Zwei Leben (2012)

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Filmhandlung und Hintergrund

Zwei Leben: Eindringliches Drama über eine Frau, die als Kind von Nazis verschleppt wurde, später für die Stasi arbeitete und schließlich von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.

Katrine, Tochter einer Norwegerin und eines deutschen Soldaten, wuchs in einem Nazi-Kinderheim auf und dann in der DDR, floh zu ihrer leiblichen Mutter und fand im hohen Norden Glück in Ehe und Familie. Als ein junger deutscher Anwalt Betroffene sucht, um Klage auf Wiedergutmachung vor Gericht einzureichen, soll sie als Zeugin aussagen. Sie versucht, mit Lügen ihre Stasi-Vergangenheit zu vertuschen und ihre gestohlene Identität zu schützen, verstrickt sich in ein Netz von Widersprüchen und steht am Ende vor den Scherben ihrer falschen Existenz.

Eine Frau, als Kind von den Nazis verschleppt und später für die Stasi arbeitend, wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Eindringliches, fein gesponnenes Drama mit den Schauspielgigantinnen Juliane Köhler und Liv Ullmann.

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Kritikerrezensionen

  • Juliane Köhler spielt in großer Intensität eine Frau, deren familiäres Glück zerbricht, als die Stasi-Vergangenheit sie einholt.

    Ein fast vergessenes Kapitel greift Georg Maas in seinem zweiten Kinospielfilm auf, das Schicksal von Kindern deutscher Soldaten und norwegischen Frauen während der deutschen Besatzung Norwegens von 1940 bis 1945. Von den Nazis wurden Hunderte dieser Kinder nach Deutschland verschleppt und größtenteils in Kinderheimen des “Lebensborn”-Vereins der SS untergebracht auf dem Gebiet der späteren DDR. Vielen wurde ihre Biografie geraubt, um sie als Stasi-Agenten im Westen einzusetzen.

    Vor diesem Hintergrund spielt das Drama “Zwei Leben”. Eine der Verschleppten ist Katrine, die mit ihrer Familie in einem beschaulichen norwegischen Küstendorf lebt. Als nach dem Fall der Mauer ein junger deutscher Anwalt Betroffene sucht, um eine Klage auf Wiedergutmachung bei Gericht einzureichen, soll sie als Zeugin aussagen. Das Glück der Frau gerät in Gefahr, sie versucht mit Lügen die Stasi-Vergangenheit zu vertuschen und ihre gestohlene Identität zu schützen. Immer mehr verstrickt sie sich in ein Netz von Widersprüchen und steht am Ende vor den Scherben ihrer falschen Existenz.

    Juliane Köhler verkörpert den komplexen Charakter der Frau mit den zwei Gesichtern, die als Spionin kam und die große Liebe fand, zwischen Schuld und Unschuld, Gut und Böse. An ihrer Seite Liv Ullmann in der Rolle der norwegischen “Mutter”. Zwei schauspielerische Schwergewichte, denen man stundenlang zuschauen möchte. Auch wenn der Rückblick auf den Kalten Krieg und die Spionageaktivitäten anfänglich irritieren, folgt man gespannt der Handlung mit immer neuen Wendungen, bis sich ein erschreckendes Gesamtbild ergibt. Sehr frei nach dem Roman “Eiszeiten” von Hannelore Hippe – es wird quasi dieselbe Geschichte erzählt nur mit anderen Figuren und aus einer anderen Perspektive – gelingt Maas basierend auf weitreichenden Recherchen ein sehr authentisches und psychologisch fein gesponnenes Familiendrama, in dem unter der hellen Sonne Norwegens und in Kontrast zur friedlichen Landschaft dunkle menschliche Abgründe aufbrechen. Die Betrachtung eines beschädigten Menschen beim Nachspüren seiner tiefen Einsamkeit und die diesen Film grundierende Trauer schmerzen. mk.

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