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The International (2008)

The International Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The International: Raffinierter Verschwörungsthriller über einen Interpolagenten, der einflussreichen Banken ihre Beteiligung an einem internationalen Waffenhändlerring nachweisen will.

Interpol-Agent Louis Salinger (Clive Owen) führt eine brisante Untersuchung an: Er will die mächtigsten Banken der Welt zu Fall bringen, indem er ihnen Beteiligung an Waffenhandel, Korruption und Mord nachweist. Die New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman (Naomi Watts) steht ihm bei seinen gefährlichen Recherchen zur Seite. In der riskanten Hetzjagd um den Globus setzen die beiden ihr Leben aufs Spiel, denn die Hintermänner schrecken vor nichts zurück.

Das erste amerikanische Projekt von Tom Tykwer (“Das Parfum”) ist ein kompromissloser Verschwörungsthriller in der Tradition von “Der Dialog”. Europa und USA sind der Schauplatz von Intrigen und falschen Fährten in einem atemberaubenden Actionwerk mit internationaler Starbesetzung.

Ein obsessiver Interpol-Agent steht an der Spitze einer Untersuchung, die den mächtigsten Banken der Welt eine Beteiligung an Waffenhandel, Korruption und selbst Mord nachweisen soll. An seiner Seite weiß der Agent eine New Yorker Staatsanwältin: Beide begeben sich bei ihren Recherchen in akute Lebensgefahr, zumal ungewiss ist, wem man trauen kann und wem nicht.

Egal welchen Hebel Interpol-Agent Louis Salinger auch immer ansetzt, die von ihm verfolgte Bank ist ihm einen Schritt voraus. Zeugen verschwinden oder sterben, Beweismittel werden gefälscht. Mit der New Yorker Staatsanwältin Whitman unternimmt der Agent einen weiteren Versuch, eine Schwachstelle des Erzfeinds aufzudecken. Ein italienischer Industrieller mit Politambitionen will aussagen. Er wird vor den Augen der Ermittler ermordet, die sich an die Fersen des Killers der Bank heften und ihm nach New York folgen.

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Kritikerrezensionen

  • Hervorragend inszenierter Spionagethriller von Tom Tykwer, der jeden Fan des Genres sehr glücklich machen wird.
  • Tom Tykwers erster Film für ein US-Studio ist eine Wucht. Der zweite Berlinale-Eröffnungsfilm des Wuppertalers nach “Heaven” im Jahr 2002 überzeugt als mitreißender Verschwörungsthriller ebenso wie als leidenschaftliches und brisantes Statement zu einer Welt im Griff multinationaler Banken.

    Er ziehe es vor, angespannt zu sein, das helfe ihm dabei, sich locker zu machen, sagt ein Mann, der wenig später sterben wird, gleich zu Beginn von “The International”. Er charakterisiert damit auch Tom Tykwers siebte Spielfilmarbeit, mit der Deutschlands profiliertester Regisseur nach “Heaven” im Jahr 2002 zum zweiten Mal die Berlinale eröffnet: Von der ersten Minute an vermittelt der erste lupenreine Genrefilm Tykwers Intensität pur, ein Maximum an atmosphärischer Dichte, konzentriert auf ein Minimum an Raum: Schwere und Paranoia sind unausweichlich in diesem strikt und präzise komponierten Film, in dem sich die Menschen in den wuchtigen modernen Bauten aus Beton, Gusseisen und Glas förmlich verlieren, die Tykwers Kameramann Frank Griebe in extremen Breitwandbildern festhält, als wären sie gigantische Särge: Obwohl sie offen und durchlässig erscheinen, schnüren sie einem die Luft ab. So hätten wohl “Die drei Tage des Condor” oder “Zeuge einer Verschwörung” ausgesehen, wenn sie sich von Antonioni hätten inspirieren lassen. Anspannung ist tatsächlich ein so essenzieller Bestandteil der ureigenen Textur von “The International”, dass sie den Zuschauer auf Dauer entspannt zurücklässt, weil man sie als gegeben akzeptiert und nicht mehr spürt, obwohl sie allgegenwärtig ist.

    In dieser Welt bewegt sich wie ein Unsichtbarer der Held der Geschichte, Louis Salinger, ein von den ewigen fruchtlosen Ermittlungen gegen eine in Luxemburg ansässige Bank, die als erste Anlaufstelle für Unterwelt, Despoten und Terroristen gilt, desillusionierter Interpol-Agent, der von der Wut über die eigene Erfolglosigkeit angetrieben wird. Der Nachname ist mit Bedacht gewählt und verweist auf die Schriftstellerikone J.D. Salinger – ein Phantom, von dem seit Jahrzehnten kein Foto mehr geschossen wurde.

    Welchen Hebel Salinger, der Don Quixote näher steht als James Bond, auch immer ansetzt, die Bank ist ihm einen Schritt voraus. Zeugen verschwinden oder sterben, Beweismittel werden bisweilen vor den Augen Salingers gefälscht oder getürkt, Kollegen mit stiller Effizienz beseitigt. Salinger läuft ins Leere, während er mit dem Kopf gegen die gleiche Wand rennt. Mit der New Yorker Staatsanwältin Whitman unternimmt der Agent einen weiteren Versuch, eine Schwachstelle des Erzfeinds aufzudecken. Ein italienischer Industrieller mit Politambitionen, der vergeblich von der Bank umworben wurde, zeigt sich Willens auszusagen. Er wird aber vor den Augen der Ermittler ermordet, die sich an die Fersen des Killers der Bank heften und ihm nach New York folgen, wo man endlich eine vermeintlich heiße Spur findet.

    Mit gewohnt kühler Souveränität breitet Tykwer seine Geschichte aus, stellt seine Figuren vor und bringt den Plot in Bewegung. Das nimmt bei der Komplexität des Erzählten eine gewisse Zeit in Anspruch, zahlt sich aber aus, zunächst bei einem ausgedehnten Feuergefecht im Guggenheim Museum, das seinen Platz in der Filmgeschichte sicher hat, um danach von Höhepunkt zu Höhepunkt zu eilen. Wie sich Handlung und innere Konflikte der Hauptfigur parallel mit brachialer Konsequenz zuspitzen und danach in einem fulminanten Showdown auf den Dächern von Istanbul – der erste Moment im ganzen Film, in dem die Figuren frei sind und nicht von Gebäuden überragt werden – auflösen, darf man getrost als bisherige Meisterleistung Tykwers bezeichnen. Weil “The International” als Thriller mit Genauigkeit und hohen Schauwerten besticht, als Porträt eines getriebenen Mannes, der das eigene Leben aufgeben muss, um wenigstens einen verzweifelten Pyrrhussieg zu erringen, an die Nieren geht, als ätzende Kapitalismuskritik geradezu prophetisch ist und als Sittengemälde, das den Menschen als Sklaven dessen zeigt, was er sehenden Auges errichtet hat, nicht mehr aus dem Kopf geht. ts.
  • Tom Tykwers Hollywoodfilm „The International“ hat zur Eröffnung der Berlinale viel positive Beachtung erfahren. Der Verschwörungsthriller wurde mit James-Bond-Filmen verglichen, die unerwartete Aktualität seines Themas über die bedenkliche Macht der Banken erwies sich als Werbung für den Film und das Handwerkliche wurde gelobt. Darüber hinaus scheint es fast, als habe Tykwer das Hauptproblem actionreicher Thriller umschifft: eine neue Geschichte zu den spektakulären Jagd- und Fluchtszenen zu erfinden. „The International“ rettet sich ins Philosophische – insofern hat er auch etwas typisch Deutsches – und stellt die Sinnfrage.

    Die Organisation, die er verfolgt, hat viele Augen, Louis Salinger nur seine eigenen. Der Mann ist, woran er fast verzweifelt, nicht perfekt genug für seine Aufgabe. Gleich zu Anfang in Berlin stirbt eine Kontaktperson vor seinen Augen, auf der anderen Straßenseite. Herzinfarkt, heißt es offiziell, doch Salinger glaubt das nicht. Der Tote hat ein kleines Loch in der Kleidung, aber die deutschen Ermittler verlangen mehr Hinweise: Hat Salinger jemanden gesehen, der sich dem Opfer auf der Straße näherte? Nein. Später, in Mailand, als Salinger und Whitman auf einen Gesprächspartner warten, passiert es wieder: Sie schauen in dem Moment nicht hin, als der Mann erschossen wird.

    Die fehlenden Beweise gegen die Bank, die Suche nach dem kleinsten verwertbaren Hinweis, der vor Gericht Bestand hätte, sind der rote Faden der Geschichte. Salinger und Whitman ermitteln gut, etwa als sie in Mailand durch die Einschusslöcher in einer Säule gucken - auf das Gebäude, wo der Killer auf der Lauer lag. Aber ihre Gegner sind ohne Zahl. Nach dem Unfalltod eines Managers macht die Bank einfach weiter mit anderen Führungskräften. Salinger, Whitman und die Zuschauer erfahren, was draußen keiner weiß: in welch haarsträubendem Ausmaß die Bank in Krisengebieten der Dritten Welt operiert.

    Clive Owen als Louis Salinger trägt nie Krawatte, und weil er so viel reisen muss, ist er auch unrasiert. Vielleicht aber auch deswegen, weil das Übernächtigte besser zu seinem betroffenen Blick passt. Owen also spielt keinen coolen Hund, sondern wird gleich zu Anfang von einem Fahrzeug erfasst und auf den Boden geschleudert. Sein eigentlicher Gegner ist nicht ein anderer Mensch, sondern die unpersönliche Architektur des Geldes, die mit ihren glänzenden Strukturen aus Glas und Stahl in jeder Stadt längst Fakten geschaffen hat.

    Es gibt auch eine weibliche Hauptrolle in diesem Thriller, allerdings muss Naomi Watts als Eleanor Whitman sich in niemanden verlieben. Armin Mueller-Stahl mit seinem markanten deutschen Akzent im Englischen spielt einen Bösen, aber philosophisch angehaucht und dabei gesprächig. Die modernen Bürotürme spiegeln das Grau eines in jeder Stadt bis fast zum Schluss verhangenen Himmels. Es findet sich auch in der Kleidung der Personen, als würden die sich unbewusst anpassen.

    Im New Yorker Guggenheim-Museum, genauer, in einem Nachbau seines Inneren für diesen Film, gibt es eine Schießerei wie eine furiose Kunstperformance, die die weißen, runden Mauern mit Löchern spickt. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass sich dort Scharen bewaffneter Männer unter das Publikum mischen? Das Netzwerk des Bösen mag ja im Dunkeln allgegenwärtig sein, aber in der Realität verwüstet es nicht einfach mal eben eines der bekanntesten Museen. Die bedrückende Atmosphäre der Verschwörungsfilme vergangener Jahrzehnte stellt sich hier also nicht wirklich ein, auch weil die kalten Formen nach innen wirken und starke Emotionen zum Festhalten fehlen.

    Fazit: Ein Mann will eine kriminelle Bank zur Strecke bringen: Kühle Verschwörungs-Action mit philosophischem Einschlag und einem Blick für Architektur.
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Darsteller und Crew

News und Stories

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