Tropic Thunder (2008)

Tropic Thunder Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (4)
  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Tropic Thunder: Überdrehte Actionkomödie über einen Trupp verhätschelter Hollywood-Stars, die glauben, in Vietnam mit versteckten Kameras einen Kriegsfilm zu drehen, und in die Hände wahrer Drogenbarone fallen.

Für einen hochdramatischen Antikriegsfilm, den er vor Ort im Vietnam dreht, hat Regisseur Damien (Steve Coogan) eine ganze Riege Topstars verpflichtet: Actionikone Speedman (Ben Stiller) etwa, ein blasierter Muskelprotz, dazu der wehleidige Komiker Portnoy (Jack Black) und der ambitionierte Charaktermime Lazarus (Robert Downey Jr.), der sich für den Dreh extra die Hautfarbe schwärzen ließ. Während die Kamera läuft, greift die Drogenmafia an.

Drei Amigos drehen im Guerilla-Stil mit versteckter Kamera ein Kriegsdrama im Dschungel, bis eine Bande Drogenschmuggler scharf schießt und die aufgeblasenen Stars das für Fiktion halten. Nach “Zoolander” zieht Ben Stiller in einer herrlichen Komödie Hollywood durch den Kakao.

Regisseur Damien hat sich für seinen neuesten Film, das teuerste Vietnam-Drama aller Zeiten, die bestbezahlten Schauspieler gesichert, u. a. den blasierten Superstar Speedman, den verweichlichten Komiker Portnoy und den australischen Charakterstar Lazarus, der sich für seine Rolle sogar die Hautfarbe ändern lässt. Um nach anfänglichen Schwierigkeiten die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, will Damien den Film fortan im Guerilla-Stil mit versteckten Kameras. Deshalb glaubt die Schauspieler-Gruppe auch dann noch, die Kameras würden laufen, als sie im Dschungel von Drogengangstern aufgespürt werden, die sie für die amerikanische Geheimpolizei halten.

Regisseur Cockburn hat sich für seinen neuesten Film, das teuerste Vietnam-Drama aller Zeiten, die bestbezahlten Schauspieler gesichert, u. a. den blasierten Superstar Speedman, den verweichlichten Komiker Portnoy und den Charakterstar Lazarus. Um nach anfänglichen Schwierigkeiten optimale Ergebnisse zu erzielen, will Cockburn den Film fortan im Guerilla-Stil mit versteckten Kameras drehen. Deshalb glaubt die Schauspieler-Gruppe auch dann noch, die Kameras würden laufen, als sie im Dschungel von Drogengangstern aufgespürt werden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In Vietnam ist schon eine der größten Armeen der Welt gescheitert, beinahe auch Coppola mit seinem apokalyptischen Mammutfilmprojekt, auf jeden Fall aber Damien Cockburn mit dem größten Kriegsfilm aller Zeiten: „Tropic Thunder“. Stars wie Actionhero Tugg Speedman, bekannt durch die sechs „Torcher“-Filme, der mehrfache Oscarpreisträger Kirk Lazarus, der zuletzt im Homosexuelle-Mönche-Drama „Satan’s Alley“ reüssierte, der Comedyheld Jeff Portney („Furz I und II“) oder Hip-Hop-Idol Alpa Chino konnte er vor der Kamera versammeln – aber nicht zähmen, und wenn dann eine 4 Millionen-Dollar-Explosion einfach so losgeht, bevor die Kameras laufen, geht halt die Filmproduktion mit in die Luft.

    Ben Stillers „Tropic Thunder“ ist freilich nicht gescheitert. Er wurde ja auch nicht direkt im verfluchten Vietnam gedreht, sondern im Dschungel von Hawaii. Und dort an ganz abgelegenen Drehorten. Es ist dies der bisher aufwändigste Ben-Stiller-Film, er hat über 90 Millionen Dollar gekostet und sieht beinahe noch nach mehr aus. Action satt, Feuergefechte, Explosionen, Schlachten und Tod: alles ist drin, was einen echten Kriegsfilm ausmacht.

    Und dabei hat alles den Stiller-Touch von ironischer Überdrehtheit, von ans absurde grenzender Parodie; vom scharfen Blick auf die Zustände im Entertainmentbusiness (von dem Stiller selbst längst Teil ist), von den Mechanismen des Startums (die Stiller von sich selbst kennt). Hier nun spielt etwa Robert Downey Jr. einen Australier, der sich einer Hautpigmentoperation unterzogen hat, um einen schwarzen GI spielen zu können, ganz lebensecht, nach Method-Acting-Art. Und der diese Rolle des typischen Negers im Hollywoodfilm mit Haut und Haaren lebt: „Aus meiner Rolle geh ich erst raus, wenn die Audiokommentare gesprochen sind.“ Der sich also die ganze Zeit benimmt, wie sich Schwarze im Film halt zu benehmen haben, inkl. Negerslang; während der wirkliche Schwarze im Filmcast eine kleine, undankbare Nebenrolle innehat. Und Tugg Speedman, den Stiller himself spielt, wollte zuvor als Actionstar neue Wege gehen und spielte die ambitionierte Rolle des „Simple Jack“ in einem Südstaaten-Zurückgebliebenen-Drama, bei dem er freilich die Goldene Regel missachtete: Spiele nie einen Vollbehinderten, sondern nur Typen mit gewissem Tick wie in „Rain Man“; Volldeppen missachtet die Academy. „Tropic Thunder“, der Film im Film, nun soll Speedman aus der Karrierekrise heraushieven.

    So entblößt „Tropic Thunder“ ganz nebenbei die Welt der Vorurteile, die in Hollywood herrschen, ein Schubladendenken, wie es wohl nur in der Versicherungsbranche stärker vertreten ist.

    Ganz abgesehen davon zieht der Film natürlich auch konkret über die Klischees des Kriegsfilms her und überträgt die Topoi und Standardsituationen auf die im Dschungel versprengte Schauspielerschar, die von schlitzäugigen Drogenbanditen gejagt wird. Film im Film und Schauspieler des Films im Film wirken dabei also einerseits als veritable Actionkomödie mit einer Menge Pyro-Schauwerte, gleichzeitig als subtile ironische Brechung davon und als überspitzte Hollywood-Satire.

    Wenn dann die Schauspieler sich anschicken, das Drogenbandenlager zu stürmen, und alle stecken halstief im Schlamassel, gerät der Film fast in Gefahr, selbst an seinen Klischees zu ersticken; es geht in Richtung Banalität, wenn die eitlen und aufgeblasenen Hollywoodstars mitten in der Scheiße über sich hinauswachsen müssen, dabei sich selbst erkennen und zu sich selbst finden, was man halt alles als Botschaft in jedem Durchschnittsactionschinken findet. Da aber brechen plötzlich kollektiv Schauspieler-Rollen-Traumata auf, die selbstbezogene Luxuswelt, in der alle leben und denken, übernimmt wieder die Oberhand, und geschickt hat der Film wieder die Kurve gekriegt, die Hollywoodmechanismen mit den eigenen Mitteln zu schlagen.

    Dazu gehört auch ein umwerfender Auftritt von Tom Cruise, der offenbar in seinen Rollen immer viel besser ist als das Klischee seiner selbst, das man in den Klatschspalten findet. Mit Glatze, Hornbrille und Schmerbauch maskiert feuert er als cholerischer, geldgieriger Filmproduzent ein Feuerwerk an demütigenden Beschimpfungen ab (das sich in der Originalversion wahrscheinlich noch rabiater anhört als in der deutschen Synchonfassung). Und er entlässt die Zuschauer lächerlich tanzend aus dem Film.

    Fazit: Ben Stillers bisher aufwändigste Produktion macht sich über aufwändige Hollywoodproduktionen lustig; sehr, sehr lustig.
  • Die nicht zuletzt aufgrund ihrer Aufsehen erregenden Cameo-Auftritte mit Spannung erwartete neue Komödie von Ben Stiller entpuppt sich als spritzige Hollywood-Farce, die manchmal gerne noch smarter wäre, als sie es tatsächlich ist.

    Manchmal imitiert das Leben die Kunst. Das beweist “Tropic Thunder”, der die Exzesse Hollywoods und Selbstverliebtheit seiner Stars in Form einer überkandidelten Parodie auf “Apocalypse Now” im Besonderen und das Genre des Kriegsfilms im Allgemeinen auf die Hörner nimmt, sich selbst aber genau dieser Vergehen schuldig macht: Die erste Regiearbeit von Ben Stiller seit “Zoolander” vor sieben Jahren und dem Vorgänger zumindest in der absurden Prämisse und der Zeichnung der von Stiller selbst gespielten Hauptfigur ähnlich, verwischt die Grenzen zwischen Satire und Realität so extrem, dass er seine namhaften Schauspieler bisweilen etwas zu augenzwinkernd Karikaturen ihrer in der Öffentlichkeit bekannten Persönlichkeiten spielen lässt: Stiller ist der nicht allzu helle und von sich selbst eingenommene Actionheld Tug Speedman, der sich nach einem katastrophalen Versuch im ernsten Fach als Forrest-Gump-Verschnitt “Simple Jack” auf dem absteigenden Ast befindet und an alte glorreiche Tage anknüpfen will. Jack Black spielt den für seinen Hang zur Flatulenz bekannten und von sich selbst eingenommenen Comedystar Fats Portnoy, der seine Drogensucht verheimlichen will. Und Robert Downey Jr. liefert eine brillante Performance als australischer und von sich selbst eingenommener Method-Actor Kirk Lazarus, der für eine Rolle so weit geht, sich die Haut färben zu lassen. Begleitet von dem wirklich schwarzen Rapstar Alpa Chino und dem Nachwuchsdarsteller Kevin, der so unauffällig ist, dass sich niemand seinen Namen merken kann, werden sie vom Fegefeuer der Eitelkeiten in ein wirkliches Fegefeuer geschickt, in dem alle exklusiven Handys, Festplattenrekorder und Annehmlichkeiten des Lebens auf der Überholspur nichts helfen. Der Film-im-Film über das teuerste Vietnamepos aller Zeiten mit einem überforderten Erstlingsregisseur, der schon nach fünf Drehtagen zwei Monate hinter Plan ist, entwickelt sich zu einem grotesken und niemals ernst zu nehmenden Survivaldrama im südostasiatischen Dschungel: Ausgehend von der Grundidee von Drei Amigos, treibt er die nach mehreren Pannen orientierungslos durch das Dickicht irrende Superstargruppe zum klimaktischen Zusammenprall einer mordlustigen Drogenbande, was sich wahlweise als Stunde der Bewährung, Wahrheit oder Erkenntnis entpuppt.

    Alldieweil brennt Stiller ein Feuerwerk ab, zündender Gags ebenso wie endloser Kaskaden von Explosionen, hektischer Schnitte und plärrender Musik wie in einem Michael-Bay-Film. Tropic Thunder ist eine der lautesten Komödien aller Zeiten. Entsprechend laut und mit dicken Strichen aufgetragen müssen auch viele der Gags sein, um sich gegen die Kakophonie zu behaupten. Was nicht heißt, dass Subtilität keine Chance bekäme in dieser unablässigen Gagparade, die auch vor Pupswitzen keinen Halt macht: Im allgemeinen Getöse gehen die vielen cleverem Einfälle aber eher unter. Anders als in anderen gelungenen schwarzen Komödien über die Filmindustrie wie Robert Altmans “The Player” oder Michael Winterbottoms in Deutschland nach wie vor unveröffentlichtem “Tristram Shandy” geht es nicht darum, irgendetwas aufzudecken oder eine Erkenntnis zu Tage zu fördern. Stillers stets liebevolles Spiel mit Klischees und Stereotypen tut niemandem weh und hat ehrlich gesagt nichts zu erzählen, ist aber saukomisch, weil es sich stets nur Sprungbrett für seine Pointen versteht. Für einen Lacher ist jedes Mittel recht, ob es sich nun um die vielgerühmten Cameoauftritte, u. a. Tom Cruise als ebenso fetter wie fluchender Hollywood-Mogul oder Matthew McConaughey als Manager im Gewissenskonflikt, handelt, das Spiel mit Genrekonventionen gleich auf diversen Metaebenen (am begnadetsten: die den Film begleitende Dreharbeitendoku “Rains of Madness”, die sich an dem berühmten “Hearts of Darkness” orientiert) oder Geistesblitze wie die aberwitzigen Fake-Trailer, mit denen eingangs die Hauptfiguren der von Kriegsfilmveteran John Toll (“Der schmale Grat”) in prächtiges Licht gerückten Klamotte vorgestellt werden. Dass es schließlich die Nebenfiguren sind Nick Nolte als grimmiger Vietnamveteran mit Geheimnis, Danny McBride als orgiastischer Feuerteufel oder Steve Coogan als britischer Filmemacher, der förmlich aus dem Regiestuhl gesprengt wird -, die die nachhaltigsten Treffer landen, passt perfekt ins Konzept dieser Reise in den Scherz der Finsternis. ts.
  • Im Dschungel ist die Hölle los: Trotz kleiner Abstriche ist Tropic Thunder ein absolut gelungener Angriff auf die Lachmuskeln.
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Darsteller und Crew

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