Tödliches Kommando - The Hurt Locker (2008)

Originaltitel: The Hurt Locker
Tödliches Kommando - The Hurt Locker Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 4.3

Filmhandlung und Hintergrund

Tödliches Kommando - The Hurt Locker: Hochspannender, mit sechs Oscars ausgezeichneter Irakthriller über ein Team von Bombenexperten, das in ein Katz-und-Mausspiel verstrickt wird.

Als wäre der Job der Bombenexperten im Irak nicht schon gefährlich genug, müssen Sanborn und Eldridge, die beiden Soldaten der kleinen Elite-Einheit feststellen, dass ihr neuer Sergeant, William Jones, sie inmitten des Chaos der kriegerischen Handlungen in ein tödliches Spiel verstrickt. Schnell wird den Soldaten bewusst, dass sie ihren Chef schnellstmöglich unter Kontrolle bringen müssen, wenn sie den Krieg in einer Stadt, in der stets alles passieren kann, überleben wollen.

Als wäre der Job der Bombenexperten im Irak nicht schon gefährlich genug, müssen Sanborn und Eldridge, die beiden Soldaten der kleinen Elite-Einheit, feststellen, dass ihr neuer Sergeant William James sich inmitten des Chaos der kriegerischen Handlungen als todesverachtender Gefahrensucher entpuppt, der Bomben stets nach eigenem Stil entschärft. Das erhöht den Druck auf die Soldaten. James ringt einstweilen mit sich selbst: Er fühlt sich als Nichts und völlig unnütz, wenn er nicht in Todesgefahr ist – obwohl zuhause eine Frau mit Baby auf ihn wartet.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (3)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kathryn Bigelow kann es immer noch: „Tödliches Kommando“ widersteht dem Fluch bleierner Irak-Dramen und punktet als dichter, spannender Actionthriller.
  • Hölle, Alptraum und Adrenalinrausch: Kathryn Bigelow folgt Bombenexperten im Häuserkampf.

    Als wäre der Job der Bomben-Entschärfer im Irak nicht schon gefährlich genug, müssen Sanborn und Eldridge, zwei Soldaten einer kleinen Elite-Einheit, feststellen, dass ihr neuer Sergeant Jones sie inmitten des Chaos der kriegerischen Handlungen in ein tödliches Spiel verstrickt. Besser, sie bringen ihren Chef, der den Kick des Risikos liebt, schnellstmöglich unter Kontrolle, wenn sie den Krieg in einer Stadt, in der stets alles passieren kann, überleben wollen. Hollywoods visionärste Action-Regisseurin Kathryn Bigelow (“Gefährliche Brandung”, “Strange Day”)?folgt einer Elite-Einheit von Bomben-Entschärfern und zieht alle Register ihres Könnens. Die Story basiert auf den persönlichen Erlebnissen eines Kriegs-Reporters und bleibt jede Sekunde hautnah dran an den Männern mit dem gefährlichsten Job der Welt: großes, packendes, atemloses Kino.
  • Eine Bombe ist ein ganz anonymer, unpersönlicher Weg zu töten. Und genauso nimmt Entschärfungsexperte Staff Sergeant Will James sie auch: als etwas Unpersönliches, Neutrales, als Ding, das er unschädlich machen muss, mehr nicht. Als Spielzeug, das ihm einen Adrenalintrip gibt. Gefahr ist dazu da, seine Nerven zu kitzeln, der Tod, das Risiko, dass nicht nur er, sondern alles im Umkreis von 100 Metern ausgelöscht werden könnte, verstärken nur seinen Thrill; Vorsichtsmaßnahmen sind da nur im Weg. Will James ist ein Junkie, das dem Film vorangestellte Zitat ist da ganz eindeutig: „War is a drug.“

    Ein dreiköpfiges Spezialteam im Irak ist auf einer Mission: Bomben entschärfen. Drähte, die in einen Schutthaufen führen, ein falschgeparktes Auto, das tiefliegt, also etwas Schweres im Kofferraum hat: das können Hinweise sein. Und ein Umstehender mit Videokamera oder Handy kann die Explosion auslösen. Vielleicht gafft er aber auch nur? Drehbuchautor Mark Boal hat als "embedded journalist" eine solche Spezialeinheit im Irak begleitet, und das war der perfekte Stoff für Kathryn Bigelow: Männer, die unter Hochdruck, unter höchster Lebensgefahr, die in einer Zone zwischen Leben und Tod ihren Job verrichten müssen. Und die diesen Job besser gut verrichten.

    Will James geht auf in diesem Risiko, er geht rein ohne Rücksicht auf sein Leben. Mit seinen Methoden freilich kommen seine beiden Teammitglieder überhaupt nicht klar: James ist ein Maverick, ein[i] lone ranger[/i], einer, der die Dinge auf seine Weise löst. Ein klassischer Kinoheld also, der auf diese seine Weise schon über 870 Bomben entschärft hat. „You’re a wild one! That’s some hot shit!“, ruft bewundernd der Colonel, und ein irakischer Bub weiß: „It’s fun, it’s cool, it’s gangster, right!“ Doch vor allem ist es tödlicher Ernst; und in einer spektakulär spannenden und ungeheuer intensiv und genau inszenierten Eröffnungssequenz zeigt Bigelow das deutlich: wie Sgt. Thompson und seine Mannen versuchen, eine Bombe zu entschärfen; danach wird Will James Thompson ersetzen…

    Eine zweite Sequenz ist herausragend, wie ein Trupp Soldaten in der Wüste von 800 Meter entfernten Heckenschützen beschossen werden; die auch sehr genau zu zielen wissen. Eine ungeheure Anspannung wird hier inszeniert, eine Langsamkeit zelebriert in der ganzen tödlichen Gefahr, mit einem exakten Blick auf die Details von Schweißtropfen und einer Fliege auf den Augenwimpern, vom Blut eines Gefallenen, das die Munition im Magazin verklemmt hat und weggewaschen werden muss: spucken und wischen, spucken und wischen. Höchste Suspense wird generiert unter dem Zwang zur Zielgenauigkeit in diesem Fernduell der Feuerwaffen.

    Das ist das perfide am Kriegsfilm: dass es ihm möglich ist, dem Zuschauer ganz unmittelbar die nervenzerreißenden Erfahrungen an der Grenze von Leben und Tod zu vermitteln, mit all der Spannung, all dem Thrill, dem Adrenalinrausch – während dieser sicher im Kino sitzt. Dass der Kriegsfilm also auf der Spaßseite des Krieges reitet und den Zuschauer dabei genau in die Position versetzt, die Will James in diesem Film gegenüber den Bomben einnimmt. Die er als Spielzeug nimmt und genau deshalb liebt, wie sein kleiner Sohn mit seinem Springteufel-Spielzeug spielt.

    Doch wie bei Will James, dessen Erfahrungen der Zuschauer teilt, ist auch in diesem Film, in der oberflächlich so actionreichen und suspensehaltigen Inszenierung des Krieges, im Hintergrund das unglaubliche, unmenschliche Va-Banque-Spiel spürbar: James befindet sich stets in einem Modus der Irrealität. Und erst, wenn es persönlich wird, wenn er tatsächlich den Menschen um die tödliche Bombe herum sieht, wenn er eine direkte Betroffenheit spürt, wird er empfänglich für menschliche Regungen wie Sensibilität und Zorn.

    Doch der Krieg ist eine starke Droge, und der Entzug ist im System nicht vorgesehen.

    Fazit: Spannender, actionreicher Kriegsthriller – der subtil die Unmenschlichkeit des Krieges herausarbeitet, gerade indem er den Zuschauer am Adrenalinrausch am Rande des Todes teilhaben lässt.
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