Wintertochter (2011)

Wintertochter Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Wintertochter: Einfühlsames und bewegendes Drama über Vertreterinnen zweier Generationen, die auf der Suche nach ihrer Vergangenheit sind.

Schöne Bescherung: Die zwölfjährige Katharina fällt aus allen Wolken, als sie am Weihnachtsabend erfährt, dass ihr richtiger Vater der russische Matrose Alexei ist. Wutentbrannt verlässt sie ihre Eltern und bricht mit der 75-jährigen Nachbarin Lene ins nahe polnische Stettin auf, mit im Gepäck ihren besten Freund, den etwas jüngeren Knäcke, der sich als blinder Passagier eingeschlichen hat. Weil Alexeis Schiff bereits Richtung Danzig abgelegt hat, entwickelt sich eine wahre Odyssee – auch für die heimatvertriebene Lene, die ihre Vergangenheit wiederentdeckt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
1 Stimme
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • „Wintertochter“ ist ein Roadmovie, das zwei Kinder und eine alte Frau aus Berlin ins verschneite Polen führt. Sowohl das Mädchen, als auch die über 70-jährige Lene stellen sich dort den Fragen nach der eigenen Herkunft. Regisseur Johannes Schmid spricht von einem generationenübergreifenden Film, und auch die familiäre Spurensuche der beiden Hauptfiguren umspannt einen geschichtlichen Zeitraum von vielen Generationen. Lene floh mit ihrer Mutter am Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem damaligen Ostpreußen Richtung Westen, Kattakas russischer Vater verließ Deutschland mit dem Abzug der sowjetischen Truppen nach der Wiedervereinigung.

    Kattaka, gespielt von Nina Monka, ist ein Dickkopf und in letzter Zeit auch eine Nervensäge. Denn dass ihre Familie ihr so viele Jahre verheimlicht hat, wer ihr richtiger Vater ist, das macht sie richtig zornig. Gut, dass Verlass auf die alte Nachbarin Lene ist, die sich bereiterklärt, Kattaka nach Stettin zu fahren. Unterwegs merkt Kattaka zwar, dass die im heutigen Polen geborene Lene unliebsame Erinnerungen an ihre Kindheit mit sich schleppt, aber die alte Frau will nicht darüber sprechen. Ursula Werner spielt Lene, die von der zunächst fürsorglichen Begleiterin Kattakas allmählich zur zweiten Hauptfigur mit eigener Geschichte mutiert.

    Damit die Reise durch das verschneite Land nicht zu problembeladen gerät, durfte sich der lustige kleine Nachbar Kattakas im Auto verstecken. Fortan lockert der von Leon Seidel dargestellte Knäcke die Stimmung mit frechen und gewitzten Sprüchen auf, so dass die Reise auch mit den munteren und positiven Aspekten eines Abenteuers angereichert wird. Auch die Figur des polnischen Jugendlichen Waldek, gespielt von Dominik Nowak, verleiht der Geschichte einen heiteren Gegenwartsbezug. Waldek wird zum guten Freund und Helfer Kattakas, der sogar weiß, was getan werden muss, wenn einem nichts mehr einfällt.

    Die Farben in der winterlichen Landschaft sind zurückgenommen, es gibt stimmungsvolle Bilder von der Ostseeküste, einmal läuft ein Wolf über ein Feld. Die Menschen, denen Kattaka, Lene und Knäcke begegnen, sind meistens freundlich und hilfsbereit. Diese Erfahrung, sowie natürlich die familiäre Spurensuche des Mädchens und der alten Frau widerlegen Kattakas Stiefvater Daniel, für den Polen anfangs nur sehr fernes Ausland ist und der Russe Alexej „ein Fremder“. Der Film ist allerdings nicht durchgehend spannend und wirkt nicht ganz so stimmig im Aufbau und in der Ausgestaltung wie Schmids Vorgängerfilm „Blöde Mütze!“. Die Charaktere bleiben verhältnismäßig schwach konturiert und laden dadurch auch nicht so sehr zur Identifikation ein.

    Fazit: Das Roadmovie führt ein Mädchen und eine alte Frau nach Polen, wo sie sich mit ihrer Herkunft auseinandersetzen und neue Freunde finden.
  • “Blöde Mütze!”-Regisseur Johannes Schmid erzählt mit dem heiter-melancholischen Roadmovie von einer generationenübergreifenden Suche nach Identität, Herkunft und Heimat.

    Der zweite Spielfilm von Schmid beweist wieder seine Sensibilität für junge Menschen, verbindet ein einfühlsames Coming-of-Age mit einem generationenübergreifenden Drama für Jung und Alt gleichermaßen. Die Odyssee von Katharina, genannt Kattaka (stark: Nina Monka), auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater sowie die ihrer einsamen Nachbarin (nicht irgendwer: Ursula Werner begeistert nach ihrer Erfolgsrolle in “Wolke 9″ abermals) auf der Suche nach der verlorenen Heimat führt durch Deutschland, Polen und Russland und endet versöhnlich.

    In atmosphärischen, dampfenden Winterbildern begibt sich das Trio – Kattakas junger Freund (Leon Seidel) kommt auch mit – auf die Reise, die Unbefangenheit der beiden dickköpfigen und selbstbewussten Kinder ist eine Wohltat und ermöglicht einen zwanglosen Umgang mit Vorurteilen und Altlasten der Geschichte. Der Film weiß (dank des hervorragenden Drehbuchs) genau, wann er locker-launig und wann gefühlvoll-ernst zu sein hat, was sich auch im harmonischen Score niederschlägt. Hat Kattaka die unbeholfenen Spießer-Eltern erst einmal hinter sich gelassen, gewinnt diese Erinnerungsreise in fremdes Fahrwasser an Format. Die gegenseitige Unterstützung, dazu die Hilfe von einheimischen – dem jungen Waldek, oder einem alten Bauernpaar – gibt den Hauptfiguren im emotionalen Schleudergang Halt und Hoffnung, zeigt den Wandel der Zeit zu einem grenzoffenen, geeinten Europa, ohne damit Probleme zu leugnen. Schwierig ist diese Fahrt zu einem Vater, der nichts von einem Kind ahnte und eine eigene Familie hat, sowie zum nie verheilten Trauma der Vertreibung und einer verlorenen Kindheit allemal. Es kostet viel Überwindung, endlich nach Hause zu finden und Frieden zu schließen – der sich in einer wunderbaren Niederkunft am Sylvesterfest in der winterlichen, so geschichtsträchtigen Danziger Werft einstellt.

    tk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Goldene Lola für "Halt auf freier Strecke"

    Die meisten Preise für Roland Emmerich, den wichtigsten für Andreas Dresen: Sein "Halt auf freier Strecke" erhielt die Goldene Lola 2012 für den Besten Film

  • Nominierungen zum Deutschen Filmpreis 2012

    Die Deutsche Filmakademie hat heute die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2012 bekannt geben. Als bester Film werden in diesem Jahr Roland Emmerichs “Anonymous”, Christian Petzolds “Barbara” sowie Andreas Dresens “Halt auf freier Strecke” mit jeweils sieben Nominierungen ins Rennen um eine Lola geschickt. Ebenfalls mit dabei ist Tim Fehlbaums Thriller “Hell” mit sechs Nominierungen, David Wnendts Drama “Kriegerin”...

Kommentare