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Zaïna, Königin der Pferde (2005)

Originaltitel: Zaïna, cavalière de l'Atlas
Zaïna, Königin der Pferde Poster
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    Breit müssen bei den besten Pferden drei Dinge sein (Stirn, Bug, Nüstern) und bei einem guten Film die Leinwand. Der farbenfrohe, überragend geschnittene und fotografierte Scope-Film vermag mehr als nur die Spezial-Zielgruppe pferdevernarrter Mädchen zu erreichen. Jenseits von Folklore-Kitsch und Klischees wird hier eine archaische Geschichte erzählt, modern im Behauptungswillen der weiblichen Hauptfigur, souverän und schnörkellos in den filmischen Mitteln, geradezu vorbildlich im Einsatz der Filmmusik.

    Wie in einem Märchen aus 1001 Nacht wird hier der Wandel in einer streng patriarchalischen Gesellschaft als Kinderfilm erzählt. Das Mädchen Zaina lehnt sich gegen die verkrusteten Strukturen ihres Dorfes tief in Marokkos Landesinneren auf. Die Liebe zu ihrem Pferd und die allmählich aufkeimende Zuneigung zu ihrem leiblichen Vater, der einst sie und ihre Mutter verstoßen hat, geben ihr die Kraft zur Opposition gegen eine Gesellschaft, in der Kinder und Frauen eher als Gegenstände, denn als Menschen betrachtet werden.

    "Zaina" ist ein imposanter Film vor dem Hintergrund der traumhaften Landschaften des Atlasgebirges und marokkanischer Wüsten, gefilmt in prächtigem Cinema-Scope, stimmungsvoll und sensibel unterlegt mit zeitgenössischer marokkanischer Musik und stimmiger Folklore. All das bietet viel für Augen und Ohren.

    Die anrührende Geschichte vom Mädchen Zaina, die gegen alle Widerstände zum Pferderennen der Touareg in Marrakesch (wie einst ihre Mutter) will, ergreift schnell Besitz von Herz und Seele des Zuschauers. Im erbitterten Tauziehen zwischen dem leiblichen Vater Mustapha und Omar, dem örtlichen Geld-Adeligen, der den Tod der Mutter verschuldete, muss Zaina dem ungewissen Ausgang der Auseinandersetzungen alles riskieren. Der Film hat viele ergreifende Momente, die das Kino-Publikum bis ins dramatische Finale mitfiebern lassen.

    Die streng archaisch anmutende Geschichte wird flüssig, unprätentiös und schnörkellos erzählt, ist mit glaubwürdigen Schauspielern gut und authentisch wirkend besetzt und verzichtet auf den ansonsten Genre üblichen Kitsch. Erfreulicherweise ohne die Stereotypen von Wüstenfilmen, wirkt der wahrhaftige Film sehr authentisch und keineswegs naiv erzählt. So erfährt der Betrachter viel über Land und Leute und deren Mentalität, ohne dass die Geschichte folkloristisch wirkt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Der Film von Regisseur und Drehbuchautor Bourlem Guerdjou entführt die Zuschauer direkt in eine archaische Märchenwelt wie aus 1001 Nacht. Stolze arabische Männer tauschen lange, vielsagende Blicke, liefern sich Säbelduelle auf Leben und Tod, wirbeln im wilden Ritt auf Vollblutpferden in der steinigen Wüste des Atlas Staub auf. Und das Mädchen Zaina ist über lange Strecken zu stummem, wenn auch glutvollem Zorn verdammt.

    Der in Frankreich geborene Regisseur wollte die Initiationsreise durch den Atlas als orientalisches Märchenabenteuer inszenieren, das auch Elemente eines Westerns verwendet. Die steinige Landschaft soll die Figuren auf der Suche nach ihren Wurzeln metaphorisch spiegeln. Guerdjou drehte die grandiosen Bergaufnahmen im Breitwandformat. Wehmütiger arabischer Gesang begleitet die Gruppe, die im Geröll immer wieder zu Fuß gehen und die Pferde hinter sich führen muss.

    Der stolze Mustapha und seine nicht minder stolze Tochter haben auf der Reise eine sehr konfliktreiche Annäherung zu bewältigen. Dabei entdeckt Mustapha, dass er seine Tochter beschützen und, anders als damals mit der Mutter, dem Druck seines Stammes nicht nachgeben will. Der Pferdeliebhaber Mustapha hat ein besonders schönes Vollblut dabei, dass nur auf ihn hört. Auch Zaina liebt das Pferd, und ihr Vater lehrt sie, darauf zu reiten.

    Mädchen, die Pferde lieben, werden ihre helle Freude daran haben, in diesem Film erwachsene Männer zu sehen, die ihre Pferde küssen, und wie sich die allgemeine Verehrung für diese Tiere in virtuosen Reitszenen fortsetzt. Es ist auch interessant, weil ungewohnt, Zaina und den Männern bei ihrem oft stummen, bedeutungsschweren Blicke-Dialog zuzuschauen. Da hat man den Eindruck, mittendrin in der arabischen Nomadenwelt Nordafrikas zu sein.

    Doch dem Regisseur geht es ja nicht um Realität oder Gegenwart. Zaina wird zur Heldin hochstilisiert. Mal gibt sie feuerschwenkend eine Einlage als Rächerin aus der Sage. Dann muss sie gar das vollenden, was ihrer Mutter verwehrt blieb: Das Rennen von Marrakesch unter dem Jubel des Publikums zu bestreiten. Während die Männer empört sind, als Zaina ihre Kopfbedeckung verliert und ihr langes Haar sie als Mädchen ausweist, fangen die Frauen allmählich an zu klatschen und sie anzufeuern. Nun ja, möglicherweise werden solche Szenarien irgendwann realistisch.

    Fazit: Die Abenteuer eines Mädchens in der wilden Männerwelt des Atlasgebirges: Glutäugige Sage für junge Pferdeliebhaber.

Darsteller und Crew

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