Work Hard, Play Hard (2011)

Work Hard, Play Hard Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Work Hard, Play Hard: Beunruhigende Dokumentation über unsere moderne Leistungsgesellschaft, die den einzelnen Mitarbeiter geschickt instrumentalisiert.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Dokumentarfilm "Work Hard - Play Hard" von Carmen Losmann hat auf der DOK Leipzig 2011 viel Beachtung erfahren, unter anderem auch in Form von drei Preisen. Die moderne Arbeitswelt und ihre Zukunft sind in Zeiten des Stellenabbaus und lebenslanger Weiterqualifikation ein Thema, das nicht nur jeden betrifft, sondern auch viele umtreibt. Insofern kommt der Film wie gerufen. Die Autorin konnte in ihrer Langzeitdokumentation Personalmanagern und Unternehmensberatern über die Schulter schauen, erhielt Zugang zu Schulungen und Dienstbesprechungen großer Firmen. Ohne die Eindrücke zu kommentieren, lässt der Film eine kritische und skeptische Haltung zu der allseits propagierten schönen neuen Welt des leistungsoptimierten Mitarbeiters erkennen.

    Als Außenstehender erhält man so gut wie nie Einblick in die Gedankenspiele auf den Führungsetagen, die schon morgen den Alltag unzähliger Arbeitnehmer bestimmen können. Der Film macht deutlich, wie wichtig es jedoch wäre, zu erfahren, wie die Manager ticken, welchen Erkenntnissen sie folgen, was gerade als up-to-date gilt. Denn nur dann könnten sich die Mitarbeiter kreativ, wie man sie ja angeblich haben will, einbringen, könnten sinnvolle Ansätze von überholten Konzepten oder von Schnickschnack unterschieden werden. Die am Anfang gezeigte architektonische Planung einer Firmenzentrale in der Hamburger Hafencity beweist, dass Offenheit und informelle Kommunikation sogar für die Gestaltung moderner Arbeitsräume maßgeblich sind.

    Beim Outdoor-Training für junge Führungskräfte mit gruppendynamischen Übungen zeigt sich ein Widerspruch zwischen Ziel und Realität. Den Teilnehmern wird gesagt, sie sollen Eigeninitiative zeigen. Gleichzeitig aber müssen sie eine Vielzahl von Anordnungen befolgen. Ganz so, als hielten sie das für geboten, bekunden sie unisono, noch besser werden zu wollen im Job. Diese Szenen entlarven aus sich selbst heraus, wie fragwürdig manche der Pflichtübungen sind, die Nachwuchskräfte so über sich ergehen lassen müssen. Und es schleichen sich auch leichte Zweifel ein, ob es am Arbeitsplatz dann gern gesehen sein wird, wenn die Mitarbeiter tatsächlich neue Ideen einbringen.

    Richtig bedenklich wird das Prüfen und Bewerten junger Führungskräfte in den Interviews von Assessment-Managern. Hier sollen die Angestellten über ihre Stärken und Schwächen, ihre Persönlichkeit Auskunft geben. Die Befragten sind nervös und umso stärker bemüht, sich keine Blöße zu geben. Schließlich müssen sie damit rechnen, dass ihre Antworten über ihre weitere Karriere entscheiden, in Tabellen landen, in denen ihr Potenzial und ihr Talent beschrieben wird. Es kann einem angst und bange werden, wenn man diese jungen Menschen sieht, wie sie versuchen, stromlinienförmig zu sein. In einer Atmosphäre des Misstrauens und der Überwachung ist es um die individuellen Impulse nicht gut bestellt.

    Der Film ordnet seine Unterthemen in einer Spirale wachsender Spannung an. Die Berater wirken zunehmend ratlos, kaschieren eigene Grenzen hinter gewichtigen Floskeln, wenn sie zum Beispiel davon sprechen, "welche Perspektiven wir ergänzen können". In einer Sitzung von Führungskräften wird an der kulturellen Veränderung der Belegschaft gefeilt. Täglich soll in den Teams über die Verbesserung der eigenen Arbeit gesprochen werden. Man sieht dann eine solche Besprechung, die mehr eine Pseudoveranstaltung ist und in der sich niemand traut, das offenkundige Problem auszusprechen: Die Abteilung ist unterbesetzt.

    Fazit: Die Dokumentation "Work Hard - Play Hard" liefert spannende Einblicke in die Erwartungen von Unternehmen an ihre Mitarbeiter.

Darsteller und Crew

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