Wer früher stirbt ist länger tot (2006)

Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Wer früher stirbt ist länger tot: In Oberbayern angesiedelte Brautschau eines Elfjährigen für seinen Vater. Zwischen Coming-of-Age und Komödienstadl.

Der elfjährige Sebastian (Markus Krojer) aus dem idyllischen Voralpenland glaubt, er sei Schuld am Tod seiner Mutter. Weil die ja bei seiner Geburt starb. Um trotzdem noch in den Himmel kommen zu können, muss er also eine mächtig gute Tat begehen. Und die könnte zum Beispiel darin bestehen, dem alleinerziehenden Vater Lorenz (Fritz Karl) eine neue Frau zu beschaffen. Beim dörflichen Stammtisch holt sich Sebastian das dafür nötige Know-how.

Ludwig Thoma

Als der elfjährige Sebastian erfährt, dass die Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, löst das Schuldgefühle und Alpträume aus – und den Wunsch, sich vor dem Fegefeuer zu retten – am besten durch ewiges Leben. Die Stammtischbrüder geben ihm den Tipp, dem Papa doch eine neue Frau zu suchen. Daran hält er sich.

Als der elfjährige Sebastian erfährt, dass die Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, löst dies bei ihm Alpträume und schwere Schuldgefühle aus. Ab sofort strebt er danach, sich von dieser “Schuld” zu befreien, um dem Fegefeuer zu entkommen. Und weil der Junge ein guter Katholik ist, beschließt er sein Problem mit ewigem Leben zu lösen. Der Stammtisch seines Papas weiß in diesem Punkt Rat: Eine neue Frau muss auf des Vaters Hof. Also macht sich Sebastian auf die Suche und findet in der Nachbarin eine vermeintliche Kandidatin.

Auf DVD & Blu-ray (3)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • …erweist sich, philosophisch gesehen, als diskussionswürdige These, die Marcus Rosenmüller in seinem erfrischenden Spielfilmdebüt als verqueren bayerischen Heimatfilm abhandelt.

    Wer jetzt aber knorrige Gutsherren, abgefeimte Pfaffen, stramme Waldarbeiter und holde Förstermaiden erwartet, liegt falsch. Denn obwohl sich HFF-Absolvent Marcus “Hausham” Rosenmüller, nicht zu verwechseln mit Marcus O. Rosenmüller, zu seiner Heimat bekennt, spart er sich (Voralpen-)Klischees. Bei ihm wird gegroovt, nicht gejodelt. Seine in der Moderne angekommenen Bewohner des idyllisch gelegenen Weilers Germringen hören weder Bayern 1, 2 oder 3, sondern den Rock’n’Roll-Sender des Hochgebirgs-DJs Alfred Dorstreiter. So auch der elfjährige Sebastian, Sohn des verwitweten “Kandlerwirts” Lorenz, der sich seinen Ghettoblaster zwecks Beschallung aufs Fahrrad, Kennzeichen RO – SE 007, geschnallt hat. Und der gleich zu Beginn unter die Räder des Bierlasters, Kennzeichen RO – SI, gerät. Eine Tragödie? Eher ein Mirakel. Sebastian steht auf, wischt sich den Staub von den Klamotten und bemerkt trocken: “Glück g’habt!”.

    Womit auch schon der Grundton des Werks vorgegeben ist: herber Humor, hemdsärmelige Handgreiflichkeiten und hundsgemeiner Hintersinn. Sebastian – mit unglaublicher Natürlichkeit gespielt vom Newcomer Markus Krojer – erfährt, dass die Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, was bei ihm Schuldgefühle und Alpträume auslöst – und den Wunsch, sich vor dem Fegefeuer zu retten – am besten durch ewiges Leben. Die tote Mama wird am Grab um ein Zeichen gebeten, was ein Vogel übernimmt, der auf Sebastians Haupt kackt. Hilfreiche Details wissen dann die Stammtischbrüder der Laienspielgruppe: Der überarbeitete Papa braucht ein neues Eheweib, eine mit “Grips, G’schick und an g’scheidn Arsch”.

    Diese Suche, dieses diesseitige Purgatorium, bildet in der Folge den Kern der im wunderschönen Oberbayern, zwischen Himmel und Hölle angesiedelten Brautschau, bei der sich die Genres spielerisch vermengen, Dali’scher Surrealismus auf krachledernes Volkstheater trifft. Coming of Age mischt sich mit Komödienstadl, in der (geträumten) Unterwelt dröhnen die Blechbläser wie bei Emir Kusturica, während hoch oben vom Berg der wunderbare Jürgen Tonkel als moderierender Spät-Hippie Lebenshilfe gibt. Er verliert darüber seine Frau Veronika, jene patente Lehrerin, die Sebastian schon mal gefragt hat, ob sie eventuell mit “ihm vögeln dat” – was aber wieder eine ganz andere Geschichte ist. Nur eine von vielen, in diesem prallen, stellenweise wie ein Tourismus-Bilderbuchspot gefilmten Sommerspaß, der handwerklich nichts zu wünschen übrig lässt. Ein schönes Kabinettstück etwa die Parallelmontage, in der Onkel seine Frau “erwischt”, wie diese mit dem Lorenz (sympathisch: Fritz Karl) telefoniert – der kurz zuvor noch neben ihr unter Biertischen gekrabbelt ist. Und da obendrein nichts angehabt hat. geh.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Tom Tykwers "Das Parfum" war der große Abräumer bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises. Die Lola in Gold ging an "Vier Minuten".

  • Auch dieses Jahr gab es sie wieder: Filme, die uns begeistert, erschüttert, beeindruckt oder einfach nur amüsiert haben.

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