Und Jimmy ging zum Regenbogen (2008)

Und Jimmy ging zum Regenbogen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Und Jimmy ging zum Regenbogen: Fernsehfilm frei nach dem gleichnamigen Roman von Johannes Mario Simmel.

Der Argentinier Aranda kommt nach Berlin, um den Leichnam seines Vaters abzuholen. Schockiert erfährt er, dass der alte Herr nicht nur vergiftet wurde, sondern in jungen Jahren glühender Nazi war. Kurz vor seinem Tod hat er ein hochwirksames Nervengift erfunden. Prompt geriet er ins Visier diverser Geheimdienste. Dieses Schicksal widerfährt nun auch dem Sohn: Niemand glaubt ihm, dass er von nichts weiß. Einzige Vertraute wird ausgerechnet die Enkelin der Mörderin seines Vaters.

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Kritikerrezensionen

  • Heute ist kaum noch vorstellbar, wie sehr Johannes Mario Simmel in den Sechziger- und Siebzigerjahren die Buchszene dominiert hat. Für zusätzliche Popularität sorgten die Kinoverfilmungen. “Es muss nicht immer Kaviar sein”, “Liebe ist nur ein Wort”, “Und Jimmy ging zum Regenbogen”, “Gott schützt die Liebenden”: Allein die Titel waren ungemein einprägsam.

    Romane wie Filme folgten einem immer wieder ähnlichen Strickmuster, wobei die Komplexität der Vorlagen in den Adaptionen naturgemäß verflachte. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen gern normale Sterbliche, die mit existenziellen Fragen konfrontiert werden. Den Hintergrund bilden dabei große gesellschaftspolitische Themen, doch im Vordergrund geht es immer um Liebe. Die meisten Filme wurden von der Trias Luggi Waldleitner (Produktion), Manfred Purzer (Buch) und Alfred Vohrer (Regie) hergestellt, die immer wieder die gleichen Schauspieler besetzten: Harald Leipnitz als Held wider Willen, Judy Winter als tragische Geliebte, Herbert Fleischmann als zwielichtige Gestalt.

    Obwohl Simmel noch lebt, ist sein Werk etwas in Vergessenheit geraten. Der Produzent Oliver Berben hat sich nach und nach die Rechte an sämtlichen Romanen gesichert. Als bekannt wurde, dass er die Bücher fürs ZDF verfilmen werde, stand sein Telefon nicht mehr still: Eine Vielzahl anspruchsvoller Schauspieler, Autoren und Regisseure haben sich gemeldet, um an einer der Produktionen mitwirken zu können. Das ist um so überraschender, weil die Generation der Jahrgänge 1955 bis 1970 ein distanziertes Verhältnis zu Simmels Werk hatte: Simmel galt als massenpopuläre Trivialliteratur und typische Elternlektüre, es gehörte zum guten Ton, ihn abzulehnen.

    Für die Neuverfilmung des Thrillers “Und Jimmy ging zum Regenbogen” war Heino Ferch gemeinsam mit der dunkelhäutigen Schauspielerin Dennenesch Zoudé (Gattin von Berbens Stammregisseur Carlo Rola) erste Wahl. Ferch kam das Angebot gerade Recht: Er bemüht sich seit einiger Zeit sichtlich um Rollen, die sein Spektrum nicht auf physisch präsente Verantwortungsträger reduzieren. Manuel Aranda, die Hauptfigur aus “Und Jimmy ging zum Regenbogen”, ist alles andere als ein strahlender Held und ähnelt darin stark dem Plastefuger Hans Kuhlke in “Die Mauer – Berlin’ 61″. Das Härteste an dem Argentinier sind seine Cowboy-Stiefel. Er kommt nach Berlin, um die sterblichen Überreste seines Vaters abzuholen. Schockiert muss er erfahren, dass der alte Herr keineswegs eines natürlichen Todes gestorben ist. Und nicht nur das: Aranda senior, angeblich gebürtiger Argentinier, war in jungen Jahren glühender Nazi. Kurz vor seinem Tod hat der Chemiker ein hochwirksames Nervengift erfunden, das bereits in winzigen Dosen absolut tödlich ist. Prompt geriet er ins Visier diverser Geheimdienste. Dieses Schicksal widerfährt nun auch seinem Sohn, dem selbstredend niemand abnimmt, er wisse von nichts. Die einzige, die ihm glaubt, ist Irene Waldeck (Zoudé): Ihre Großmutter hat Manuels Vater ermordet. Nicht minder erschüttert entdeckt die Polizistin, dass die Schicksale der beiden Familien eng miteinander verknüpft sind.

    Anders als Alfred Vohrer vor knapp dreißig Jahren hat Carlo Rola den Film fast zurückhaltend inszeniert. Es dominieren Innen- und Nahaufnahmen sowie viele Dialoge, die Figuren scheinen sich regelrecht in einer Schockstarre zu befinden. Rola wollte sich offensichtlich von den alten Simmel-Filmen abheben und hat den Film daher sehr bewusst als Kammerspiel gestaltet. Was als Überraschungseffekt geplant ist, könnte sich als Bumerang entpuppen: Wer einen auftrumpfenden “Event”-Film erwartet, wird enttäuscht sein. Einzig die elegische Musik des mittlerweile verstorbenen Georg Kleinebreil, der zuletzt viel für Oliver Berben und Carlo Rola (“Die Patriarchin”, “Afrika, mon amour”) gearbeitet hat, vermittelt eine Ahnung von großem Kino. Durch die Konzentration auf das Seelenleben der Figuren mangelt es dem Film deutlich an Tempo und Spannung. Seltsam distanziert ist auch die Beziehung zwischen Manuel und Irene: von Knistern keine Spur.

    Simmel selbst hat übrigens darauf geachtet, dass der Geist seines Buches bewahrt bleibt: Er ist mit Carlo Rola befreundet. tpg.

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