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Wir sind alle erwachsen (2008)

Originaltitel: Les grandes personnes
Wir sind alle erwachsen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Wir sind alle erwachsen: Sensibler, ernsthaft wie humorvoller Coming-of-Age-Film um den gemeinsamen Urlaub von Vater und Tochter.

Wie jedes Jahr fahren Albert (Jean-Pierre Darroussin) und seine bislang unscheinbare 17-jährige Tochter Jeanne (Anaïs Demoustier) gemeinsam in den Urlaub. Als sie im Ferienhaus auf einer schwedischen Insel ankommen, müssen sie dort wegen eines Missverständnisses gemeinsam mit der Vermieterin Annika (Lia Boysen) und ihrer Freundin Christine (Judith Henry) wohnen. In dieser unverhofften Wohngemeinschaft beginnt sich Jeanne von Albert abzunabeln.

Ein dominanter Vater kann sein penibel zurechtgelegtes Weltbild begraben, als während der ereignisreichen Sommerferien alles seiner Kontrolle entgleitet. Vier Menschen erleben in dem humorvoll-sensiblen Coming-of-Age-Drama vor Schwedens sonniger Natur ihre ganz persönlichen Wandlungen.

Die unauffällige 17-jährige Jeanne fährt wie jedes Jahr mit ihrem Vater in den Urlaub – diesmal nach Schweden. Als sie im gemieteten Ferienhaus auf einer Insel ankommen, wohnen dort auch die Vermieterin Annika und deren Freundin Christine. Während der penible Papa nicht gerade begeistert ist, freut sich die Tochter über Gesellschaft. Das Mädchen wird selbstständiger und selbstbewusster, trifft sich sogar mit einem jungen Mann. Der Vater beobachtet den Abnabelungsprozess mit Missfallen und Eifersucht.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Vater-Tochter-Geschichte: Albert, Bibliothekar in Paris, alleinerziehender Vater, schenkt seiner Tochter Jeanne jedes Jahr zum Geburtstag eine Reise in ein anderes europäisches Land; dabei kann sie sich nicht mal das Jahr des Mauerfalls merken, obwohl sie zwei Jahre zuvor in Berlin waren… Jetzt jedenfalls, zu Jeannes 17. Geburtstag, geht es nach Schweden, was Albert gleich mit einem kleinen Hobby verknüpft: Der Suche nach einem alten Wikingerschatz. Was Jeanne etwas früher sicherlich Spaß gemacht hätte… jetzt aber entwächst sie ihrer Kindheit und so wirkt Albert wirklich wie ein Spinner, wenn er seinen Metalldetektor auspackt.

    Dabei sind sie doch alle erwachsen. So erwachsen, dass Albert und Jeanne sich sogar mit der Doppelbelegung ihres Ferienhauses arrangieren können und in einer erzwungenen Notgemeinschaft mit Annika und Christine zusammenwohnen. Diese beiden wirken freilich wie ein Katalysator auf Jeannes Reifungsprozess, die sich ein bisschen in den blonden Johan aus dem Ort verguckt; während Albert umso verbohrter seinen Schatz sucht, weil das vielleicht auch eine Metapher ist für seine Suche nach der verlorengegangenen Kindheit seiner Tochter…

    Anna Novion beweist in ihrem ersten Spielfilm ein gutes Händchen für Charaktere und Situationen; auch wenn das Thema coming of age nicht das Originellste ist. Bei Novion übernimmt immer wieder die Komödie die Oberhand; und dass diese Mischung aus Witz und Generationenkonflikt funktioniert, dafür sorgen auch die Darsteller, die mit viel Spaß dabei sind; und deren Timing dabei immer stimmt: Jean-Pierre Darroussin mit seinem zerknautsch-grimmigen Gesicht, das zugleich Wärme ausstrahlt, oder die junge Anaïs Demoutier, unschuldig und halb erwachsen und mitten in einem Lebensumbruch.

    Immer wieder sehr komische Momente: wenn Albert seinen Metalldetektor vorführen will und Christines Ohrring in die Landschaft schmeißt, um ihn zu suchen – bis spät in die Nacht. Wenn Albert und Jeanne vor einem Regenguss in eine Kirche fliehen, wo gerade ein engelsgleicher Chor probt – und ganz nebenbei ein anderer Tourist ins Bild kommt, ebenfalls mit Metalldetektor… Oder ein Federball-Doppel, das spielerisch das Verhältnis zwischen Albert und Jeanne aufzeigt, das sich dringend ändern muss, auch wenn’s Albert nicht wahrhaben will; er schlägt ihr immer die Bälle weg, „den hättest du sowieso nicht gekriegt“.

    Es ändert sich auch etwas, das ist der Lauf der Zeit. Wo Abneigung war, entsteht Zuneigung – und umgekehrt. Wo Kind war, wird Frau. Wo gönnerhafte Väterlichkeit war, wird väterliche Partnerschaft. Nur die grandiose Landschaft, das Meer und die Felsen: die stehen immer schon. Und irgendwo darin wird vielleicht für immer ein Schatz verborgen sein.

    Fazit: Debütfilm über eine Vater-Sohn-Geschichte im Urlaub – mit sehr komischen Momenten, mit ausgeprägtem Gespür für die Charaktere und mit sehr guten Darstellern.
  • Sensibler Blick auf das komplizierte Erwachsen-Werden eines jungen Mädchens und die Konsequenz des Erwachsen-Seins.

    Mit ihrem humorvollem und gleichzeitig ernsthaftem Regiedebüt gelingt Anna Novion ein Coming-of-Age-Film, der nicht ins übliche US-High-School-Muster verfällt, sondern die Reise einer 17-Jährigen in die Erwachsenenwelt genau beobachtet mit all den kleinen Irrtümern und Fluchten. Jeanne ist eines jener unauffälligen Mädchen, die uninteressant sind für reißerische Berichterstattung über Koma-Saufen, Drogen-Missbrauch oder wütende Rebellion. Sie fährt jedes Jahr mit ihrem Vater in eine neues Ferienland. Diesmal steht Schweden und ein sagenumwobener Wikinger-Schatz auf dem Programm. Bei der Ankunft auf der kleinen Insel dann die Überraschung: durch ein Versehen sind Vermieterin Annika und ihre Freundin Christine auch noch im Haus und wissen nicht wohin. Während der penible Papa nicht gerade begeistert ist, freut sich die Tochter über zusätzliche Gesellschaft. Vier Menschen, die sich sonst nie getroffen hätten, müssen unter einem Dach das Beste aus der Sache machen. Ganz vorsichtig nähert sich der Film den Figuren, die sich erst skeptisch belauern, dann nach und nach etwas von sich preisgeben. Während sich die Erwachsenen mühselig von Überzeugungen und Illusionen trennen, begegnet Jeanne dem Leben in großer Offenheit. Was nützt die Liebe in Gedanken? Wenig, denkt sie sich. Auch wenn der Traumprinz sich als eitler Dorfcasanova entpuppt, wagt sie erste Schritte in die Selbständigkeit, ein Abnabelungsprozess zum Missfallen des Vaters, in dem etwas von einem kleinen trotzigen Jungen steckt.

    Der Prozess des Erwachsenwerdens wird in zarter pastellfarbener Lichtsetzung flüssig erzählt. Räume, Farben und der immer stärker wehende Wind unterstreichen die emotionale Entwicklung der Personen, vom putzigen hellen Ferienhaus als die Welt noch in Ordnung war, ändert sich die Landschaft mit den wechselnden Seelenzuständen, wird düsterer und bedrohlicher. Mit ihren Kontrasten definiert sie die Ästhetik des Films. Fein gesponnen sind die Dialoge vom rigiden Vater (knurrig-liebenswert Jean-Pierre Darroussin), der seine Gefühle nicht ausdrücken kann und der empfindsamen Heranwachsenden (naiv-neugierig Anaïs Demoustier), die eigene Gefühle entdeckt. Ein beachtliches Erstlingswerk der leisen Töne. mk.

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