The Legend of Kaspar Hauser (2012)

Originaltitel: La leggenda di Kaspar Hauser
The Legend of Kaspar Hauser Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

The Legend of Kaspar Hauser: Freie surreal anmutende Neuinterpretation des Stoffes um ein Findelkind mit Vincent Gallo in einer Doppelrolle.

Ein bewusstloser Teenie wird an den Strand einer namenlosen Insel gespült. Über seinen nackten, hageren Oberkörper ist der Schriftzug “Kaspar Hauser” tätowiert. Erfreut nimmt der Sheriff des dünn besiedelten, von der Sonne verdorrten Eilands das Findelkind auf und sperrt den permanent zu Beats aus seinen Kopfhörern zuckenden Techno-Boy in einen Zwinger, wo er die Aufmerksamkeit der übrigen Bewohner auf sich zieht. Während der Priester ihn als Heiland bekniet, sieht die Herzogin und ihr Diener ihn als Bedrohung. Dabei will Kaspar nur tanzen.

Während die Bewohner einer Insel ihre Bedürfnisse auf ein Findelkind projzieren, will das Findelkind einfach nur raven. Freie surreal anmutende Neuinterpretation des Stoffes mit Vincent Gallo in einer Doppelrolle.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

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Kritikerrezensionen

  • Avantgardistische Allegorie? Exzentrische Techno-Performance? Davide Manulis surrealer Experimentalfilm mit Vincent Gallo sprengt alle Kategorien.

    Der schwarzweiße Bilderreigen einer ausgedörrten Inselkarstlandschaft nimmt sich wie ein Techno-Videoclip zu Alejandro Jodorowskys wüsten Filmdelirien aus, zu denen der aktuell angesagte französische Electro-Act Vitalic tanzbaren Rave zwischen Daft Punkt, Jean-Michel Jarre und 90er-Jahre-Techno beisteuert. Das seltsame Schauspiel exzentrischer Figuren kreiert eine einzigartige, wunderbare Atmosphäre, bei der dem staunenden Cineasten weitere Künstler wie Béla Tarr, Roy Andersson oder Jim Jarmusch in den Sinn kommen.

    Mit dem Italiener Davide Manuli, der dort weiter macht, wo er 2008 mit “Beket” aufgehört hat und Indie-Ikone Vincent Gallo (“The Brown Bunny”) haben sich zwei Enfants terribles gefunden, die Motive des legendären Findelkindes zu einer surrealen Fantasie mit UFOs konvertieren. Als ein bewusstloser Junge an den Strand der namenlosen Insel (Drehort: Sardinien) angespült wird, prangt an seiner hageren Brust riesig der Namenszug Kaspar Hauser. Ihn spielt eine Frau, Silvia Calderoni, die so androgyn wirkt wie David Bowie in “Der Mann, der vom Himmel fiel”.

    Kaspar ist ein Techno-Boy mit Kopfhörer, kann kaum sprechen und groovt unentwegt zu imaginären Beats. Der Sheriff (Gallo) sperrt ihn erst in einen Zwinger, will ihn dann im Adidas-Outfit zum DJ ausbilden. Damit erregt der Junge aus dem Meer, womöglich Heiliger, Betrüger oder König, die Gemüter der Insulaner Pusher (abermals Gallo), der Hure, der Herzogin, ihrem Diener mit Elefantenhals und dem Priester, der in religiöse Ekstase gerät.

    Zwar trägt Manulis Werk gemäß italienisch-katholischer Sitte Züge einer Passionsgeschichte samt biblischem Personal, weckt aber insgesamt so viele Assoziationen, wie es sich schelmisch eines tieferen Sinnzusammenhangs entzieht. Man kann den betont künstlichen Reigen schräger Bilder und Ideen, in denen sich die rudimentäre Handlung verflüchtigt, aber auch einfach genießen. In oft langen Totalen mit festgewachsener Kamera fotografierte, von der Sonne verbrannte mediterrane Western-Karstlandschaft tun seltsame Typen seltsame Dinge, vor allem Tanzen. Denn in der Mischung aus Theatergruppenprojekt, Dadaismus und Filmstudenten-Freizeitspaß mit dem einnehmenden Charme eines Rave-Happenings überwiegt das Performative.

    tk.

Darsteller und Crew

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