Vergebung (2009)

Originaltitel: Luftslottet som sprängdes
Vergebung Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Vergebung: Die "Millennium"-Trilogie geht in die letzte Runde: Nerven aufreibender, actionreicher Thriller und atmosphärisch stimmiger Politkrimi in bester skandinavischer Tradition.

Lisbet Salander wird beim Kampf mit ihrem Widersacher Zala schwer verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Sie schwebt weiterhin in höchster Lebensgefahr, will doch nun der Geheimdienst sie mundtot machen, damit die Verbindung zwischen Zala und höchsten Regierungskreisen nicht publik wird. Derweilen setzt der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist alles daran, Lisbeths Unschuld an den Morden an ihrem sadistischen Vormund sowie zwei Journalisten zu beweisen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der (vorläufige) Abschluss von Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie (es existiert ein unvollendetes viertes Buch, das eventuell doch noch erscheint) setzt genau dort ein, wo „Verdammnis“ endet, weshalb man zum besseren Verständnis den Vorgänger kennen sollte. Wie beim zweiten Teil nahm TV-Routinier Daniel Alfredson auf dem Regiestuhl Platz, was bedeutet, dass man einen zwar durchaus fesselnden, aber konventionellen Thriller geboten bekommt, der erneut nicht an die Stärken des packenden ersten Teils „Verblendung“ anknüpfen kann und will.

    Es liegt wohl mehr am ausufernden Plot der 800-Seiten-Vorlage mit unzähligen Nebensträngen, dass sich der Politthriller in seinen miteinander verwobenen Erzählsträngen und zahlreichen Nebencharakteren, die teilweise in den Vorgängerbänden eingeführt wurden, etwas verzettelt und unübersichtlich wirkt. Zu den Schwächen der (gekürzten) Kinofassung gehört es, dass manche Nebencharaktere schlicht vergessen werden, wie der Zeuge Gunnar Björk, von dessen Ermordung man in einem Nebensatz erfährt, oder Lisbeths lesbische, verwundete Freundin Vivian Wu. Vielleicht begegnet man ihnen in der längeren TV-Fassung wieder, denn von jeder Kinoadaption existiert zusätzlich eine zweiteilige, je 90-minüigte Fernsehversion, die bei uns voraussichtlich nächstes Jahr ausgestrahlt wird.

    Man kennt das Erzählprinzip aus den ersten Teilen: Hackerin Lisbeth Salander und Starjournalist Mikael Blomkvist ermitteln beide parallel gegen ihre Widersacher, wobei sie (hier notgedrungen) erst gegen Ende erneut aufeinander treffen. Direkt und indirekt unterstützen sie sich jedoch bei den Nachforschungen und setzen geheime Mails sowie verborgene Dateien als Waffe ein, was die unterschwellige Spannung zwischen beiden Protagonisten aufrecht erhält, so dass stets offen bleibt, ob das Duo doch noch ein Paar werden kann. Selbst wenn Autor Larsson inhaltliche Schwächen offenbart, muss man doch zur Kenntnis nehmen, dass jeder seiner sozialkritischen Krimis einem anderen Sujet folgt: „Verblendung“ dreht sich um eine Serienkillerjagd, „Verdammnis“ um den Kampf gegen organisierte Kriminalität mit mafiaähnlichen Strukturen, während „Vergebung“ einen Justiz- und Verschwörungsthriller liefert.

    Kritisiert wurde besonders die Figur des blonden, Schmerz unempfindlichen Killers Ronald Niedermann - natürlich ein deutscher Ex-Boxer, eine Figur wie aus einem James Bond-Reißer, der allerdings in dieser Form schon in der Romanvorlage angelegt ist, wo er dank einer ausführlicheren Charakterisierung nicht ganz so eindimensional erscheint. Aufgrund der etwas atemlosen Umsetzung bleiben soziale Hintergründe zur schwedischen Politik, besonders die Verfehlungen der Siebziger, stark an der Oberfläche, und ausländische Zuschauer müssen sich hier erst einmal zurecht finden. Ansonsten gilt ähnliches wie beim Vorgänger: Eher orientiert sich die Inszenierung am TV-Standard, so dass der Wunsch nach echten Kinothriller-Flair nur halbwegs erfüllt wird. Wer eine ausgeprägtere Figurenzeichnung wünscht, muss entweder auf die TV-Fassung warten oder gleich zur Romanvorlage greifen.

    Fazit: Solider, sozialkritischer Politkrimi mit gelegentlichen Schwächen in der Erzählstruktur.
  • In bewährter skandinavischer Krimimanier beschließt das Trio Noomi Rapace, Michael Nyqvist und Daniel Alfredson Stieg Larssons dreiteilige Bestseller-Adaption.

    “Verblendung”, “Verdammnis”, “Vergebung”… Stieg Larssons fulminante “Millennium-Trilogie” geht in die letzte Runde. Regie führte wie bei Teil zwei, erneut nach Jonas Frykbergs Drehbuch, Daniel Alfredson, was insofern Sinn macht, weil die Story – nach finalem Cliffhanger – direkt dort anknüpft, wo “Verdammnis” aufhörte und beide “Folgen” im Prinzip als ein langer Film gesehen werden können. Entsprechend gleichen sich auch Machart und Aufbau, entsprechend werden hier nach dem etwas ruhigeren “Zwischenspiel” eher die Spannungselemente, weniger die psychologischen Momente herausgearbeitet.

    Die Punk-Ermittlerin Lisbeth Salander, wieder überzeugend zum Leben erweckt von Noomi Rapace, wird nach einem Kampf mit ihrem Widersacher Zala mit einer Schussverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Doch in Sicherheit ist sie deswegen nicht, trachtet ihr doch nun der Geheimdienst nach dem Leben, der auf keinen Fall will, dass die Verbindung zwischen Zala und höchsten Regierungskreisen bekannt wird. Derweilen arbeitet der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (gleichbleibend gut: Michael Nyqvist) fieberhaft daran, Lisbeths Unschuld an den Morden an ihrem sadistischen Vormund und zwei Journalisten zu beweisen.

    Mit Hilfe einer langen, verschachtelten Parallelhandlung erzählt Alfredson seinen Nerven aufreibenden Thriller. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt der Film, der sich abwechselnd auf seine beiden Protagonisten konzentriert und die Geschichte jeweils aus deren Blickwinkel schildert. Wieder geht es um Perversion und Scheinmoral, um Hass und Verlogenheit, um Gewalt und Familiengeheimnisse – (mögliche) staatserschütternde Konsequenzen inklusive. Die bekannten Zutaten skandinavischer Krimiqualitätsware sind vorhanden, für Hitchcockschen Suspense ist reichlich gesorgt, dafür fehlt weitgehend der feministische Blickwinkel, der viel zur Qualität von “Verblendung” beitrug.

    Atmosphärisch überzeugt “Vergebung” wie schon seine Vorläufer, dunkel und düster, blau-schwarz hält “Mankell”-Kameramann Peter Mokrosinski seine Bilder, ob Hospital, Gefängnis oder auch freie Natur, bedrohlich legt Jacob Groth seinen Soundtrack an. (Fast) zu viel Wert wird auf beinharte Action gelegt, der Nebenplot um eine Rockerbande wirkt etwas aufgesetzt – wie auch die Irokesenfrisur mit der Salander erhobenen Hauptes zur Gerichtsverhandlung schreitet. Insgesamt geradliniger fällt diese Larsson-Adaption aus, Politmachenschaften drängen persönliche Dramen in den Hintergrund. Eine Entscheidung, die wohl der berechtigten Hoffnung nach (noch) breiterem Publikumszuspruch geschuldet ist. geh.

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