Vatertage - Opa über Nacht (2012)

Vatertage - Opa über Nacht Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Vatertage - Opa über Nacht: Komödie über einen Münchner Lebenskünstler und Rikschafahrer, der plötzlich von einer 17-Jährigen mit Baby besucht wird, die behauptet, seine Tochter zu sein und unbedingt Geld braucht.

Als beim Vollblutmünchner, Rikschafahrer und Lebenskünstler Basti plötzlich eine 17Jährige samt Baby vor der Tür steht und behauptet seine Tochter zu sein, fällt dem 36Jährigen eine Jugendsünde wieder ein, die heiße Nacht mit einer Schülerin aus der “Zone”. Das Mädel will eigentlich nur Geld und findet dann den bis dato unbekannten Papa super, auch wenn bei ihm finanziell nichts zu holen ist. Und langsam gewöhnt sich der Womanizer an seine neue Rolle als Vater und Großvater, bis dann noch eine zweite Überraschung auf ihn wartet.

Ein Münchner Lebenskünstler wird von einer 17-Jährigen mit Baby besucht, die behauptet, seine Tochter zu sein, und unbedingt Geld braucht. Bayerische Komödie, in der zwar kein Weißwurst-Klischee ausgelassen wird, die aber dennoch gute Laune macht.

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    Jurybegründung:

    Basti ist 37 Jahre alt und doch nie so richtig erwachsen geworden. Mit seinen Freunden betreibt er in München einen Rikscha-Service namens "Wadlbeißer". Treue ist für ihn ein Fremdwort und auch ansonsten lebt er eher in den Tag hinein. Dies ändert sich schlagartig, als die 17jährige Dina aus Bitterfeld vor ihm steht. Sie behauptet, seine Tochter zu sein. Ihren kleinen Sohn hat sie gleich mit im Schlepptau. Damit ist Basti Vater und Opa gleichzeitig. Und beides wollte er doch gar nicht sein. Eine warmherzige und stimmige Komödie ist Regisseur Rasper hier gelungen, die durch ein spritziges Drehbuch überzeugt. Den ewig jungen Basti verkörpert Sebastian Bezzel gleichzeitig spitzbübisch charmant und grantlerisch, und das Nachwuchstalent Sarah Horvarth ist ihm als schnodderig-freche Tochter Dina absolut ebenbürtig. Und auch der Rest des Ensembles, allen voran Monika Gruber und Heiner Lauterbach, zeigt große Spielfreude. Mit der passenden Musik und einer gehörigen Portion Lokalkolorit ist es ein Vergnügen, Basti beim Hineinwachsen in die Vater- und Oparolle zuzusehen. Windel statt Weisswurst - beste Unterhaltung mit Münchner Charme.

    Jurybegründung:

    Es gibt Menschen, denen es gelingt, aus ihrem Leben so gut es geht ein Freudenfest zu machen. Um dieses Tag für Tag so richtig genießen zu können, ist Arbeit eher lästig. Und so hat der Held des Films, Basti, zum Glück den richtigen Beruf gefunden. Zusammen mit den Kumpels der "Wadlbeißer"-Brassband hat er ein Fahrrad-Rikscha-Unternehmen gegründet und kutschiert Touristen durch München, was meistens eher Spaß denn Arbeit ist, wenn man den ausländischen Gästen beim Erklären der touristischen Sehenswürdigkeiten auch noch herrliche Lügengeschichten auftischen kann. Und dann wohnt und lebt man selbst wie ein König in dieser Traumstadt, ist im besten Mannesalter, sieht blendend aus und die Mädels rennen einem das Schlafzimmer ein. Und da platzt eines Tages die 17jährige Dina in Bastis Welt und sein Leben steht auf dem Kopf. Nun hat er plötzlich eine Tochter plus Kind, was heißt: Er ist schon Großvater.
    Dies ist der Beginn des Films und beileibe nicht die einzige handfeste Überraschung bis ganz zum Ende. Es hagelt nur so an dramatischen Wendungen, weitere Personen tauchen auf und erweitern den chaotischen Theaterraum, in dem der Reigen um Basti stattfindet. Dass dieser dann vom notorischen Schürzenjäger zum liebevollen Papa und Opa mutiert, gehört zu den liebevollsten Einfällen, die das überreiche Drehbuch mit herrlichen Dialogen zu bieten hat.
    Es fehlt dabei aber auch gar nichts, was selbst im weitesten Sinne zum Thema des Films - siehe Filmtitel -zählen mag. Man hätte daraus eine grandiose Filmklamotte machen können, was das zitierte Drehbuch, die wunderbare Inszenierung von Ingo Rasper und ein herrlich zusammengestellter Cast an tollen Schauspielern aber sehr erfolgreich verhindert. Keiner der vielen Gags ist unter der Gürtellinie, das Spiel des Darsteller-Teams zauberhaft natürlich, wobei Sebastian Bezzel zu Hochform aufläuft, Sarah Horváth eine echte Entdeckung ist und Heiner Lauterbach eine Glanzparodie als Schwuchtel abzuliefern vermag.
    Ein besonderes Lob verdient die musikalische Begleitung (auch die Brassband!), die phantastische Ausstattung von Bastis Traumhaus mit "Tarzan"-Pool und die gute Kameraführung und Farbgestaltung.
    Was den Film im Genre Komödie dann letztlich auf ein Niveau hebt, was eine Auszeichnung mit dem Prädikat "besonders wertvoll" verdient, ist, dass die Themen des Films, um die es letztlich geht (wie "Beziehungsprobleme mit Kind, ohne Kind, Kindverschweigen, Kindverweigern, Unfruchtbarkeit, Vatersuche etc.) durchaus mit ernsthaftem Unterton eingebracht wurden.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „Vatertage – Opa über Nacht“ erzählt allzu routiniert und klischeehaft von der Läuterung eines bajuwarischen Hallodris – eine Entdeckung freilich versteckt sich in einer der Nebenrollen.
  • Bayerische Heimatfilme sind angesagt. Nach Joseph Vilsmaiers Flug über “Bavaria”, Markus Gollers “Eine ganz heiße Nummer” oder Marcus H. Rosenmüllers “Wer’s glaubt wird selig”, erwärmt sich jetzt auch der Nicht-Bayer Ingo Rasper für bajuwarische Lebensart. Und trifft als “Preuße” nicht immer ins Schwarze.

    Manche Männer glauben, der absolute Knaller zu sein, auch wenn Krähenfüße um die Äuglein und der Ansatz eines Bäuchleins von leichter Verwitterung künden. Eines dieser Exemplare, die nie erwachsen werden wollen, ist Basti, seines Zeichens Chef des Rikscha-Unternehmens “Wadlbeißer” in München. Der 36Jährige legt Mädels reihenweise flach, stärkt sich gerne mit Weißbier und Weißwurst und spielt in einer bayerischen Brassband. So weit so gut. Bis die 17jährige Dina samt Söhnchen aus Bitterfeld in der Stube steht und behauptet, Tochter eines One-Night-Stands mit einer “Ossi” zu sein. Und da fällt dem Womanizer die Jugendsünde mit der Schülerin aus der “Zone” vor 18 Jahren wieder ein, die beim Schulausflug Münchens Attraktionen erkundete. Ruckzuck wandelt sich der Saulus zum Paulus und wird nach einigen Identitätskonflikten zum netten Daddy und liebevollen Großvater. Dumm nur, dass Dinas pampige Mutter – Dinas prollige Freundin – Entschädigung für nicht gezahlte Alimente am Telefon fordert, erst 10000, dann 15000 Euro. Also heißt es in die Pedale treten, Vater, Schwester und Freunde anpumpen, bis eine zweite Überraschung alles wieder aus dem Lot wirft.

    Diese bayerische Komödie lässt kein Klischee aus – von der Lederhose über den Leberkäs bis zur Blasmusik ist alles dabei, was sich ein Nordlicht unter München vorstellt. Das ist für den Einheimischen vielleicht manchmal etwas zu viel des Guten und nicht gerade mit dem Humor nördlich der Mainlinie kompatibel, auch wenn Witz aufblitzt – da glaubt Dinas Proll-Freundin fest, jeder München habe 10000 Euro zu Hause liegen, jedes dämliche Blondchen in der Nobeldisco P 1 (dem “Oanser”) Fußballer aufreißen können, weniger witzig das Stereotyp von betrunkenen Meisjes auf dem Oktoberfest, die wissen möchten, was in der Lederhose steckt. Über die Untiefen des Humors bei dieser mit den üblichen Versatzstücken verzierten Komödie über (falsche) Familienzusammenführung helfen die selbstironischen Darsteller hinweg. Sebastian Bezzel mit Loddel-Charme als überzeugter Single, ein schauspielerisches Pfund seine “Schwester” Monika Gruber mit scharfer Zunge und ein lässiger Heiner Lauterbach als Bastis schwuler Vater samt griechischem Lover – zum Küssen schräg. Die jungendlich weibliche Note steuert Sarah Norváth bei. mk.
  • Der Sommer holt gerade zum letzten Hitzeschlag aus, und das Oktoberfest ist auch nicht mehr weit - der Kinostart für Ingo Raspers betont lockere Sommer-München-Feelgoodkomödie "Vatertage - Opa über Nacht" könnte also passender kaum gewählt sein - zumal ein wenig Lokalkolorit, all der "Schmarrn" und die kleinen Eigenheiten und großen Vorurteile, die sich in einem so distinktiv gesetzten Setting finden lassen, eigentlich einen guten Grundstoff abgäben für feinsinnigen, satirischen Humor. Und, freilich, in Bayern dürfen es auch ein paar derbe Schenkelklopfer sein.

    Ganz eindeutig allerdings ist Ingo Rasper, der tatsächlich in Hildesheim geboren wurde, kein Münchner. Daher interessiert ihn an der Stadt, der er großartige Postkartenbilder von Feldherrnhalle und Wiener Platz widmet, auch nicht das Urwüchsige, das Besondere, womöglich gar Hässliche oder das versteckte Elend abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Nun gibt es Schlimmeres als einen München-Film für Nicht-Münchner zu drehen, wenn der Autor Thomas Bahmann nur irgend etwas zu sagen hätte über diese Stadt. Etwas, das darüber hinausginge, dass Mädels aus Bitterfeld gerne ins "Oanser" (die Nobeldisco P1) gehen würden, wenn sie es denn richtig aussprechen könnten und ihnen nicht gerade schlecht ist von zu vielen Weißwürsten oder dass die "Wiesn" von ebenso betrunkenen wie willigen Niederländerinnen frequentiert wird.

    Der Tunichtgut mit einem Schuss typisch bajuwarischen Grantlers, der bekehrt werden muss, eine Familie, die zusammenzufinden hat, und wie das eine das andere bedingt am Ende einer turbulenten Reise mit Zwischenhochs, Enthüllungen und tiefsten Abgründen – das sind die Versatzstücke, aus denen Bahmann und Rasper Figuren und Plot gebastelt haben. Wenn die Vorurteile allerdings erst einmal aufeinander geprallt sind, die Konflikte sich etabliert haben und die Arena bereitet ist für die Turbulenzen, die da noch kommen mögen, nimmt auch die Handlung angenehm Tempo auf. Sonderlich überraschend gestaltet sich dennoch keine der Wendungen, die der Film bereit hält.

    Dafür sind manche Rollen erfreulich gegen den Strich des landläufigen Images ihrer Darsteller gebürstet. Wo die Kabarettistin Monika Gruber als personifiziertes schlechtes Gewissen Bastis in Gestalt seiner Schwester Thea so wunderbar wie vorhersehbar ätzt, wie es nur wenige können, und Irm Herrmann aus der ach so freigeistigen Fassbinder-Clique als zugeknöpfte Frau Oberrotter vom Amt eher einen Insider-Witz darstellt, der an der Zielgruppe vorbeigehen dürfte – da darf man sich durchaus auf Heiner Lauterbach freuen. Ja, der Lauterbach mit den Alkoholexzessen und Weibergeschichten. Hier spielt er Lambert, den schwulen Vater von Basti, mit einem Schlenkern, einer Lässigkeit und einem verschmitzten Selbstbewusstsein, als sei dies die Rolle seines Lebens.

    Schade nur, dass Rasper, der 2005 in seinem Kurzfilm "Neuschwanstein Conspiracy" noch die imperialistischen Ami-Schweine einen Angriff auf das Märchenschloss von König Ludwig II. planen ließ, insgesamt wenig mehr tut, als ein Klischee auf das nächste zu häufen. Keine Spur von der aufklärerischen Schärfe der Satire, und nur wenige neue, irgendwie originelle Ideen, mit denen sich diese Geschichte hinaus aus den konventionellen Bahnen lenken ließe.

    Fazit: "Vatertage - Opa über Nacht" bietet einen herausragenden Heiner Lauterbach als alternden Homosexuellen und eine einigermaßen launig-flotte Inszenierung, die jedoch unter den vielen Klischees und Vorhersehbarkeiten von Figurenzeichnung und Plot deutlich leidet.
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Darsteller und Crew

News und Stories

  • Exorzismus und zwei deutsche Filme im Heimkino

    StudioCanal wird im März 2013 mit dem Horror-Thriller "Possession - Das Dunkle in Dir" sowie den beiden deutschen Produktionen "Vatertage - Opa über Nacht" und "Kleine Morde" drei aktuelle Filme auf DVD und Blu-ray in die Videotheken bringen. Die Kauf-Versionen folgen jeweils im April 2013.

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