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Zurück im Sommer (2008) Film merken

Originaltitel: Fireflies in the Garden
Zurück im Sommer Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Zurück im Sommer: Der Mythos des perfekten Heims wird in Dennis Lees Familiendrama mit entspanntem Profi-Ensemble dezent auf die Probe gestellt.

Der erfolgreiche Schriftsteller Michael Waechter (Ryan Reynolds) ist tief getroffen: Seine geliebte Mutter Lisa (Julia Roberts) ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Schweren Herzens reist er zum Begräbnis in den Heimatort zurück, wo er seine Schwester Jane (Emily Watson) trifft und sich mit seinem verhassten Vater Charles (Willem Dafoe) herumschlagen muss. Familienkonflikte brechen auf, während Michael seine Kindheit Revue passieren lässt.

Ein hochkarätiges Starensemble lässt beim Familientreff ganz im Sinne von Thomas Vinterberg (“Das Fest”) die Fetzen fliegen, was zu einem dennoch recht dezenten Verwandtschaftsdrama gereicht. Kurzfilm-Oscar-Preisträger Dennis Lee ließ persönliche Erfahrungen in sein Debüt fließen.

Michael Taylor kommt zum Begräbnis seiner bei einem Autounfall ums Leben gekommenen geliebten Mutter in den Heimatort zurück und wird dort mit dem verhassten Vater konfrontiert. Er erinnert sich an einen prägenden Sommer in seiner Kindheit und muss sich zwischen Rache und Versöhnung entscheiden. Zur Trauerfeier kommen auch andere Verwandte und seine Ex-Frau.

Michael Taylor kommt zum Begräbnis seiner bei einem Autounfall ums Leben gekommenen geliebten Mutter in den Heimatort zurück und wird dort mit dem verhassten Vater konfrontiert. Er erinnert sich an einen prägenden Sommer in seiner Kindheit und muss sich zwischen Rache und Versöhnung entscheiden. Zur Trauerfeier kommen auch andere Verwandte und seine Ex-Frau, sodass sich das Treffen für Michael als Wendepunkt in einem bislang nicht allzu erfüllten Leben erweist und er zu weitreichenden Entscheidungen gedrängt wird.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die deutsche Senator-Film hat sich nach Amerika gewagt, um einen Independentfilm zu produzieren, einen Film, der typischerweise die üblichen Themen von Familienkonflikt, Bewältigung der eigenen Vergangenheit, von Generationenkampf und der Notwendigkeit von persönlicher Reife ausspielt. Dies freilich auf in Details durchaus einfallsreiche, über weite Strecken kurzweilige Art – und mit Stars, die ihre Präsenz, ihr Können vollendet einbringen.

    Julia Roberts zum Beispiel, die die Mutter spielt – und gleich zu Anfang umkommt. Die aber nicht nur in Rückblenden gegenwärtig ist, in der zweiten, vergangenen Zeitebene des Films, sondern auch in den Herzen und Köpfen der Filmfiguren, die sich trauernd versammeln. Oder Willem Dafoe, der seine ganze Fiesheit in die Rolle des despotischen Vaters legt, der unbedingten Gehorsam einfordert, der drei engbeschriebene Seiten mit Regeln des familiären Zusammenlebens festgelegt hat und gebieterisch auf ihre unbedingte Einhaltung dringt – und der selbst mit dem eigenen Charakter hadert, der aber nicht aus seiner Haut kann.

    Das ist der Hauptkonflikt: Vater Charlie und Sohn Michael, der in der Kindheit so oft verletzt wurde vom sadistisch-autoritären Vater; und durch den Unfall der Mutter bei der Anreise zu einer Familienfeier werden auch die Streitpunkte wie die alten Bündnisse mit den anderen der Familie, mit Michaels Schwester, mit der um weniges älteren Tante neu hervorgerufen. Mit all diesen Beziehungsfragen geht der Film klug um, übertreibt kaum, überzeichnet wenig, erklärt auch nicht zuviel. Vielleicht hängt das daran, dass er auf Autobiographischem des Autor/Regisseurs Dennis Lee beruht, der klugerweise dieses Motiv in den Film selbst mit aufgenommen hat, indem er Michael als Schriftsteller kurz vor der Veröffentlichung eines kaum fiktionalisierten Schlüsselromans über seine Kindheit stehen lässt (was wiederum erneut für Konfliktstoff sorgt…)

    Freilich: ein paar holpernde Schlaglöcher gibt es; und speziell am Ende, in den letzten 15, 20 Minuten löst sich alles überraschend schnell in relatives Wohlgefallen auf – die Geschichte der Kindheit wird gar überhaupt nicht mehr weitererzählt, versandet irgendwo in einer allgemeinen Versöhnungsseligkeit. Der Verdacht bleibt, dass der Film, der bei der Berlinale mit 120 Minuten angekündigt war und dann nur 100 Minuten lief, in letzter Minute um 20 Minuten gekürzt wurde – vielleicht wurde auch bei der Projektion ein Akt vergessen abzuspielen? Abgesehen von dem konventionellen, viel zu schnell und aus heiterem Himmel einsetzenden Happy End, auch von dem wenig originellen Milieu und Thema des Films der zerrütteten Familie ist doch das Spiel mit den Figuren, mit ihren Wurzeln in der Kindheit, die in der Gegenwart Triebe zeigen, auch mit symbolisch aufgeladenen Gegenständen – Michaels Brille, der Baseballschläger, die Tischdecke, die die Mutter selbst genäht hat, die titelgebenden Glühwürmchen und die Spülhandschuhe – zumindest in den ersten drei Vierteln des Films elegant ausgeführt, mit Sensibilität und überraschendem, oft humorvollen Einfühlungsvermögen in alle Figuren. Kaum zu glauben, dass Dennis Lee hier nicht – wie er ausdrücklich betont –ein Vater-Trauma verarbeitet.

    Fazit: Ein Film über eine zerrüttete Familie und einen Vater-Sohn-Konflikt, die beim Tod der Mutter vor neue Herausforderungen gestellt werden. Einige Holprigkeiten und ein zu schnell einsetzendes Happy End werden von der liebevollen Inszenierung aufgewogen.
  • Der Mythos des perfekten Heims wird in Dennis Lees Familiendrama mit entspanntem Profi-Ensemble dezent auf die Probe gestellt.

    Zu einem Dauerthema des amerikanischen Kinos gehört der Topos des nach Jahren heim kehrenden Schriftstellers, der in der Begegnung mit der Vergangenheit gezwungen ist, Konflikte anzugehen und Trauerarbeit zu leisten. Im Fall von Michael Taylor (Ryan Reynolds, “Vielleicht, vielleicht auch nicht”), zum Begräbnis seiner bei einem Autounfall ums Leben gekommenen geliebten Mutter (Julia Roberts mit Mut zu altem Faltengesicht) mit dem verhassten Vater (Willem Dafoe als souveräner Tyrann) konfrontiert, bringt die Erinnerung an einen entscheidenden Sommer seiner Kindheit den Zwang: Crash mit Verlusten oder Versöhnung mit Aussicht.

    Regiedebütant Dennis Lee schrieb das Drehbuch nach eigenen Erfahrungen und konnte außer Roberts und Dafoe für entscheidende Nebenrollen Emily Watson als Michaels verführerische Tante Jane, die in sich ruhende Carrie-Anne Moss als Michaels geschiedene schwangere Ehefrau und Ioan Gruffudd (“Fantastic Four”) als Roberts’ heimlichen Geliebten gewinnen. Das Hauptgewicht liegt auf Reynolds, der mit sanfter Beharrlichkeit, Ironie und Understatement als Sohn mit verspätetem Rebellentum Star-Qualitäten beweist und sich mit Klugheit, dosierter Rache (urkomisch sein Spontan-Sex mit Moss über der Trauergemeinde) und Einsicht gegen die alten Hasen durchsetzt.

    Der Titel ist dem gleichnamigen Gedicht von Robert Frost entnommen und dient in einer Szene als Auslöser für eine der Foltern, mit denen der Vater den Sohn traktiert, weil der ihn enttäuscht. Die Glühwürmchen tauchen als “verspielte Wettpartie” der Kinder auf, die mit Tennisschlägern die Leuchttierchen zum Platzen bringen. Die beiden Zeitebenen des Films gehen fließend ineinander über, so wie der Mythos des perfekten Heims in der ersten US-Produktion von Senator Entertainment zwar nicht demontiert, aber als gefälliges Unterhaltungsangebot dezent auf die Probe gestellt wird. ger.

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