Tor zum Himmel (2003)

Tor zum Himmel Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Tor zum Himmel: Romantisch-skurrile Liebesgeschichte zwischen einem russischen Arbeiter und einer indischen Putzfrau an einem deutschen Flughafen.

Beide stammen aus fernen Ländern und arbeiten hinter den Kulissen am Frankfurter Flughafen: Die indische Putzfrau Nisah (Masumi Makhija) sorgt mit ihrer Kolonne für Sauberkeit und träumt vom Leben als Stewardess – nachts schleicht sie sich ins parkende Flugzeug und kredenzt imaginären Gästen Champagner. Der illegale Gepäckarbeiter Alexej aus Russland (Valery Nikolaev) wäre gern Pilot und kennt ebenfalls den Weg zum leeren Cockpit. Man trifft sich, entdeckt Gefühle füreinander und plant, Träume zu realisieren.

Veit Helmer

Die an einem deutschen Flughafen angestellte indische Putzfrau Nisha träumt von einem Leben als Stewardess. Alexej ist ein 30-jähriger Russe, der sich – wie Nisha – nachts in Flugzeuge schleicht, um im Cockpit Pilot zu spielen. Die beiden verlieben sich – doch ihrem und dem Glück von Nishas aus Indien geschmuggeltem Sohn stehen einige Hindernisse im Weg.

Die junge Inderin Nisha sieht von Deutschland hauptsächlich den Boden, genauer gesagt den Flughafenboden, den sie putzt. Heimlich aber hegt sie hochfliegende Träume – wortwörtlich, denn sie will Stewardess werden und ihrem Sohn ein besseres Leben bieten. Der russische Schwarzarbeiter Alexej lebt in ständiger Angst vor Entdeckung, hat aber auch seinen Traum vom Fliegen noch nicht aufgegeben. Gemeinsam schleichen sie sich nachts in Flugzeuge und gehen auf virtuelle Weltreise – bis sich ihnen tatsächlich eine einmalige Chance bietet.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Veit Helmer bleibt seiner Liebe zum Kino der Fantasie treu. Nach dem Ausflug ins Surreale mit “Tuvalu” entdeckt er in “Tor zum Himmel” den Untergrund des Frankfurter Flughafens. Dort, wo Illegale an Förderbändern stehen, indische Putzfrauen vom Job als Stewardess träumen und täglich Tausende von Menschen mit Jumbos in die letzten Winkel der Welt fliegen, da geht ein Multi-Kulti-Paar auf fiktive nächtliche Reisen und greift gegen jegliche Vernunft nach den Sternen.

    Wer nur die üblichen Terminals des Flughafens kennt, glaubt sich hier in einem fremden Universum. Veit Helmer erzählt von den im Hintergrund werkelnden dienstbaren Geistern. Da sorgt die junge Inderin Nisha mit ihrer Putzkolonne am Boden für Sauberkeit und möchte viel lieber als Stewardess über den Wolken Schampus servieren. Zwar sind ihre Aussichten schlecht, aber sie glaubt fest an die Erfüllung ihrer Wünsche und will ihren kleinen Sohn nach Deutschland holen. Nachts schleicht sie sich in die Flugzeuge, um lächelnd imaginäre Passagiere zu bewirten. Dabei stößt sie auf den Russen Alexej, einen illegalen Gepäckarbeiter, der mit glänzenden Augen im Cockpit sitzt und sich vorstellt, Pilot zu sein. Natürlich verlieben sich die beiden, aber erst einmal gibt es jede Menge Komplikationen und andere Figuren kennen zu lernen wie einen cleveren Afrikaner mit einer mystischen Beziehung zu Ziegen, einen Mongolen, der sich mit einem zusammengebastelten Flieger auf den Heimweg machen will, eine taffe Putzfrau aus Moldawien und einen kroatischen Heizungsmonteur – sie alle vereint die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

    Diese Multi-Kulti-Truppe führt ein Parallel-Leben à la “ihr da oben, wir da unten”, hält zusammen wie Pech und Schwefel und wenn am Ende das Liebespaar und einige ihrer Freunde den Flughafen verlassen und Richtung Skyline fahren, wird der Ausbruch zum Neuanfang. “Tor zum Himmel” erinnert an ein großes Patchwork aus Illusionen, Glückssuche, feingesponnenem Märchen und harter Wirklichkeit. Bei diesem Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen und Mentalitäten öffnet Helmer kleine Fenster mit Blick auf das Unbekannte, das Fremde. Zu den schönsten Szenen zählt es, wenn Nisha in der First Class eines Jumbojets eine Videokassette des indischen Hits “Dilwale Dulhania Le Jaayenge” einlegt und dazu tanzt – auch eine Verbeugung vor dem populären Bollywood-Kino.

    Schon 1995 entwickelte Helmer die erste Idee zu diesem magischen Trip mit ernsten Untertönen. Er fuhr nach Belgrad, um Gordan Mihic, Drehbuchautor von Emir Kusturica-Filmen wie “Die Zeit der Zigeuner” oder “Schwarze Katze, weißer Kater”, zur Mitarbeit zu gewinnen. Nach und nach sammelte er Schauspieler aus aller Herren Länder, von der Inderin Masumi Makhija über den Togolesen Sotigui Kouyate und den Deutschen Udo Kier bis hin zum Russen Valery Nikolaev, der genau die typische Mischung von Melancholie und Lebensfreude verkörpert, die wir der russischen Seele zuschreiben. Und auch der Soundtrack (Titelsong “Sleepy Eyes” von den Cultured Pearls) spiegelt den multi-ethnischen Charakter des Films wieder. “Tor zum Himmel” lässt sich in keine der gängigen Kategorien einordnen und fordert ein neugieriges Publikum. Bleibt zu hoffen, dass Helmers Mut belohnt wird und diese für Deutschland ungewöhnliche Love-Story auch an der Kinokasse abhebt. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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