: die Bedrohung der für den ?Feind' tätigen afghanischen Ortskräfte durch die Taliban und den kühlen, bürokratischen Umgang der deutschen Ministerien mit dem Wunsch vieler afghanischer Angestellter, nach Deutschland ausreisen zu dürfen. Das Prüfverfahren ist zermürbend, Bundeswehr, Auswärtiges Amt und Innenministerium sind beteiligt. Obwohl sein Bruder bereits bei einem Einsatz in Afghanistan ums Leben kam, meldet sich Jesper (Ronald Zehrfeld) freiwillig für ein Kommando in der Krisenregion. Seine Einheit soll einen afghanischen Warlord unterstützen, der ein Dorf gegen die Taliban verteidigt. Der afghanische Übersetzer Tarik (Mohsin Ahmady) wird wegen seiner Arbeit für die Deutschen von den Fundamentalisten mit dem Tod bedroht: Seine Schwester muss um ihr Leben fürchten! Dadurch wird Jesper immer wieder, im Rahmen seines Einsatzes, vor schwierige Fragen und Entscheidungen gestellt: Darf man eine todgeweihte Kuh erlösen? Muss man bei Finsternis und unter Beschuss eine Leiche bergen, damit sie rechtzeitig bestattet werden kann? Soll man das Leben einer Zivilistin retten, obwohl dabei die Truppe in Gefahr geraten wird? Der Film zeigt in solchen Momenten eindrucksvoll den Spagat zwischen Befehl und Entscheidung auf. Auch wenn Jesper und Tarik sehr unterschiedlich sind, teilen sie doch, das gleiche Schicksal: Sie sind einer wenig greifbaren Welt weitestgehend schutzlos ausgeliefert; einer Welt, in der man nicht leicht zwischen richtig und falsch, zwischen Wahrheit und Lüge und zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und dennoch immer wieder zu schnellem, folgeschwerem Handeln gezwungen wird. Im Krieg gibt es keine Musterlösungen. Nur die Verantwortung vor dem eigenen Gewissen zählt! Gedreht an Originalschauplätzen in Kunduz und Mazar-i-Sharif gelingt es Feo Aladag, die sich bereits mit ihrem Debütfilm DIE FREMDE einem politischen brisanten Thema sehr erfolgreich angenommen hatte, dem Zuschauer die komplexe Lage in dem Krisengebiet spannend und bewegend nahe zu bringen. ZWISCHEN WELTEN ist ein konsequent erzähltes authentisches Drama voller Zwischentöne, beeindruckend verkörpert von den Schauspielern in Haupt- und Nebenrollen. Kamerafrau Judith Kaufmann (VIER MINUTEN) hat für die Geschichte starke und klare Bilder gefunden, die zusätzlich noch von der Musik von Jan A.P. Kaczmarek eindrucksvoll unterstrichen werden. Dass dem Film jahrelange Recherchearbeiten vorausgingen ist deutlich spürbar. Eine weitere Qualität dieses bemerkenswerten und wichtigen Films.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • In Feo Aladags (“Die Fremde”) authentischem Kriegsdrama scheitert ein empathischer ISAF-Offizier in Afghanistan tragisch an der Militärbürokratie.

    Nach mehreren US-Produktionen, etwa Robert Redfords “Von Löwen und Lämmern”, hat die gebürtige Wienerin Feo Aladag mit “Zwischen Welten” den ersten deutschen Kinofilm zum ewig schwelenden Konfliktherd Afghanistan inszeniert. Dabei interessiert sich die Deutscher-Filmpreis-Gewinnerin weniger für den Kriegsfilmaspekt, sondern für die Männer, die dort Dienst tun – und wie diese an Land und Leuten scheitern.

    Aladags Held ist ein empathischer Bundeswehroffizier namens Jesper – authentisch verkörpert von Ronald Zehrfeld -, der sich, von Schuldgefühlen geplagt, zu einem zweiten Einsatz ins Krisengebiet meldet. Mit seiner Einheit soll er ein Dorf vor dem wachsenden Einfluss der Taliban schützen. Als Dolmetscher wird ihm der junge Afghane Tarik – er möchte mit Schwester Nala nach Deutschland auswandern – zur Seite gestellt. Mit Hilfe des jungen Mannes versucht er, das Vertrauen der skeptischen Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen.

    Nicht vereinen lassen sich Militärbürokratie und Kriegsalltag in diesem nuancierten, sorgsam recherchierten Film, in dem Wertewelten mit Wucht aufeinanderprallen. Mit deutscher Gründlichkeit wird versucht, Ordnung in vermeintliches Chaos zu bringen. Tarik, den der Laie Mohamad Mohsen, perfekt zum Leben erweckt, übersetzt nie wörtlich, was Jesper ihm vorgibt, der Anstand Älteren gegenüber verbietet ihm das ebenso wie sein Wissen um tradierte Gesprächsführung. Jesper wiederum dringt mit seinen Hilfsvorschlägen bei seinem Vorgesetzten – stark als Kommisskopf: Burghart Klaußner -nicht durch, weil diese laut Dienstvorschrift nicht zulässig sind.

    Ein Dilemma, das zu unnötigen Todesfällen führt und Fragen von Nähe und Fremdheit, Vertrauen und Versagen aufwirft. Terror und Kampf bleiben weitgehend außen vor – wirken dann aber umso heftiger, wenn die Gewalt in sorgsam aufgebauten und inszenierten Actionmomenten explodiert. Aladag, zusammen mit Kamerafrau Judith Kaufmann auch Autorin, interessiert sich zudem für den schwierigen afghanischen Alltag, besonders den der Frauen, den sie an Hand der Studentin Nala (Saida) beschreibt. Die Wichtigkeit von Bildung wird immer wieder betont, zum gegenseitigen Verständnis aufgerufen, das Problem der patriarchalischen Strukturen herausgearbeitet und auf das fehlende Wissen um afghanische Traditionen und Gepflogenheiten hingewiesen.

    Stark lebt das an Originalschauplätzen in Afghanistan realisierte Drama von der sorgfältigen Bildgestaltung, die Schönheit, Grauen und Angst gleichermaßen einfängt, zur Authentizität trägt zudem das stimmige Produktionsdesign von Silke Buhr (“Kokowääh”) bei. Streckenweise vielleicht etwas zu didaktisches und ausgewogenes, auf alle Fälle aber packendes, kluges und differenziertes Kino. geh.

Darsteller und Crew

News und Stories

Kommentare