Zulu (2013)

Zulu Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Zulu: "Herr der Ringe"-Star Orlando Bloom und Oscar-Gewinner Forest Whitaker spüren in Kapstadts Townships dem Tod einer jungen Frau nach. Brillianter Thriller im "Pulp Fiction"-Stil.

Bei den Ermittlungen zum Tod einer jungen Frau, Tochter aus weißem, einflussreichen Haus in Kapstadt, treffen die sehr unterschiedlichen Cops Ali Sokhela, schwarz, umsichtig und mit einem Kindheitstrauma geschlagen, und Brian Epkeen, weiß, impulsiv und alkoholkrank, aufeinander. Sie vermuten den Täter im Drogenmilieu und in der Bandenkriminalität. Die Spur führt sie in eine andere Richtung. Der Fall scheint mit einer Reihe verschwundener Kinder aus den Townships zusammenzuhängen. Für ihre Hartnäckigkeit werden sie einen hohen Preis bezahlen.

Zwei ungleiche Cops werden in Südafrika bei Ermittlungen mitten in die Townships geführt. In Südafrika angesiedelter Krimi, der düster und hart von einem ungleichen Ermittlergespann erzählt.

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Kritikerrezensionen

  • Mit "Zulu" legte Thrillerspezialist Jérôme Salle eine packende Romanverfilmung vor, wobei er und sein langjähriger Co-Autor Julien Rappeneau geschickt Action und Sozialkritik verbinden. Nach dem schwächeren "Largo Winch 2 – Die Burma-Verschwörung" knüpft Salle wieder an die Qualitäten seiner Hitchcock-Hommage "Fluchtpunkt Nizza" und "Largo Winch 1" an. Mitunter merkt man dem Südafrika-Krimi "Zulu" an, dass Autor Caryl Férey die Charaktere und Zusammenhänge in seinem umfangreichen Werk etwas komplexer anlegte. Doch Salle und Rappeneau lösten das Problem der notwendigen Verknappung und konzentrierten sich bewusst auf die wichtigsten Figuren und sozialkritischen Elemente.

    Schon der kurze Prolog weist auf den früheren Rassismus und die Gewalt in den Townships hin. Kurze Rückblenden enthüllen, dass der Protagonist Ali Sokhela und seine Mutter den albtraumhaften, tief sitzenden Schatten der Vergangenheit nicht entkommen können. Bis in die Gegenwart hinein reicht die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerungsschicht, zumal unbelehrbare Rassisten weiterhin im Untergrund die Fäden ziehen. Man ahnt bald, dass die drastischen, schonungslosen Gewaltdarstellungen keineswegs übertrieben sind, sondern ein Stück des südafrikanischen Alltags darstellen.

    Somit verbinden sich Fiktion und Fakten in dem rasant entwickelten Verschwörungsthriller, der mit einem Mord im kriminellen Milieu als scheinbare Routineuntersuchung beginnt, um nachträglich immer tiefere Verstrickungen von organisiertem Verbrechen, Korruption und Vertuschung zu offenbaren. Neben einigen unglaubwürdigen Zufällen liegt das Hauptproblem des versierten Actiondramas in manchen Stereotypen. Besonders der jüngere, unzuverlässige Cop Brian Epkeen, der sich morgens Schnaps in seinen Kaffee schüttet, von seiner verärgerten Ehefrau sowie dem Teenager-Sohn getrennt lebt und seine wechselnden Bettbekanntschaften kaum auseinanderhalten kann, erscheint als arges Klischee. Glücklicherweise lässt die streckenweise mit Handkamera dynamisch vorangetriebene Inszenierung dieses Manko rasch vergessen.

    Es liegt allerdings auch an dem glaubwürdigen Orlando Bloom, der sich mit dieser "ernsthaften" Rolle von seinem "Herr der Ringe"-Image zu lösen versteht. Dass er selbst auf afrikanische Wurzeln zurück blicken kann, mag dabei geholfen haben. Neben Denis Roudens Breitwandbilder im Wechsel aus Kapstadts tagesheller Schönheit und der schonungslosen Gewalt im nächtlichen Dunkel gelang Alexandra Desplat einen eingängigen Thriller-Score. Wer die Gelegenheit hat, "Zulu" im untertitelten Original zu sehen, sollte dies nutzen, denn das Sprachgemisch aus Englisch, Afrikanisch und holländischen Akzenten spiegelt zugleich das Aufeinanderprallen und den Konflikt der unterschiedlichen Kulturen wieder.

    Fazit: Mit "Zulu" glückte eine fesselnde Mischung aus Polizei-, Polit- und Actionthriller, der durch seine packende Inszenierung und deutliche Kritik am Apartheitsregime einige Klischees der Story vergessen lässt.
  • Mit einem kompetent realisierten Genrestück in Hochglanzoptik engagiert sich Studio Hamburg Enterprises erstmals als Kinoverleih.

    Nach dem Mandela-Biopic “Long Walk to Freedom”, der Anfang 2014 in den Kinos lief, ist auch Jerome Salles Film in Südafrika angesiedelt, entpuppt sich aber als waschechter Thriller basierend auf einer prämierten Buchvorlage. Mag das Setting und die Rückblende zu Anfang, in dem schwarze Bewohner eines Townships von weißen Cops mit Bluthunden drangsaliert werden, erst ein Polit- bzw. Sozialdrama suggerieren, wird bald klar, dass es sich eher um eine Pulp Fiction, einen Hardboiled Krimi handelt, bei dem es blutig zur Sache geht und nach Genreregeln gespielt wird.

    Bei den Ermittlungen zum Tod einer jungen Frau, Tochter aus weißem, einflussreichen Haus in Kapstadt, treffen die unterschiedlichen Cops Ali Sokhela, schwarz, umsichtig und mit einem Kindheitstrauma geschlagen, und Brian Epkeen, weiß, impulsiv und alkoholkrank, aufeinander. Sie vermuten den Täter im Drogenmilieu. Die Spur zwischen den sozialen, auch optisch herausgearbeiteten Gegensätzen – düsterer Wellblechhüttenkaschemme und traumhafter Nobelstrand – führt sie in eine andere Richtung. Der Fall scheint mit einer Reihe verschwundener Kinder aus den Townships zusammenzuhängen.

    Die Story mag sich dem Genre entsprechend nicht immer im Rahmen der Plausibilität bewegen, die Figuren nicht psychologisch ausgereift sein, aber in dem in Südafrika gedrehten und französisch produzierten, düsteren Krimi beweist Jerome Salle erneut, dass er ein Händchen für Genrekino für ein internationales Publikum hat. Auch wenn “Zulu” die flüssige Eleganz seiner “Largo Winch“-Filme fehlt, bietet er mit dem Oscar-prämierten Charakter-Mimen Forest Whitaker und “Herr der Ringe”-Star Orlando Bloom eine prominentere Besetzung als Anreiz. hai.

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