Vatertage - Opa über Nacht (2012)

Vatertage - Opa über Nacht Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Vatertage - Opa über Nacht: Komödie über einen Münchner Lebenskünstler und Rikschafahrer, der plötzlich von einer 17-Jährigen mit Baby besucht wird, die behauptet, seine Tochter zu sein und unbedingt Geld braucht.

Als beim Vollblutmünchner, Rikschafahrer und Lebenskünstler Basti plötzlich eine 17Jährige samt Baby vor der Tür steht und behauptet seine Tochter zu sein, fällt dem 36Jährigen eine Jugendsünde wieder ein, die heiße Nacht mit einer Schülerin aus der “Zone”. Das Mädel will eigentlich nur Geld und findet dann den bis dato unbekannten Papa super, auch wenn bei ihm finanziell nichts zu holen ist. Und langsam gewöhnt sich der Womanizer an seine neue Rolle als Vater und Großvater, bis dann noch eine zweite Überraschung auf ihn wartet.

Ein Münchner Lebenskünstler wird von einer 17-Jährigen mit Baby besucht, die behauptet, seine Tochter zu sein, und unbedingt Geld braucht. Bayerische Komödie, in der zwar kein Weißwurst-Klischee ausgelassen wird, die aber dennoch gute Laune macht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Vatertage – Opa über Nacht“ erzählt allzu routiniert und klischeehaft von der Läuterung eines bajuwarischen Hallodris – eine Entdeckung freilich versteckt sich in einer der Nebenrollen.
  • Bayerische Heimatfilme sind angesagt. Nach Joseph Vilsmaiers Flug über “Bavaria”, Markus Gollers “Eine ganz heiße Nummer” oder Marcus H. Rosenmüllers “Wer’s glaubt wird selig”, erwärmt sich jetzt auch der Nicht-Bayer Ingo Rasper für bajuwarische Lebensart. Und trifft als “Preuße” nicht immer ins Schwarze.

    Manche Männer glauben, der absolute Knaller zu sein, auch wenn Krähenfüße um die Äuglein und der Ansatz eines Bäuchleins von leichter Verwitterung künden. Eines dieser Exemplare, die nie erwachsen werden wollen, ist Basti, seines Zeichens Chef des Rikscha-Unternehmens “Wadlbeißer” in München. Der 36Jährige legt Mädels reihenweise flach, stärkt sich gerne mit Weißbier und Weißwurst und spielt in einer bayerischen Brassband. So weit so gut. Bis die 17jährige Dina samt Söhnchen aus Bitterfeld in der Stube steht und behauptet, Tochter eines One-Night-Stands mit einer “Ossi” zu sein. Und da fällt dem Womanizer die Jugendsünde mit der Schülerin aus der “Zone” vor 18 Jahren wieder ein, die beim Schulausflug Münchens Attraktionen erkundete. Ruckzuck wandelt sich der Saulus zum Paulus und wird nach einigen Identitätskonflikten zum netten Daddy und liebevollen Großvater. Dumm nur, dass Dinas pampige Mutter – Dinas prollige Freundin – Entschädigung für nicht gezahlte Alimente am Telefon fordert, erst 10000, dann 15000 Euro. Also heißt es in die Pedale treten, Vater, Schwester und Freunde anpumpen, bis eine zweite Überraschung alles wieder aus dem Lot wirft.

    Diese bayerische Komödie lässt kein Klischee aus – von der Lederhose über den Leberkäs bis zur Blasmusik ist alles dabei, was sich ein Nordlicht unter München vorstellt. Das ist für den Einheimischen vielleicht manchmal etwas zu viel des Guten und nicht gerade mit dem Humor nördlich der Mainlinie kompatibel, auch wenn Witz aufblitzt – da glaubt Dinas Proll-Freundin fest, jeder München habe 10000 Euro zu Hause liegen, jedes dämliche Blondchen in der Nobeldisco P 1 (dem “Oanser”) Fußballer aufreißen können, weniger witzig das Stereotyp von betrunkenen Meisjes auf dem Oktoberfest, die wissen möchten, was in der Lederhose steckt. Über die Untiefen des Humors bei dieser mit den üblichen Versatzstücken verzierten Komödie über (falsche) Familienzusammenführung helfen die selbstironischen Darsteller hinweg. Sebastian Bezzel mit Loddel-Charme als überzeugter Single, ein schauspielerisches Pfund seine “Schwester” Monika Gruber mit scharfer Zunge und ein lässiger Heiner Lauterbach als Bastis schwuler Vater samt griechischem Lover – zum Küssen schräg. Die jungendlich weibliche Note steuert Sarah Norváth bei. mk.
  • Der Sommer holt gerade zum letzten Hitzeschlag aus, und das Oktoberfest ist auch nicht mehr weit - der Kinostart für Ingo Raspers betont lockere Sommer-München-Feelgoodkomödie "Vatertage - Opa über Nacht" könnte also passender kaum gewählt sein - zumal ein wenig Lokalkolorit, all der "Schmarrn" und die kleinen Eigenheiten und großen Vorurteile, die sich in einem so distinktiv gesetzten Setting finden lassen, eigentlich einen guten Grundstoff abgäben für feinsinnigen, satirischen Humor. Und, freilich, in Bayern dürfen es auch ein paar derbe Schenkelklopfer sein.

    Ganz eindeutig allerdings ist Ingo Rasper, der tatsächlich in Hildesheim geboren wurde, kein Münchner. Daher interessiert ihn an der Stadt, der er großartige Postkartenbilder von Feldherrnhalle und Wiener Platz widmet, auch nicht das Urwüchsige, das Besondere, womöglich gar Hässliche oder das versteckte Elend abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Nun gibt es Schlimmeres als einen München-Film für Nicht-Münchner zu drehen, wenn der Autor Thomas Bahmann nur irgend etwas zu sagen hätte über diese Stadt. Etwas, das darüber hinausginge, dass Mädels aus Bitterfeld gerne ins "Oanser" (die Nobeldisco P1) gehen würden, wenn sie es denn richtig aussprechen könnten und ihnen nicht gerade schlecht ist von zu vielen Weißwürsten oder dass die "Wiesn" von ebenso betrunkenen wie willigen Niederländerinnen frequentiert wird.

    Der Tunichtgut mit einem Schuss typisch bajuwarischen Grantlers, der bekehrt werden muss, eine Familie, die zusammenzufinden hat, und wie das eine das andere bedingt am Ende einer turbulenten Reise mit Zwischenhochs, Enthüllungen und tiefsten Abgründen – das sind die Versatzstücke, aus denen Bahmann und Rasper Figuren und Plot gebastelt haben. Wenn die Vorurteile allerdings erst einmal aufeinander geprallt sind, die Konflikte sich etabliert haben und die Arena bereitet ist für die Turbulenzen, die da noch kommen mögen, nimmt auch die Handlung angenehm Tempo auf. Sonderlich überraschend gestaltet sich dennoch keine der Wendungen, die der Film bereit hält.

    Dafür sind manche Rollen erfreulich gegen den Strich des landläufigen Images ihrer Darsteller gebürstet. Wo die Kabarettistin Monika Gruber als personifiziertes schlechtes Gewissen Bastis in Gestalt seiner Schwester Thea so wunderbar wie vorhersehbar ätzt, wie es nur wenige können, und Irm Herrmann aus der ach so freigeistigen Fassbinder-Clique als zugeknöpfte Frau Oberrotter vom Amt eher einen Insider-Witz darstellt, der an der Zielgruppe vorbeigehen dürfte – da darf man sich durchaus auf Heiner Lauterbach freuen. Ja, der Lauterbach mit den Alkoholexzessen und Weibergeschichten. Hier spielt er Lambert, den schwulen Vater von Basti, mit einem Schlenkern, einer Lässigkeit und einem verschmitzten Selbstbewusstsein, als sei dies die Rolle seines Lebens.

    Schade nur, dass Rasper, der 2005 in seinem Kurzfilm "Neuschwanstein Conspiracy" noch die imperialistischen Ami-Schweine einen Angriff auf das Märchenschloss von König Ludwig II. planen ließ, insgesamt wenig mehr tut, als ein Klischee auf das nächste zu häufen. Keine Spur von der aufklärerischen Schärfe der Satire, und nur wenige neue, irgendwie originelle Ideen, mit denen sich diese Geschichte hinaus aus den konventionellen Bahnen lenken ließe.

    Fazit: "Vatertage - Opa über Nacht" bietet einen herausragenden Heiner Lauterbach als alternden Homosexuellen und eine einigermaßen launig-flotte Inszenierung, die jedoch unter den vielen Klischees und Vorhersehbarkeiten von Figurenzeichnung und Plot deutlich leidet.
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Darsteller und Crew

News und Stories

  • Exorzismus und zwei deutsche Filme im Heimkino

    StudioCanal wird im März 2013 mit dem Horror-Thriller "Possession - Das Dunkle in Dir" sowie den beiden deutschen Produktionen "Vatertage - Opa über Nacht" und "Kleine Morde" drei aktuelle Filme auf DVD und Blu-ray in die Videotheken bringen. Die Kauf-Versionen folgen jeweils im April 2013.

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