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Vergiss mein nicht! (2004)

Originaltitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind
Vergiss mein nicht! Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Vergiss mein nicht!: Charlie Kaufmans neuer Streich: Jim Carrey und Kate Winslet lassen ihre Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit auslöschen - und fangen von vorne an.

Eine Trennung schmerzt und das muss auch Joel (Jim Carrey) erfahren, der seit Wochen unter Liebeskummer leidet, als ihn seine große Liebe Clementine (Kate Winslet) verlassen hat. Manchmal schmerzt es auch beiden Parteien, doch Clementine scheint schön völlig vergessen zu haben, dass es Joel überhaupt einmal gab. Sie lebt ihr Leben, genießt die Zeit und ihre neu gewonnene Freiheit.

Joel erfährt, dass Clementine sich einem neuartigen Eingriff unterzogen hat, bei dem alle Erinnerungen an einen Menschen gelöscht werden. Zuerst ist dies keine Lösung für Joel, doch als der Schmerz und die Trauer über die zerbrochene Beziehung ihn übermannen, entscheidet er sich ebenfalls zu diesem Eingriff, der jegliche Erinnerungen an Clementine ausradieren soll. Vielleicht hilft es ihm, über die Trennung hinwegzukommen. Doch bevor er ohne die Erinnerung an Clementine weiterleben kann, muss er für die Löschung der Gedanken an sie alle Erlebnisse mit ihr noch einmal durchleben. Dabei wird er von den beiden Technikern Stan (Mark Ruffalo) und Patrick (Elijah Wood) überwacht.

Mitten im Prozess des Vergessens beginnt sein Bewusstsein sich zu wehren. Es erkennt, dass kein Schmerz groß genug sein kann, um all die schönen Erinnerungen mit Clementine für immer zu vergessen. Er beginnt damit alle Bilder in seinem Kopf retten zu wollen doch es scheint, als gäbe es keinen Weg zurück: Clementine verschwindet, langsam, aber sicher.

Der sonst eigentlich nur aus Komödien bekannte Schauspieler Jim Carrey konnte in „Vergiss mein nicht“ ein weiteres Mal unter Bewies stellen, dass ihn im ein großartiger Schauspieler steckt, der mehr kann, als nur Gagfeuerwerke zu verkörpern.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Was ist Schicksal? Was ist Liebe? Wenn man nicht vergessen kann, kann man dann Erinnerungen einfach auslöschen? Diesen Fragen müssen sich Joel und Clementine stellen, weichen ihnen aber stets aus und kommen so zum Ende, an dem doch wieder alles anfängt. In verwackelten Bildern durchquert Joel Barish seine Erinnerungen. Dabei erinnert er sich immer an Clementine, was er arbeitet erfahren wir nicht mal. Es gäbe nicht viel über ihn zu erzählen, sagt er Clementine. Mit ihr sucht er Zuflucht in den Erinnerungen seiner Kindheit - alles woran er sich ohne sie erinnern kann.

    Die Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren kämpft gegen die Löschung an. Joel durchquert Räume und Orte von symbolischer Bedeutung, die sich nach und nach auflösen und sich in seinem Gedächtnis zu einer unauflösbaren Einheit zusammenfügen. Aus dem Buchladen, geht es direkt in den Hausflur. Buchtitel verschwinden, Menschen auch. In seinen Erinnerungen hört Joel die Gespräche derer, die gerade daran arbeiten sein Gedächtnis zu löschen. Dies treibt ihn fast in den Wahnsinn, denn er weiß, dass Clementines neuer Freund mitgeholfen hat, ihre Erinnerungen an ihn zu entfernen und nun auch seine löscht. Dabei verwendet er auch noch Joels eigene Worte und Geschenke, um sie zu beeindrucken. Inzwischen stellt Schwester Mary (Kirsten Dunst) fest, dass sie ihre Affäre mit Dr. Howard Mierzwiak (Tom Wilkinson) selbst löschen ließ und beginnt, dass Verfahren zu sabotieren.

    All dies passiert in einer einzigen Nacht, bei Joel zu Hause. In der nicht linearen Erzählweise aus Rück- und Vorblenden, sowie Joels Reise in seine Gedanken besteht lange Unklarheit. Mit der Zeit offenbaren sich die Figuren immer mehr und zeichnen ein vollkommen unbeabsichtigtes Beziehungsgeflecht. In ihren Erinnerungen versprechen sich Joel und Clementine, sich nicht zu vergessen. Doch welchen Einfluss haben sie darauf, nachdem sie sich erst vergessen haben?

    Das medizinische Verfahren, welches Dr. Mierzwiak anwendet ist zweifelhaft und wird gelegentlich auch ironisch kommentiert. Die Praxis erhält Anfragen, ob es auch mehrmals monatlich durchgeführt werden kann und eine Omi versucht, ihren Hund zu vergessen. Der eigentliche Prozess wird zu Hause durchgeführt, damit der Patient am nächsten Morgen in seinem eigenen Bett erwachen und auch die Behandlung vergessen kann. Die ihn manipulierenden Pfleger sitzen bei ihm zu Hause, trinken Bier. Einer von ihnen lädt seine Freundin ein und beginnt mit ihr auf Joels Bett zu tanzen. Dem Ernst der eigentlichen Lage, kann diese Form der Medizin nicht gerecht werden - auch wenn sie scheinbar funktioniert.

    Fazit: Vergiss Mein Nicht!" ist ein packendes Psychodrama mit einer ergreifenden Liebesgeschichte.
  • Auf vertrackten und originellen Wegen führte Drehbuchgenie Charlie Kaufman mit “Being John Malkovich” ins Hirn eines Filmstars, in “Adaption” in sein eigenes, in “Human Nature” in das der gesamten Menschheit. Bei Letzterem sorgte erstmals der französische Clip-Profi Michel Gondry für die filmische Umsetzung (die Senator im Zuge von “Vergiss mein nicht!” nun endlich auch in Deutschland starten will), an der vereinzelt die fehlende Tiefe der Figuren und Kohärenz der Inszenierung bemängelt wurden. Dem wirkt bei der zweiten Arbeit von Kaufman und Gondry nun schon das Skript entgegen, das zweifellos Kaufmans bislang menschlichstes ist: Erzählt es doch von der Liebe und dem ganz normalen Beziehungsdrama und wagt sich trotz erneuter Umwege durch Gehirnwindungen und menschliche Fantasien erfreulicherweise ein Stück näher an die Realität.

    “Character vs. Characterization”, eine der goldenen Regeln, die Drehbuchguru Robert McKee in “Adaption” dem schreibblockierten Charlie Kaufman auf den Weg gibt, scheint der Autor zumindest bei den Protagonisten von “Vergiss mein nicht!” beherzigt zu haben. Joel (ein angenehm zurückhaltender Jim Carrey) und Clementine (Kate Winslet: so wechselhaft und furchtlos wie ihre Haarfarben) schlagen sich mit der quälenden Routine ihrer Beziehung herum, bis Clementine dem kurzerhand ein Ende setzt. Sie lässt alle Erinnerungen an Joel medizinisch ausradieren. Als Joel ausgerechnet am Valentinstag feststellen muss, dass seine Freundin ihn nicht mehr kennt, wendet er sich deprimiert an den Erfinder der sagenhaften “Heil-Methode”, Dr. Mierzwiak (Tom Wilkinson), um seinerseits diese Demütigung und Clementine vergessen zu können. Während Dr. Mierzwiaks Team in Joels Tiefschlafphase dessen Träume an die Verflossene sukzessive von der Festplatte Gehirn löscht, flackern in chronologisch unsortierten Rückblenden die Höhen und Tiefen der Beziehung über die Leinwand. Gondry springt hemmungslos zwischen den Zeitebenen, und das Drehbuch schüttelt nach Lust und Laune Subplots aus dem Ärmel, die den Doktor und seine “Techniker” in den Mittelpunkt bringen: Den Liebe heuchelnden Patrick (Elijah Wood), der Joels Erinnerungsstücke an Clementine klaut, um selbst bei ihr zu landen, und dessen Kollegen Stan (Mark Ruffalo), der in Sprechstundenhilfe Mary (Kirsten Dunst) verknallt ist, die – wie sich herausstellt – die Erinnerungen an eine andere pikante Affäre ausradieren lassen hat. Als sich in Folge eines Computerfehlers in Joels Kopf plötzlich die Wahrnehmungsebenen vermischen, fällt dem Patienten auf, dass mit den schmerzhaftesten Erinnerungen auch die schönsten gemeinsam erlebten Momente verschwinden. Sein Unterbewusstsein rebelliert und startet den aussichtslosen Kampf gegen das Vergessen. Joel rast durch ein Labyrinth absurdester Gedankengänge, und die großartige Kamerafrau Ellen Kuras (“Blow”) lässt die realistischen Bilder mit ihren ausgewaschenen freudlosen Farben auf dem Klangteppich von Jon Brion (“Punch-Drunk Love”) surrealistisch verschmelzen: Da lösen sich Landschaften selbst auf, wehen Stranddünen durch Schlafzimmer, führen Freudsche Seitenwege direkt in die Kindheit von Joel, der vor dem Verlust seiner Identität flieht.

    Während sich Kaufman mit seinem selbstreflexiven Drehbuch zu “Adaption” mit der Beschränkung von Kunst und Moral beschäftigte, geht es hier um eine positive Form von Kompromissen, die mit allem Schmerz zum Wesen von Beziehungen gehören. Wer will auf die quälenden Momente verzichten, wenn er damit die Liebe als Ganzes aufgeben muss? Wie schon bei “Human Nature” verirrt sich das Drehbuch auch hier auf halber Strecke auf der klinischen Seite, die wieder so verblüffend banal daherkommt wie alle Anspielungen auf Freud und Nietzsche, Alexander Pope (aus dessen Gedicht der Originaltitel stammt), das Kino von Ingmar Bergman oder Stanley Kubrick. Was wiederum daran liegen mag, dass der Autor in höchstem Maße intellektuell, seine Figuren jedoch höchstens Mittelmaß sind, und wiederum sämtliche Nebenfiguren lediglich Schachfiguren in dem von Michel Gondry ansonsten mit Begeisterung und großer handwerklicher Finesse erobertem gedanklichen Irrgarten bleiben. Jim Carrey und Kate Winslet als schlecht gelaunte, schlecht angezogene, unsympathische Nerds mit gebrochenen Herzen und befleckten Seelen wird das Publikum jedoch in nur zu guter Erinnerung behalten. cm.

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