Verblendung (2009)

Originaltitel: Män som hatar kvinnor
Verblendung Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Verblendung: Prickelnde Verfilmung des ersten Romans der "Millennium"-Trilogie von Stieg Larsson, in dem ein Journalist und eine Hackerin einem 40-jährigen Verbrechen auf die Spur kommen.

Der aufrechte Investigationsjournalist Mikael Blomqvist von der unbestechlichen Zeitung “Millennium” lässt sich von dem 82- jährigen Patriarchen Henrik Vanger anheuern, das Mysterium um seine 40 Jahre zuvor verschwundene Nichte Harriet zu lösen. Der Zufall führt Blomqvist mit der sozial nicht unbedingt kompatiblen Hackerin Lisbeth Salander zusammen, die mit der Welt auf Kriegsfuß steht, sich aber als unschätzbare Hilfe erweist, als man auf Nazi- Machenschaften, sexuellen Missbrauch und Inzest stößt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach dem ersten Teil der erfolgreichen „Millenniums“-Romantrilogie schuf TV-Regisseur Niels Arden Oplev, der mit dem nostalgischen Kinderfilm „Der Traum“ in Schweden reüssierte, einen düsteren, fesselnden Thriller. Im Mittelpunkt der drei Bücher des früh verstorbenen Neonazismus-Experten Stieg Larsson stehen die fatalen Auswirkungen des zweiten Weltkriegs auf die Gegenwart zwischen Generationskonflikten, Schuldverdrängung, Rassismus und Rechtsextremismus. Die Schuld der Väter überträgt sich hier längst auf die nächste Generation.

    Angesichts einer umfangreichen Vorlage von rund 700 Seiten beim ersten Band mussten die Autoren notwendigerweise Kürzungen vornehmen. Allein Pro- und Epilog, in der 2 1/2-stündigen Adaption in wenigen Minuten abgehandelt, umfassen schon je 100 Seiten. Deshalb belässt man es bei den amourösen Abenteuern des Protagonisten mit seiner verheirateten Kollegin Erika Berger von der Zeitung „Millennium“ und mit Cecilia Vanger, verdächtige Tochter des Nazi-Anhängers Harald Vanger, bei vagen Andeutungen. Der Verzicht auf die Ladykiller-Ausstrahlung von Starreporter Mikael Blomkvist nutzt nicht nur der Dramaturgie, sondern lässt ihn weitaus gebrochener und desillusionierter wirken.

    In der introvertierten, störrischen Lisbeth Salander, als Kind in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht, findet dieser nicht nur eine unerwartete Helferin, sonder auch eine Gesinnungsgenossin, so dass sich Oplev sinnvollerweise auf ihre verhalten entwickelnde Beziehung konzentriert. Bis beide im Mittelteil aufeinander treffen, verknüpft der Film ihre Recherchen parallel, wobei die punkige, tätowierte Lisbeth als distanziert und abweisend eingeführt wird, was angesichts ihres sadistischen Vormunds und früherer Erlebnisse verständlich erscheint.

    In Nebenrollen treten mit Sven-Bertil Taube („Der Adler ist gelandet“), Marika Lagercrantz als Cecilia und Peter „Kommissar Beck“ Haber einige Stars des schwedischen Kinos auf. Durch notwendige Verkürzungen der Handlungsstränge und Streichungen beim Figurenarsenal wirkt die Intrige zwar etwas durchschaubar, so dass man relativ bald auf die Identität des Killers tippen kann. Das schmälert allerdings nicht die geschickt aufgebaute Dramaturgie, die noch mit einigen Wendungen aufwarten kann und die Spannung der mit kurzen Rückblenden versetzten Mörderjagd bis zum Ende hält.

    Fazit: Fesselnde skandinavische Krimikost mit einigen Härten, die zwar das Krimigenre nicht revolutioniert, aber für solide Unterhaltung sorgt.
  • Fulminante Verfilmung des ersten gleichnamigen Romans von Stieg Larssons “Millenium”-Trilogie über das mysteriöse Verschwinden einer jungen Frau und familiäre Katastrophen.

    Verborgen hinter der bürgerlichen Fassade tun sich Abgründe auf an Perversion, Lüge und Unmoral. Düstere Familiengeheimnisse sind die Spezialität unserer skandinavischen Nachbarn, nicht erst seit Thomas Vinterbergs “Das Fest”. Die Flecken auf der weißen Weste der altehrwürdigen Vanger-Sippschaft deckt Niels Arden Oplevs Leinwandadaption von Stieg Larssons erstem Band der Millenium-Trilogie auf. Jedes Jahr zum Geburtstag erhält Henrik Vanger, ein reicher Patriarch, gepresste Blüten hinter Glas, für den 82jährigen das Geschenk des Mörders seiner Lieblingsnichte, das junge Mädchen verschwand vor vierzig Jahren einfach. Ein politisch engagierter Enthüllungsjournalist soll den alten Fall wieder aufrollen und klären. Mit Hilfe einer Hackerin stößt er nicht nur auf Nazi-Umtriebe, sondern auf Ungereimtheiten, Gewalt und sexuellen Missbrauch, ein Sodom und Gomorrha. “Die Krone der Schöpfung, der Mensch, das Schwein”, Gottfried Benns pessimistisches Urteil über den Homo Sapiens trifft hier voll ins Schwarze.

    Eine Reihe von zehn Büchern plante der schwedische Autor Stieg Larsson, der 2004 urplötzlich an einem Herzinfarkt starb, nur drei, die “Millennium Trilogie” wurden posthum veröffentlicht und ein Riesenerfolg – “Verblendung” war das bestverkaufte Buch in der EU im Jahr 2008 mit allein in Deutschland über drei Millionen begeisterten Lesern. Dem Dänen Oplev (“Der Traum”) gelingt ein kleines Wunder, er strafft die über 700 Seiten des virtuosen Konvuluts zu einem kompakten Drama aus einem Guss, ohne wichtige Handlungsstränge oder Figuren zu vernachlässigen. Allein die genaue Analyse eines Fotos entpuppt sich als psychologisch aufregendes Puzzle. Beim akribischen Aufdecken von Lebenslügen prallen zwei Charaktere aufeinander, der investigative Journalist Mikael Blomqvist, der wegen gezielter Verleumdung seinen Job verlor und nun seinen seriösen Ruf wieder herstellen möchte und die rebellische Computerexpertin Lisbeth Salander, psychiatrie-geschädigt, abweisend und jedem gegenüber misstrauisch. Beides ungewöhnliche Menschen, deren Wege und Emotionen sich kreuzen. Noomi Rapace ist fabelhaft als unkontrollierbares Wutbündel, die sogar dem beeindruckenden Michael Nyqvist die emotionale Schau stiehlt. Man möchte keine der beängstigend intensiven 152 Minuten dieses alptraumhaften und düsteren Thrillers missen, ein veritabler Höllenritt durch niedrige Instinkte – radikal, grausam, faszinierend. Freuen darf man sich jetzt schon auf “Verdammnis” und “Vergebung”, Teil 2 und 3 der Trilogie, die 2010 ins Kino kommen. mk.

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