Whatever Works (2009)

Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Whatever Works: Woody Allens hinreißende Ode an die sexuelle Befreiung, in der sich ein vom Leben enttäuschtes Physikgenie widerwillig in eine kesse Ausreißerin aus den Südstaaten verliebt.

Der exzentrische Quantenphysiker Boris Yellnikoff ist fertig mit dem Leben: Fast wäre er mit einem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Fast wäre seine Ehe ideal gewesen. Fast wäre ihm sein Selbstmordversuch gelungen, nachdem er verlassen wurde. Nun verdient er sein Geld mit Schachstunden für Kinder und will nichts mehr von der Welt wissen. Bis er in einem schwachen Moment die Ausreißerin Melody bei sich aufnimmt, die sich in den deutlich älteren Mann verliebt und ihn zur Ehe überreden kann. Das beschert Boris eine unerwartet gute Zeit. Doch dann tauchen, einer nach dem anderen, Melodys getrennte Eltern aus den Südstaaten auf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Woody Allen ist zurück in New York, mit seiner besten Komödie seit Jahren: eine hinreißende Ode an die sexuelle Befreiung, die den New Yorker von einer ganz neuen herzlichen und großzügigen Seite zeigt.

    Vier Filme umfasste Woody Allens touristische Phase, die ihn Abstecher nach London und Barcelona unternehmen ließ, im Fall von “Match Point” und “Vicky Cristina Barcelona” kommerziell wie künstlerisch erfolgreich. Nun kehrt der 73-jährige Filmemacher in seine Heimatstadt New York zurück, triumphal. Es muss sich Einiges angestaut haben, denn gleich in den ersten Minuten entlädt sich in der 40. Regiearbeit Allens mittels eines ebenso bissigen wie zornigen Monologs seiner Hauptfigur eine Abrechnung mit Amerika, die sich gewaschen hat. Der Regisseur und Autor stellt seiner Heimat nach den Jahren der kreativen Abwesenheit ein pointiertes Armutszeugnis aus, entlarvt das Land im Jahr eins nach Bush als Hort der Oberflächlichkeit und Verklemmtheit. Eloquent und präzise wie lange nicht mehr fällt die längst überfällige Bestandsaufnahme aus. Dass sich aus diesem fulminanten Rundumschlag die purste Allen-Komödie seit Jahren entwickeln kann, geprägt von brillant treffsicherem Witz, aber auch ungewohnt warmherzig und großzügig, regelrecht positiv in ihrer Weltsicht, ist eines der vielen Wunder von Whatever Works, mit dem das achte Tribeca Film Festival am 22. April seine Pforten öffnet.

    Das mag auch an dem in Deutschland weitgehend unbekannten Hauptdarsteller Larry David liegen, der sich mit seiner misanthropischen, immer leicht gereizten Art in sechs Staffeln der HBO-Serie “Curb Your Enthusiasm” (das Vorbild für “Pastewka”) als Woody Allens Bruder im Geiste empfohlen hat. Ihm ist der exzentrische Boris Yelnikoff nicht nur namentlich ein Verwandter von Boris Gruschenko aus Love and Death förmlich auf den Leib geschrieben, ein verbitterter und misanthropischer Exzentriker, der seine Mitmenschen bevorzugt Schwachkopf, Dünnbrettbohrer oder einfach Idiot nennt. Sein Genie als Physiker hat Boris kein Glück gebracht: Den Nobelpreis hat er nur aus der Ferne gesehen, seine Ehe ist zerbrochen, ein Selbstmordversuch scheiterte. Nun lässt er, von Äußerlichkeiten kalt gelassen, das Leben an sich vorbeiziehen, verdient sein Geld mit unkonventionellem Schachunterricht für Kinder. Bis er in einem schwachen Moment die unbedarfte aber bauernschlaue Ausreißerin Melody bei sich aufnimmt, die sich in den deutlich älteren Mann verliebt und ihn zur Ehe überreden kann. Das beschert Boris eine unerwartet gute Zeit mit dem Früchtchen, von Evan Rachel Wood als schärfstes Dummchen seit Marilyn Monroes Sugar in “Manche mögen’s heiß” gespielt. Doch dann tauchen, einer nach dem anderen, Melodys Eltern aus den Südstaaten auf Patricia Clarkson und Ed Begley Jr. geben dem Affen genüsslich Zucker, als kämen sie direkt aus einer Provinzaufführung von “Endstation Sehnsucht”. Daraus entwickelt sich ein munteres Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, in dem jedes Töpfchen sein Deckelchen findet, wenngleich auf andere Weise, wie man es erwarten mag.

    Zahlreiche Versatzstücke aus dem jüngeren Werk Allens lassen sich entdecken lassen: die Beziehung eines älteren Mannes mit einer jungen Frau, Erfüllung durch sexuelle Entdeckungslust, eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs als Katalysator für aus dem Ruder laufende Ereignisse. Anders als zuletzt wirkt das hier nie bemüht oder aufgesetzt, vielleicht auch weil Allen mit seinen Figuren liebenswert mild umspringt wie nur selten in seiner Karriere. Erfüllung durch Sex, whatever works, ist die Botschaft: die prüde Südstaatenlady findet zwei Männer, die sie lieben und ihre Kreativität beflügeln, der bibeltreue Spießer entdeckt, dass womöglich auch Gott eine schwule Ader hat immerhin ist der Schöpfer von Erde, Bäumen und Natur der Prototyp des Dekorateurs. Und Pragmatiker Boris landet bei seinem zweiten Selbstmordversuch ausgerechnet auf einer Wahrsagerin. Was ihn, wie schon zuvor, dazu veranlasst, das Kinopublikum direkt anzusprechen. Wie es Allen zuvor bereits in “Der Stadtneurotiker” gemacht hat. Schöner könnte sich der Kreis gar nicht schließen. ts.

Darsteller und Crew

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