The Loneliest Planet (2011)

The Loneliest Planet Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

The Loneliest Planet: Existenzielles Drama um ein Paar, dessen Urlaub im einsamen Kaukasusgebirge ihre Beziehung und Wertvorstellungen auf eine Probe stellt.

Ein junges verliebtes Backpackerpaar reist im Sommer vor der Hochzeit zu einer Trekkingtour nach Georgien. In der beeindruckenden Gebirgslandschaft vertreiben sie sich die Zeit mit Ratespielen, kleinen Geschichten und bringen dem einheimischen Guide etwas englisch bei. Als aus dem Nichts drei wilde Gestalten auftauchen und die beiden Ausländer bedrohen, handelt der Freund für einen kurzen Augenblick sehr egoistisch, anschließend ist die Beziehung nicht mehr so vertrauensvoll wie sie mal war.

Ein junges Backpackerpaar macht Trekkingurlaub in Georgien und gerät dort in Lebensgefahr. Beeindruckendes Drama vor imposanter Naturkulisse von Julia Loktev mit internationaler Besetzung, u.a. Gael Garcia Bernal.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In "The Loneliest Planet" schildert Regisseurin Julia Loktev die Kaukasus-Reise eines verliebten Paares und greift dabei auf eigene Erlebnisse als Rucksackreisende zurück. Wie in ihrem Spielfilmdebüt "Day Night Day Night" (2006) um eine Selbstmordattentäterin, findet sich wenig an äußerer Aktion bei der Beobachtung einer langen Wanderung durch die zerklüftete, abgeschiedene Bergregion. Angesicht der minimalistischen Handlung muss man als Zuschauer bereit sein, sich auf die realistisch angelegte, getragene Geschichte einzulassen. Die Besetzung mit zwei internationalen Stars, Gael Garcia Bernal ("Die Reise des jungen Che", "Babel") und Hani Furstenberg ("Walk on Water", "Campfire"), verleiht dem mit der RED-Kamera digital gefilmten Drama einen kosmopolitischen Anstrich: Wie die Regisseurin sind beide künstlerische Wanderer zwischen den (Kino-)Nationen.

    In einer elliptischen Inszenierung arbeitet Loktev langsam die kulturellen Differenzen der unterschiedlichen Welten heraus. In Diskussionen zwischen dem Bergführer und den Touristen ließ sie mitunter selbst erlebte Gespräche einfließen, was dem Geschehen einen dokumentarischen Unterton verleiht. Häufig zeigt sich, dass die Darsteller auf eine vorgegebene Ausgangssituation reagieren mussten. Angesichts der Anekdoten und Kommentare ihres Guides Dato, in dem sich Bergsteiger Bidzina Gujabidze ansatzweise selbst verkörpert, wird Nicas und Alex’ Toleranz mitunter auf die Probe gestellt. Trotz allem Verständnis lassen sich hierarchische Differenzen auf Dauer nicht leicht überbrücken.

    Eine verhängnisvolle Begegnung mit aggressiven georgischen Jägern droht einen Keil in die zuvor harmonische Beziehung zu treiben. Nun ändert sich die Sicht auf Alltagbeobachtungen völlig. Unwichtige Details werden plötzlich bedeutsam, weshalb eine Annäherung zwischen den Protagonisten immer schwieriger erscheint. Da es zu keiner offenen Aussprache zwischen dem Paar kommt, unterlassen sie es letztlich, ihre Probleme zu verarbeiten. Ihr Konflikt weitet sich deshalb aus, weil sich der allmähliche Bruch unter den Augen eines Dritten, des Trekking-Guides, vollzieht. Die verhärteten Emotionen der Charaktere bilden einen Kontrast zu den imposanten Landschaftsaufnahmen des Kaukasus an der Grenze zu Russland. Beim einsamsten Planet des Titels handelt es sich nicht allein um die porträtierte Region, sondern um den Menschen selbst in seiner Unfähigkeit, auf den Anderen zuzugehen und eigene Schwächen zu gestehen.

    Fazit: "The Loneliest Planet" ist ein subtiles, reduziert angelegtes Drama um Kultur-, Klassen- und Geschlechtergrenzen.
  • Vor imposanter georgischer Landschaftskulisse kommt es für ein Backpacker-Pärchen zur Nagelprobe ihrer Beziehung.

    Wer mit dem Rucksack neue Länder erkundet, hat meistens die Bibel aller Backpacker dabei, den Lonely Planet, einen alternativen Reiseführer. Ob die beiden verliebten Traveller Alex und Nica den gelesen haben weiß man nicht, aber sie landen während einer Trekkingtour auf dem “Loneliest Planet”, allein mit einem Guide in der unendlichen Weite Georgiens. In der beeindruckenden Gebirgslandschaft vertreiben sie sich die Zeit mit Ratespielen, kleinen Geschichten und bringen dem einheimischen Führer etwas englisch bei. Als aus dem Nichts drei wilde Gestalten auftauchen und die beiden Ausländer bedrohen, handelt der Freund für einen kurzen Augenblick sehr egoistisch, anschließend ist die Beziehung nicht mehr so vertrauensvoll wie sie mal war. Ein Bruch, über den beide nicht sprechen können und der ihr Verhältnis zueinander in Frage stellt.

    Nach der Kurzgeschichte “Expensive Trips Nowhere” von Tom Bissell erzählt Julia Loktev vor fantastischer Bergkulisse von Fremdsein und Nähe, Liebe und Vertrauensverlust, partnerschaftlichem Versagen und dem langsamen Prozess des Verzeihens. Dabei gibt sie ganz lapidar Einblick in die Backpacker-Welt, in der man sich gerne ohne große Sprachkenntnisse durchschlägt, der Bevölkerung mit großer Naivität begegnet, an den unmöglichen Plätzen schläft und sich nicht selten als Entdecker fühlt, die Neugier auf Neues feiert. Dass solche Reisen zu zweit emotional ganz schön anstrengend sein und Gefühle strapazieren können, zeigt der Film an Kleinigkeiten, Alex und Nica lernen mehr voneinander kennen, als ihnen lieb ist. Ganz nebenbei fragt die in Petersburg geborene und in USA aufgewachsene Regisseurin nach den Regeln “männlichen Verhaltens”, vermeidet aber eine definitive Antwort und lässt den Zuschauer Position einnehmen. Loktev macht keine Kompromisse, die sehr langen Einstellungen und eine ungewohnte Langsamkeit in der Handlung und Wiederholungen erfordern ein hohes Maß an Geduld. Das lohnt sich aber letztendlich. mk.

Darsteller und Crew

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