Wo die Wilden Kerle wohnen (2009)

Originaltitel: Where the Wild Things Are
Wo die Wilden Kerle wohnen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Wo die Wilden Kerle wohnen: Unkonventionelle und unaufdringlich lehrreiche Verfilmung von Maurice Sendaks berühmten Kinderbuch.

Max ist ein Kind voller Wut und unkontrollierter Impulse, und doch eine sensitive Seele, die sich allein gelassen fühlt. Nach einem Streit mit seiner gutmütigen, aber überforderten Mutter flüchtet er in eine Traumwelt – auf eine Insel mit monströse wirkenden, im Grunde aber kindlichen Kreaturen, die den wilden Jungen als König akzeptieren. Einige Tage lebt und tollt Max mit den neuen Freunden, bis es auch hier zu Enttäuschungen und Streit kommt. Doch Max weiß, dass jemand auf ihn wartet, der ihn immer lieben wird. Bedingungslos.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Max ist ein ziemlich wilder Kerl. Immerhin hat er die Produktionsfirmen-Logos des Vorspanns vollgekritzelt, und pardauz!, da poltert er schon im Wolfskostüm die Treppe runter, eine wilder Jagd dem Hund hinterher, laut und krachend!
    Dann baut er ein Iglu, unbeachtet von seiner Schwester Claire, die sich ihren Freunden zuwendet; mit denen veranstaltet er eine Schneeballschlacht, hat großen Spaß – der dann ganz schnell in tiefste Traurigkeit, in Enttäuschung, Hilflosigkeit, Wut und Trotz umschlägt, als sein Iglu kaputtgeht.

    Aus diesem Anfang, aus diesem ersten plötzlichen Umbruch der Gefühlswelt von Max, der Stimmungslage des Films weiß man schon vieles: Dass sich Spike Jonze ganz auf die Kindsperspektive einlässt; dass er dabei tatsächlich das Kind, das Kindsein versteht, tief in seinem Inneren; dass er den Gefühlssturm in Max zu inszenieren vermag; und dass er mit Max Records den perfekten Darsteller gefunden hat, der nicht nur seine Innenwelt subtil und doch deutlich im Außen zeigen kann, sondern der dieses Innere auch kennt, spürt, nachempfinden kann, so dass seine Darstellung nie aufgesetzt wirkt, nie gespielt.

    Und für diese frühen Erkenntnisse des Zuschauers über den Film an sich und über Max im Speziellen braucht Jonze in seiner Anfangssequenz gar keine echten wilden Kere, keine riesigen Pelzmonster, die bedrohlich sind, freundlich, unverständig, emotional, aufbrausend, anschmiegsam, furchterregend, liebevoll und widerspenstig. Zu deren Insel reist Max nach einem Streit mit der Mutter, die viel zu arbeiten hat, die nach der Scheidung eine neue Beziehung aufbauen will, die halt einfach auch mal abends genervt sein kann (all das stellt Jonze nicht plakativ dar, nur beiläufig, aus Max’ Blickwinkel). Max nun hat seine Mutter gebissen, hat sie angeschrien: „Ich fress dich auf!“ Und aus aufgewühlten Gefühlen segelt er dann ins aufgewühlte Meer.

    Die wilden Kerle dort wählen ihn als König, holen Krone und Zepter aus einem Haufen Skelettknochen; sind das etwa die Überreste der früheren Könige, aufgefressen von den Monstern? Nun hat Max hier das Sagen, erstmal gibt es wildes Schreien und Hüpfen und Krachmachen, und dann gibt’s heftiges Kuscheln; und dann befiehlt er allerlei Wilde-Jungs-Spaß, den Bau einer Festung mit Swimmingpool, mit einem Laboratorium für die Entwicklung von Robotern und mit einem eigenen Detektivbüro. Und zudem muss er Traurigkeit und Einsamkeit vertreiben, das ist überhaupt seine Legitimation, dort König sein zu dürfen.

    Er hat hier als kleiner wilder Kerl eine Art fürsorgliche Mutterrolle übernommen gegenüber den großen wilden Kerlen, hat zugleich eine Spielwiese gefunden und ein Schlachtfeld für den Krieg seiner Gefühle – und Spike Jonze zeigt diese wilde Welt nicht als Traum wie Maurice Sendak in seinem Kinderbuchklassiker, wo nachts in Max’ Zimmer ein Wald wächst und plötzlich ein Meer da ist. Jonze überführt seinen Max aus der Daheim-Handlung geradewegs in die Weitweg-Handlung.

    Die ist also logischer Bestandteil von Max’ Kinderwelt, aber zugleich natürlich als fantastisches Imaginationsgebilde Spiegelbild seiner Situation: der Familie, die auseinanderzudriften, den Zusammenhalt zu verlieren droht, und der widersprüchlichen Gefühle in Max, die sich gegenseitig im Weg stehen, die gerade erst im Werden begriffen sind. Ganz schön komplex für ein Kinderbuch, in dessen 334 Wörtern das alles auch schon drinsteckt; und Jonze hat es übernommen, ausgebaut, auch etwas erweitert: aber nicht rationalisiert, erklärt, psychologisiert. Weshalb das auch nicht einfach nur ein Kinderfilm ist, sondern ein Film über die Kindheit und deshalb für alle, die mal Kind waren.

    Am Ende ist nichts wirklich in Ordnung; vielleicht versteht Max die Unordnung in ihm und um ihn herum wenigstens ein bisschen besser, vielleicht auch nicht. Der Zuschauer tut es, und er weiß, dass Beißen, Knuffen, Rumschmeißen, Wildsein, dass das „Ich fress dich auf!“ nichts anderes sind als nicht ganz so zärtliche Liebesbezeugungen.

    Fazit: Ein fantastisch-märchenhafter und ganz und gar wahrhaftiger Film über die Kindheit, über Gefühlschaos, über menschliche Beziehungen und über das Wilde im Leben, das jeder braucht.
  • Spike Jonzes Verfilmung eines berühmten Kinderbuchs beweist, wie traditionell und modern, unkonventionell und unterhaltsam harmonisch koexistieren können.

    Fragen, ob kleine Jungs große Monster beherrschen können oder Kreaturen Gliedmaßen abgerissen werden dürfen, wenn deren Reaktion über ein erstauntes “Das war mein Lieblingsarm” nicht hinausgeht, sind von Beginn an überflüssig. Denn die hier gezeigte Welt ist ein Traum, ist eine Zuflucht, die ein Kind nach seinen Erfahrungen und Bedürfnissen gestaltet. In “Wo die wilden Kerle wohnen” hat konventionelles Erzählen kein Zuhause mehr. Es gibt kein schlichtes dramaturgisches Ziel, keinen Bösewicht, der besiegt, keine Prüfung, die bestanden werden muss. Nur den Blick auf die Wirklichkeit eines Kinds durch eine fantastische Brille.

    Max (Max Records), ein Junge mit großer Fantasie, fühlt sich allein gelassen. Vom Vater, der die Familie verlassen hat, von der älteren Schwester und der Mutter (Catherine Keener), die seit kurzem einen Freund hat und überfordert ist, wenn Max seine Wut unkontrolliert auslebt. Nach einem Streit reißt Max aus und nimmt mit einem kleinen Boot Kurs zum Horizont. Nach Tagen auf See und einer bedrohlich inszenierten Landung in der Brandung betritt Max eine Insel, auf der eine Handvoll exotischer Kreaturen lebt. Seine Furchtlosigkeit gegenüber diesen Wesen, die nur äußerlich gefährlich, im Grunde aber eher sanft, kindlich gelangweilt oder traurig wirken, und sein in Zerstörungslust explodierender Zorn machen Max zum Freund des Anführers Carol – ein plüschiger Riese, der wie Max aggressive Impulse nicht zügeln kann, aber auch Kreativität in sich trägt. Ein paar Tage lebt der Junge als König unter diesen Geschöpfen, spielt und tollt mit ihnen, bis es durch Carol, Vaterfigur wie auch Spiegelbild, auch hier zum Streit und zur Trennung kommt.

    Keine 340 Wörter enthält Maurice Sendaks Kinderbuchklassiker, den Jonze und Koautor Dave Eggers geschickt erweitert haben. Auf beiden Ebenen, der realen und der fantastischen, wird die Problematik von Familie beleuchtet, die unterschiedlichen Temperamente, die Unmöglichkeit, jeden in gleicher Intensität lieben zu können. Eine ausschließlich kindliche Erlebniswelt zeigt sich hier, in der Stimmungen blitzschnell kippen können, Ausgelassenheit und Enttäuschung, Wut und Versöhnung oft nah beieinander liegen. Junge Zuschauer werden nicht unnötig verschreckt, können sich in den Figuren wiedererkennen, gerade auch, weil unbequeme Gefühle nicht tabuisiert werden. Ältere können sich in Interpretationen verlieren und über die Tricks rätseln, die klassische und digitale Techniken verbinden, ohne dass eindeutige Zuordnungen leicht möglich sind. Originelle, unverbrauchte Bilder gibt es hier zu sehen, eine sich ohne aufdringliche Pädagogik entfaltende Magie, die dieses in seiner Entstehungsgeschichte problematische Projekt zu einem erfolgreichen US-Start führte. Ohne Sentimentalität und Unterwerfung an den populären Geschmack. kob.
  • Ein fantastischer Film voller Magie – für die ganze Familie.
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Darsteller und Crew

News und Stories

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  • Amazon Schnäppchen am 09.06.2010

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