Yossi & Jagger (2002)

Yossi & Jagger Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Yossi & Jagger: Eine Liebesgeschichte innerhalb der israelischen Armee: Zwei Offiziere versuchen, ihre Affäre geheim zu halten.

An der Grenze zum Libanon versieht ein Platoon israelischer Soldaten seinen Dienst und versucht sich die Monotonie und die Furcht vor drohenden Terroranschlägen mit allerlei Unsinn zu vertreiben. Kaum einer ahnt, dass Yossi (Ohad Knoller), der wortkarge taffe Kommandant, ein Verhältnis mit einem männlichen Rekruten hat, den alle aufgrund seines Charismas und Looks nur Jagger (Yehuda Levi) nennen. So reagiert der junge Ofir (Assi Cohen) äußerst eifersüchtig, als seine Freundin Yaeli (Aya Steinovitz)Gefallen an Jagger findet. Als es zu Gefechten kommt, eskaliert die Situation innerhalb der Gruppe.

Eytan Fox’

Yossi, ein wortkarger Grübler, und der aufgeschlossene Jagger sind an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon stationiert. Niemand der Frauen und Männer in ihrer Kompanie weiß, dass sie heimlich eine Beziehung führen. Bald wird Jaggers Dienstzeit enden und er hofft, dass auch Yossi den Dienst quittiert. Ihre Liebe verschärft die durch den Grenzeinsatz ohnehin angespannte Lage.

Der israelische Berufsoffizier Yossi und sein Kollege Jagger versehen in einem gottverlassenen Grenzposten zum Libanon ihren Dienst. Nur selten haben sie Gelegenheit, ihre Affäre auszuleben, denn schwule Soldaten haben auch in Israel nichts zu lachen. Während Jagger sich nach einem Leben ohne Lügen und Heimlichtuerei sehnt und sich auf eine gemeinsame Zukunft mit Yossi freut, kann der der verheißungsvollen Zweisamkeit in spe nichts abgewinnen. Da zerstört ein dramatischer Einsatz alle ihre Pläne und Hoffnungen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Soldatenalltag an der israelisch-libanesischen Grenze: Der stille aber bestimmte Kommandeur Yossi und der extrovertierte Liar, der wegen seiner Amerika-Vorliebe Jagger genannt wird, verlieben sich ineinander, müssen aber ihre Homosexualität vor den anderen kaschieren. Mit dieser unmöglichen Liebesgeschichte landete Eytan Fox in Israel einen Überraschungshit.

    Nach Jahren des Rückzugs auf innere Befindlichkeiten kehrt der israelische Film wieder zu gesellschaftlichen Themen zurück, immer verquickt mit einer ganz persönlichen Geschichte. Und das Filmland Israel weckt auch außerhalb der Grenzen Interesse, wie die Berlinale 2003 bewies. Und die Filme sprengen auch den Rahmen der Festivals und finden ihren Weg ins Kino. So wie “Yossi & Jagger”, eine ungewöhnliche Lovestory im Schatten des Nahostkonfliktes.

    Der Berufsoffizier Yossi (Ohad Knoller wurde auf dem Independent-Filmfestival in Tribeca als Bester Darsteller ausgezeichnet)und der lebensfrohe Jagger sind in einem Militärcamp nahe der Grenze zum Libanon stationiert und haben ein Verhältnis, das sie notgedrungen verbergen müssen. Jagger will Schluss machen mit der Heimlichtuerei, träumt von einem “ganz normalen Leben” nach dem Militärdienst, seine Vorstellungen von Gemeinsamkeit stoßen auf wenig Resonanz beim Liebhaber. Denn im Krieg ist man(n) stark, “Schwuchteln” sind verpönt. Nur selten können sie einen Moment der Intimität genießen wie bei einer Patrouille im Schnee, wo sie wie Kinder herumtollen, die weiße Pracht sie weich auffängt und ihnen Schutz bietet. Ein gefährlicher Nachteinsatz zerstört alle Träume.

    Eytan Fox nähert sich dem heiklen Thema mit großer Zurückhaltung, aber auch großer Zartheit. Er zeichnet die unter Druck stehenden Außenposten-Soldaten als junge Männer mit ganz “normalen” Bedürfnissen, die gerne feiern wie ihre zivilen Altersgenossen und beim Besuch zweier Funkerinnen wie Teenies um die Mädchen herumschwirren. Aber Gewalt und Krieg lassen ihnen keine Atempause und keine Chance. Die Katastrophe ist zu ahnen, wenn Jagger Yossi scherzend fragt, ob er ihn noch lieben würde, wenn er ein Bein verlieren würde. Im Streit wirft er dem wortkargen Yossi vor “Du hast mir nie gesagt, dass du mich liebst”. Als der endlich den Mut findet, seine Gefühle zu offenbaren, ist es zu spät.

    Diese schmerzhafte Betrachtung des Krieges basiert auf einer wahren Begebenheit und verzichtet auf politische Analysen oder Statements, fokussiert sich auf die innerliche Zerrissenheit von Menschen, die Emotionen unter dem Tarnanzug verstecken. Leise Zärtlichkeit kontrastiert hier mit lautem Machismo. Wie ein roter Faden ziehen sich Lieder der israelischen Pop-Ikone Rita durch die Handlung, unterstreichen die Ambivalenz im Verhalten und sorgen für seelische Gänsehaut wenn sie in “Your Soul” fragt, “wie sind sie, die Momente deiner Angst” und verspricht “eines Tages wirst du aufhören zwischen den Schatten zu rennen”. Wohl nicht nur wegen der Melancholie und Poesie lockte dieser Film Schulklassen und ganze Armee-Einheiten ins Kino, sondern weil er den Lebenshunger einer ganzen Generation wiederspiegelt. Ein starkes Plädoyer für Humanität und Hoffnung auch in schrecklichen Zeiten. mk.

Darsteller und Crew

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