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Zwei Leben (2012)

Zwei Leben Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
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Filmhandlung und Hintergrund

Zwei Leben: Eindringliches Drama über eine Frau, die als Kind von Nazis verschleppt wurde, später für die Stasi arbeitete und schließlich von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.

Katrine, Tochter einer Norwegerin und eines deutschen Soldaten, wuchs in einem Nazi-Kinderheim auf und dann in der DDR, floh zu ihrer leiblichen Mutter und fand im hohen Norden Glück in Ehe und Familie. Als ein junger deutscher Anwalt Betroffene sucht, um Klage auf Wiedergutmachung vor Gericht einzureichen, soll sie als Zeugin aussagen. Sie versucht, mit Lügen ihre Stasi-Vergangenheit zu vertuschen und ihre gestohlene Identität zu schützen, verstrickt sich in ein Netz von Widersprüchen und steht am Ende vor den Scherben ihrer falschen Existenz.

Eine Frau, als Kind von den Nazis verschleppt und später für die Stasi arbeitend, wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Eindringliches, fein gesponnenes Drama mit den Schauspielgigantinnen Juliane Köhler und Liv Ullmann.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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    Kurztext

    Katrine lebt ein glückliches Leben. Sie ist mit dem Mann ihrer Träume verheiratet und liebt ihre Familie über alles. Doch mit dem Fall der Mauer und der politischen Neuordnung Europas wird Katrine von ihrer Vergangenheit eingeholt: Als Tochter einer Norwegerin und eines deutschen Soldaten wurde sie als Kind von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Dort wuchs sie in einem Kinderheim auf. Mit Mitte 20 floh Katrine aus der DDR nach Norwegen, um ihre leibliche Mutter zu finden. Der junge deutsche Anwalt Sven Solbach will das schwerwiegende Verbrechen des Nazi-Regimes vor Gericht bringen und braucht dafür die Aussagen von Katrine und ihrer Mutter. Doch je mehr Katrine von ihrer Vergangenheit preisgibt, umso tiefer verstrickt sie sich in ein Netz aus Widersprüchen und Lügen. Noch ahnt niemand, dass Katrine ein folgenreiches Geheimnis hütet. Wer ist sie wirklich? Von einem dunklen Kapitel der deutsch-norwegischen Geschichte erzählt der Film von Georg Maas. Das Schicksal von Katrine steht dabei für alle Lebensborn-Kinder und die Grausamkeiten, die das Naziregime in Europa mit ihrem Wahn, die "arische Rasse" fortzuführen, anrichtete. Juliane Köhler spielt einfühlsam und intensiv eine Frau, deren Leben auf einer Lüge basiert und mit der man trotz ihrer ambivalenten Charakterzeichnung mitfühlt. Liv Ullmann verkörpert als ihre Mutter den Kampf einer verzweifelten Frau um Gerechtigkeit und die Liebe ihrer Tochter. In jeder Minute spürt der Zuschauer den klugen Aufbau des Drehbuchs und die aufwendige Recherche im Hintergrund. Die Handlung entwickelt sich in leiser und doch immer stärker werdender Spannung bis hin zu überraschenden und erschütternden Wendungen, welche die Figuren in ein neues Licht tauchen. Die musikalische Untermalung und eine hervorragende Montage sorgen für eine Atmosphäre der berühmten Ruhe vor dem Sturm. Ein kluges und spannend erzähltes Drama und ein wichtiges Plädoyer für die Aufarbeitung der Geschichte.

    Gutachten

    Regisseur und Drehbuchautor Georg Maas führt uns mit seinem Film in ein bisher unbekanntes tragisches Kapitel deutscher Geschichte. Noch vor Ende des zweiten Weltkrieges verschleppte die SS deutsch-norwegische Besatzungskinder in so genannte "Lebensborn"-Heime in Deutschland. Viele der Kinder haben ihre deutschen Väter und norwegischen Mütter nie kennen gelernt. In den Heimen auf dem Gebiet der DDR wurde ihnen die Ausreise nach Norwegen verweigert und die STASI nutzte die Möglichkeiten, Spione einzusetzen.
    ZWEI LEBEN schildert das Schicksal von Katrine, die jahrzehntelang ein scheinbar glückliches Familienleben in Norwegen führte. So lange, bis klar wird, dass ihr Leben auf einer großen Lüge beruht. Der Verlust von Liebe, Familie und Leben hat nahezu das klassische Format griechischer Tragödien. Ein unmenschliches Spiel um Kontrolle und zwischen Lüge und Wahrheit.
    Ein hervorragendes Drehbuch mit besten Dialogen nach einer Romanvorlage war die Grundlage für einen außergewöhnlich klug und unaufdringlich inszenierten Film, der seine Spannung mit nie erwarteten Wendungen bis zum Ende ständig zu steigern vermag. Dies auch durch die sehr gute Besetzung unter sicherer Führung, wobei vor allem Juliane Köhler und Liv Ullmann brillieren können. Ein großes Lob gilt der Leistung der Kamera mit besonders schönen Landschaftspanoramen, guten Nahaufnahmen vor allem im Innern des alten Norwegerhauses am Meer und auch den verfremdeten Bildern der zweiten Erzählebene. Dieses Lob verdient auch die musikalische Untermalung, die Ausstattung und die präzise Montage in der Verbindung der beiden Erzählebenen.
    Insgesamt im deutschen Filmschaffen ein großer und aus der filmischen Masse herausragender Film, der auch auf dem internationalen Markt Anerkennung verdient.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Juliane Köhler spielt in großer Intensität eine Frau, deren familiäres Glück zerbricht, als die Stasi-Vergangenheit sie einholt.

    Ein fast vergessenes Kapitel greift Georg Maas in seinem zweiten Kinospielfilm auf, das Schicksal von Kindern deutscher Soldaten und norwegischen Frauen während der deutschen Besatzung Norwegens von 1940 bis 1945. Von den Nazis wurden Hunderte dieser Kinder nach Deutschland verschleppt und größtenteils in Kinderheimen des “Lebensborn”-Vereins der SS untergebracht auf dem Gebiet der späteren DDR. Vielen wurde ihre Biografie geraubt, um sie als Stasi-Agenten im Westen einzusetzen.

    Vor diesem Hintergrund spielt das Drama “Zwei Leben”. Eine der Verschleppten ist Katrine, die mit ihrer Familie in einem beschaulichen norwegischen Küstendorf lebt. Als nach dem Fall der Mauer ein junger deutscher Anwalt Betroffene sucht, um eine Klage auf Wiedergutmachung bei Gericht einzureichen, soll sie als Zeugin aussagen. Das Glück der Frau gerät in Gefahr, sie versucht mit Lügen die Stasi-Vergangenheit zu vertuschen und ihre gestohlene Identität zu schützen. Immer mehr verstrickt sie sich in ein Netz von Widersprüchen und steht am Ende vor den Scherben ihrer falschen Existenz.

    Juliane Köhler verkörpert den komplexen Charakter der Frau mit den zwei Gesichtern, die als Spionin kam und die große Liebe fand, zwischen Schuld und Unschuld, Gut und Böse. An ihrer Seite Liv Ullmann in der Rolle der norwegischen “Mutter”. Zwei schauspielerische Schwergewichte, denen man stundenlang zuschauen möchte. Auch wenn der Rückblick auf den Kalten Krieg und die Spionageaktivitäten anfänglich irritieren, folgt man gespannt der Handlung mit immer neuen Wendungen, bis sich ein erschreckendes Gesamtbild ergibt. Sehr frei nach dem Roman “Eiszeiten” von Hannelore Hippe – es wird quasi dieselbe Geschichte erzählt nur mit anderen Figuren und aus einer anderen Perspektive – gelingt Maas basierend auf weitreichenden Recherchen ein sehr authentisches und psychologisch fein gesponnenes Familiendrama, in dem unter der hellen Sonne Norwegens und in Kontrast zur friedlichen Landschaft dunkle menschliche Abgründe aufbrechen. Die Betrachtung eines beschädigten Menschen beim Nachspüren seiner tiefen Einsamkeit und die diesen Film grundierende Trauer schmerzen. mk.

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