Titus (1999)

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Filmhandlung und Hintergrund

Titus: Innovative Adaption von William Shakespeares Rachetragödie über den blutigen Kampf zwischen General Titus und der Gotenkönigin Tamora.

Mit Pferdewagen, Panzern und Lastern feiert General Titus den siegreichen Einzug seiner Armee in die Arena des römischen Kolosseums. Gemäß religiösem Ritual opfert Titus den ältesten der drei Söhne der in Ketten gelegten besiegten Gotenkönigin Tamora. Mit gebrochenem Herzen und gedemütigt schwört diese tödliche Rache und setzt damit eine Kette blutigster Ereignisse in Bewegung.

Als der siegreiche römische Feldherr Titus Andronicus trotz inständiger Bitten den ältesten Sohn der gefangenen Gotenkönigin Tamora grausam opfern lässt, bricht die Katastrophe über Titus’ Familie und über Rom herein. Tamora, die sich mit dem sadistischen Herrscher Saturninus verbündet hat, rächt sich fürchterlich, indem ihre verbliebenen Söhne Titus’ einzige Tochter Lavinia vergewaltigen und verstümmeln. Der greise Kriegsmann, wahnsinnig vor Schmerz und Trauer, nimmt das Gesetz in die eigenen Hände.

Shakespeare-Verfilmung, in der sich die gefangene Gotenkönigin Tamora fürchterlich für die Ermordung ihres Sohnes durch den römischen Feldherrn Titus Andronicus rächt: Ihre verbliebenen Söhne vergewaltigen und verstümmeln Titus’ einzige Tochter. – Julie Taymors “Titus” ist keine gefällige Unterhaltung à la Branagh, sondern bildmächtiges Film-Theater für das 21. Jahrhundert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • “Titus Andronicus” ist William Shakespeares erstes Stück, das im Gegensatz zu seinen späteren Klassikern nur relativ wenig Beachtung fand. Der Grund dafür ist einfach, handelt es sich doch um eine rabiate, gewalttätige, martialische Rachetragödie voller roher Emotionen. Gleichzeitig finden sich auch hier schon Ansätze für seine späteren klassischen Figuren. In Julie Taymors innovativer und niemals langweiliger Verfilmung mimt Anthony Hopkins die King-Lear-ähnliche Titelfigur, die sich mit Lady-MacBeth-Verschnitt Jessica Lange als Gotenkönigin Tamora im stilisierten imperialistischen Rom einen erbitterten Kampf bis auf den letzten Blutstropfen liefert.

    Taymor, die mit ihrer Broadway-Inszenierung von “Der König der Löwen” Triumphe feiern konnte und in ihrem ebenso ambitionierten wie unerschrockenen Filmdebüt auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, stellt noch viel extremer als Baz Luhrman bei seiner erfolgreichen “Romeo und Julia”-Inszenierung anachronistische Elemente nebeneinander und verdichtet so die Parallelen zwischen der grausamen Gladiatoren-Ära und der nicht minder gewalttätigen Gegenwart zu einem glasklaren Statement. Die Eröffnungsszene zeigt einen etwa 13-jährigen Jungen beim chaotischen Spiel mit Kriegsrobotern. Plötzlich hagelt es Bomben, und er wird von einem Soldaten in die Arena des Kolosseums getragen. Dort findet mit Pferdewagen, Panzern und Lastern der siegreiche Einzug von General Titus und seiner Armee statt. In Ketten führen sie die schöne besiegte Gotenkönigin Tamora und ihre drei Söhne mit sich. Gemäß religiösem Ritual opfert Titus ihren Ältesten, ohne auf ihre verzweifelten Bitten Rücksicht zu nehmen. Mit gebrochenem Herzen und gedemütigt schwört sie in diesem Moment tödliche Rache. Die Gelegenheit bietet sich ihr, als der memmenhafte Saturninus (ein fabelhafter Alan Cummings) – faschistisch gestylt mit Hitlerhaarschnitt und schwarzer Uniform – sie zu seiner Frau nimmt. Ins Rollen gebracht werden ihre ruchlosen Pläne, Titus und seine Familie zu zerstören, von ihrem Handlanger und Liebhaber, dem skrupellosen Mohr Aaron (kaltblütiges Charisma pur: Harry Lennix). Startschuss für eine blutrünstige Shakespeare-Adaption, wie sie das Kinopublikum bislang noch nicht zu sehen bekommen hat. Mord und Vergewaltigung nehmen ihren Lauf, Köpfe rollen, Gliedmaßen werden abgehackt, Zungen abgeschnitten und Kehlen durchtrennt. Ein Festmahl, zu dessen reichgedeckter Tafel sich auch Hannibal Lecter gerne gesetzt hätte, bildet den grotesken Höhepunkt des Treibens irgendwo zwischen Greenaway und Argento.

    Nichts geschieht jedoch in oberflächlicher Splattermanier, stattdessen werden mit den gesammelten Grausamkeiten tiefe Emotionen buchstäblich wie offene Wunden freigelegt. Mit mystisch angehauchten Einblenden versucht Taymor zudem, ursprüngliche menschliche Antriebe als gnadenlose Gottheiten zu visualisieren. Die beiden Widersacher in “Titus” sind starke, komplexe Persönlichkeiten, die von der Liebe zu ihren Kindern motiviert werden. Nicht minder gewaltig: die visuelle Umsetzung des theaterhaften, für 25 Mio. Dollar (ein nicht unerheblicher Teil wurde für Trickeffekte verwendet) realisierten Epos. Sie darf als schlichtweg sensationell bezeichnet werden. Gefilmt wurde in oftmals fahlem Licht in Rom und Kroatien (unter anderem in Mussolinis Regierungspalast), womit ein dunkles unheilkündendes Ambiente heraufbeschworen wird, noch unterstrichen vom majestätischen Score. Das Oscar-reife Produktionsdesign von Dante Ferretti glänzt mit originellem Einfallsreichtum, und die extravaganten Kostüme von Milena Canonero setzen das optische I-Tüpfelchen auf. In beiden Fälllen lässt man auch hier mit atemberaubenden Ergebnis moderne und antike Elemente aufeinanderprallen. Zweifelsohne eine cineastische Tour de Force, in deren Arena sich ein anspruchsvolles Publikum mit Genuss wagen sollte – vorausgesetzt, es bringt einen eisernen Magen mit. ara.

Darsteller und Crew

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