Vorstadtrocker (2015)

Vorstadtrocker Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (10)
  1. Ø 4.9

Filmhandlung und Hintergrund

Vorstadtrocker: Zweite von vier Komödien, die im Rahmen des Nachwuchsprogramms "Nordlichter" realisiert wurde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Biedermann vs. Brandstifter – In Martina Pluras Schlafstadtkomödie wittert ein Journalist den großen Coup, als im Nebenhaus ein gesuchter Rocker einzieht.

    “Little boxes on the hillside”… Der “theme song” aus “Weeds” schießt einem in den Kopf wenn zu Beginn von “Vorstadtrocker” die Kamera aus der Vogelperspektive auf die schmucke Reißbrettsiedlung herabblickt. Zehn Einfamilienhäuser gruppieren sich um einen kleinen, künstlich angelegten See, ein quakender Frosch wird in der Folge immer wieder ins Bild kommen. Doch die Idylle trügt, auch in der deutschen Provinz gilt es “Unkraut” zu jäten, in diesem Fall in Person von Rocker Rolf (Aljoscha Stadelmann), einst Nummer zwei der berüchtigten Zweiradgang “Devil Bros.”.

    Als “Herr Neumann” ist er neben Viktor (Fabian Busch) und Alex (Lisa Wagner) eingezogen, lautstark mit knatternder Maschine und anschließender Endlosparty. Die Neugier des arbeitslosen Journalisten Viktor ist sogleich geweckt, Recherche angesagt. Alles ist besser als dem Töchterchen die Windeln zu wechseln und das Bügeleisen gleiten lassen, derweil die nörgelige Tierarzt-Gattin – “zu viel Salz!” – Dobermänner kastrieren darf. Beim eitlen “X-posed”-Chef spricht der Reporter vor, verspricht eine spannende Story – eine, die den Blattvorgaben entspricht. “P.E.N.I.S.” lautet die Merkhilfe: Prostitution, Erpressung, Narkotika, illegales Glückspiel, Schusswaffen…

    Zur Nachwuchsreihe “Nordlichter”, die der NDR gemeinsam mit der Filmfo?rderung Hamburg Schleswig-Holstein und der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft initiiert hat, zählt der Debütfilm von Martina Plura (* 1985), deren Zwillingsschwester Monika die Kamera führte. Norddeutschen Talenten, Regisseuren, Autoren oder Produzenten, soll hier die Chance fu?r einen ersten abendfu?llenden Film gegeben werden. Die redaktionelle Vorgabe für 2015 und 2016 lautet “Komo?die”, gefragt ist eine eigene filmische Handschrift, als Budget sind 900.000 Euro pro Film veranschlagt.

    Eine launige, (bewusst) nicht klischeefreie Geschichte u?ber (Männer-)Freundschaft, Verrat und Loyalita?t wird erzählt, Rollenbilder werden kräftig karikiert, etwa wenn “Kita Klaus” beim Abendessen mit seiner alten Flamme Alex “in etwas Bequemeres” schlüpft und sich ihr postwendend im Adamskostüm präsentiert. Frech, gerne schlüpfrig, ist die Sprache – “alter Bumsfrosch” -, in einem klassischen Slapstickmoment landet ein dickes Bike im Gartenteich und im BimBam-Club legt Frau Doktor an der Stripstange einen Auftritt hin, der ihren auf Sexentzug gesetzten Ehemann den Atem stocken lässt.

    Als augenzwinkernde Milieustudie über die “Vorhölle Vorstadt” kann man diesen Spaß lesen, bei dem Stadelmann (“Harter Brocken”) vergnügt den “bad guy” mit Herz gibt, Busch (“Liegen lernen) als Weichei und Warmduscher an Woody Allens “Stadtneurotiker” erinnert und Wagner (“Weissensee“) mit einem Augenaufschlag ihre männlichen Kollegen an die Wand spielt. “Sympathy for the Devil(s)” wird hier geweckt, entsprechend erklingt auch der Rolling-Stones-Ohrwurm auf den Soundtrack – genauso passend wie Johnny Thunders “I’m Alive!” oder Iggy Pops “The Passenger”. geh.

Darsteller und Crew

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