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Oscars 2016: Die größten Überraschungen bei den Nominierungen

Gestern wurden die Nominierungen für die Oscarverleihung 2016 bekanntgegeben. Inzwischen ist es Tradition geworden, dass im Nachhinein all jene ihren Unmut bekunden, die ihre Lieblinge benachteiligt sehen. Aber darüber hinaus wird die Preisverleihung einmal mehr von Vorwürfen des unterschwelligen Rassismus’ begleitet, wie es bereits seit Jahren der Fall ist. 

Jetzt, nachdem die Oscar-Nominierungen endgültig bekannt sind, ist die Verlockung groß, das Feld der Kandidaten einmal zu analysieren. Was sofort ins Auge sticht, sind natürlich die vielen Nominierungen für “The Revenant – Der Rückkehrer”. Neben einem erneuten Versuch für Leonardo DiCaprio, die Goldstatue am 28. Februar 2016 endlich in die Hand zu nehmen, wurde das Survival-Drama in sämtlichen wichtigen Kategorien nominiert – mit Ausnahme des Drehbuchs – und könnte für Regisseur Alejandro González Iñárritu ein Jahr nach “Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)” den nächsten Erfolg bedeuten.

Überraschend sind darüber hinaus die zahlreichen Nominierungen für “Mad Max: Fury Road”, unter anderem Bester Film und Beste Regie für George Miller. Dass das Krawallfeuerwerk jedoch seine Chance in Gold umwandeln kann, scheint eher unrealistisch, da sich die Academy mit Actionfilmen bekanntlich schwer tut. Vielleicht ist der künstlerische Ansatz der nötige Schritt, jedoch wirken andere Kandidaten aufgrund der Vorlieben der Jury vielversprechender.

Oscars 2016: Alle Nominierungen im Überblick

Ebenfalls ungewöhnlich sind die häufigen Beachtungen von “Der Marsianer – Rettet Mark Watney”. Die lockere Science-Fiction-Komödie hat gegen schwere Dramen wie “Spotlight” oder “Raum” vermutlich das Nachsehen, aber eventuell hilft ihm ja sein pro-amerikanischer Touch, ähnlich wie es bei “Argo” 2013 der Fall war. Erwähnenswert ist darüber hinaus sicherlich auch die Oscar-Nominierung für Sylvester Stallone als Schauspieler. Für seine Darbietung in dem Box-Drama “Creed – Rocky’s Legacy” könnte er einen Preis als Bester Nebendarsteller gewinnen.

Die größten Enttäuschungen der Oscar-Nominierungen 2016

Beim Stichwort “Creed” kommen wir jedoch zum unangenehmen Teil. Seit Jahren muss sich die Academy Vorwürfe gefallen lassen, laut denen sie nicht-weiße Personen ignoriert. Bei der letzten Verleihung war “Selma” der Stein des Anstoßes für diese Beschuldigungen, da viele den biographischen Film über die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den 1960er Jahren benachteiligt gesehen haben.

Oscars 2016: Diese zehn Filme haben die besten Chancen

Dieses Jahr wird das Hashtag #OscarsSoWhite vor allem aufgrund von “Creed – Rocky’s Legacy” und “Straight Outta Compton” genutzt. Weder Hauptdarsteller Michael B. Jordan, noch Regisseur Ryan Coogler wurden mit einer Nominierung bedacht und das N.W.A-Biopic lediglich für Bestes Originaldrehbuch beachtet. Schauspieler wie Idris Elba (“Beasts of No Nation”), Will Smith (“Erschütternde Wahrheit”) und Samuel L. Jackson (“The Hateful Eight”) wurden ebenfalls nicht nominiert. Ob dahinter eine systematische Ausgrenzung steht oder lediglich persönliche Empfindungen, nach denen eben andere besser waren, lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Da die Academy aber faktisch zu einer überwältigenden Mehrheit aus weißen Männern besteht, können einem solche Vorwürfe aber natürlich in den Sinn kommen, was sie aber dennoch nicht zwangsläufig wahr werden lässt.

Beim Blick auf die Kategorie Beste Hauptdarstellerin wurde sicherlich die ein oder andere Augenbraue gerunzelt. Viele gingen davon aus, dass Charlize Theron für ihre hochgelobte Darbietung in “Mad Max: Fury Road” eine Nominierung sicher ist und sie galt sogar als aussichtsreiche Kandidatin, den Preis Ende Februar zu gewinnen. Die Jury sah dies offensichtlich anders und nahm die Schauspielerin nicht einmal bei den Kandidaten auf.

Darüber hinaus wird sicherlich erneut die Beschwerde vorgetragen, die Oscar-Verleihung sei nicht Mainstream genug. Als Galionsfigur dieses Einwands fungiert “Star Wars: Das Erwachen der Macht”. Die siebte Episode der Weltraumsaga erfreut sich mehrheitlich großer Beliebtheit und ist finanziell ein kolossaler Erfolg. Der Film erhielt auch fünf Nominierungen, dies jedoch in nebensächlichen Kategorien wie Bester Ton oder Beste visuelle Effekte. Einige hätten sich da schon eine Erwähnung bei Bester Film oder für Daisy Ridley für Beste Hauptdarstellerin gewünscht.

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