The Danish Girl (2015)

The Danish Girl Poster
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Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.4

Filmhandlung und Hintergrund

The Danish Girl: Drama um den Künstler Einar Wegener, der sich mit Unterstützung seiner Frau zur Frau umoperieren lässt.

Im Kopenhagen der 1920er Jahre führen das Künstlerpaar Einar (Eddie Redmayne) und Gerda Wegener (Alicia Vikander) eine glückliche Ehe. Als ein Model, das für Gerda posieren sollte, nicht auftaucht, wird Einar kurzerhand als Frau verkleidet. Er verkörpert diese sehr überzeugend und entdeckt dabei seine weibliche Seele. Zusammen mit Gerda schafft er schließlich das weibliche Alter Ego Lili Elbe. Gerda lässt ihn immer öfter posieren und wird mit den Bildern von Einar alias Lili künstlerisch erfolgreich. Nachdem Einar bei einer öffentlichen Veranstaltung als Lili auftritt und völlig in der weiblichen Rolle aufgeht, führt das scheinbar harmlose Rollenspiel des Ehepaars zu einer lebensverändernden Wandlung. Einar beginnt sich immer fremder in seinem männlichen Körper zu fühlen und möchte endgültig seine weibliche Identität annehmen. Um zu einer “ganzen“ Frau zu werden, begibt sich Lili auf eine anstrengende Ärzte-Odyssee. Begleitet wird sie dabei  von ihrer liebenden Frau Gerda, die ihren Mann verständnisvoll unterstützt. Zahlreiche Ärzte lehnen Lilis Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung ab. Nur der deutsche Arzt  Dr. Warnerkos (Sebastian Koch) zeigt Verständnis und bietet seine fachmännische Hilfe an. Eine erste geschlechtsangleichende Operation birgt jedoch zahlreiche Risiken. Zu allem Überfluss trifft das Paar auf einen Kindheitsfreund Einars, den Kunsthändler Hans Axgil  (Matthias Schoenaerts), der sich zu Gerda hingezogen fühlt. Eine komplizierte Dreiecks-Affäre beginnt, wobei die Ehe von Einar und Gerda auf eine harte Probe gestellt wird. Der britische Regisseur Tom Hooper ist für das Biopic „The King’s Speech“ mit mehreren Oscars ausgezeichnet worden. In „The Danish Girl“ wird das brisante Thema der Transsexualität aufgegriffen und als packendes Liebensdrama inszeniert. In den Hauptrollen sind die Newcomerin Alicia Vikander (Ex Machina) und der Charakterdarsteller und Oscarpreisträger Eddie Redmayne zu sehen. Alice Vikander wurde für “The Danish Girl” 2016 mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin prämiert.

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Kritiken und Bewertungen

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    THE DANISH GIRL erzählt die faszinierende Geschichte der Lili Elbe, die als erster Mensch überhaupt eine vollständige operative Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau durchführen ließ. Als Lili noch Einar Wegener hieß, lebten Einar und Gerda Wegener als ein glücklich verheiratetes Künstlerpaar in Kopenhagen. Es sind die 1920er Jahre, die Künstlerszene boomt, und Einar genießt einen formidablen Ruf als Landschaftsmaler. Gerda hingegen kann mit ihren Porträtzeichnungen die Kritiker noch nicht von sich überzeugen. Umso stärker ist das Band, das sie mit Einar verknüpft. Doch immer mehr beschleicht sie das Gefühl, Einar sei unglücklich. Und es stimmt. Einar spürt tief in sich, dass etwas nicht stimmt. Dass er sich nicht mehr wohl fühlt in seinem Körper. Dass er sich als Frau wahrnimmt. Immer stärker wird dieses Gefühl, bis der Wunsch, sich auch in eine Frau zu verwandeln, nicht mehr verdrängt werden kann. Einar ist von nun an Lili, zieht Frauenkleider an, konsultiert Ärzte wegen einer Geschlechtsumwandlung. Doch obwohl Gerda Lili auch jetzt noch unterstützt, sind Gesellschaft und das Wissen in der Medizin einfach noch nicht so weit. Für Lili beginnt ein harter Kampf. Tom Hooper nutzt die historischen Begebenheiten als Rahmen für ein intimes und berührendes Ehe- und Persönlichkeitsdrama. Eddie Redmayne und Alicia Vikander verkörpern Lili/Einar und Gerda, und es ist auch ihrem grandiosen Spiel zu verdanken, dass man als Zuschauer ganz in ihrer Beziehung versinkt. Vikander spielt Gerda stark und verständnisvoll zugleich, als moderne Frau und Künstlerin, die ihrer Zeit voraus war und dem ihr wichtigsten Menschen beisteht, komme was wolle. Und Eddie Redmayne ist umwerfend in seiner nuancierten Wandlung, die er innerhalb der Rolle vollzieht. Zu Beginn sind es nur kleine Gesten, die etwas andeuten, die verraten, dass im Inneren der Figur etwas passiert. Doch dann erschafft Redmayne mit seinem Spiel tatsächlich eine zweite, eine weibliche Figur. Diese wirkt nicht überzeichnet, nicht karikaturenhaft, nicht als Travestie. Redmayne stellt Lili als wunderschöne charismatische Frau da, die darum kämpft, als das akzeptiert zu werden, was sie ist. Die Musik von Alexandra Desplat unterstreicht die Dramatik der Handlung und die Kamera von Danny Cohen fängt in genauen Arrangements Bilder ein, die sowohl die gut ausgestatteten Innenräume als auch die Weiten der Landschaft wie malerische Tableaus aussehen lassen. THE DANISH GIRL ist ein zart komponierter und beeindruckend gespielter Film, der seinem Thema mit Respekt und Würde begegnet und mit großen Emotionen berührt.

    Jurybegründung:

    Heute wird sie gefeiert als Pionierin der Transgender-Bewegung: die Dänin Lili Elbe. Obwohl der Begriff zu ihren Lebzeiten noch gar nicht existierte, hatte sie entdeckt, dass sie im falschen Körper steckt. Wohl wissend, dass der damals völlig neuartige Eingriff tödlich enden könnte, ließ der 1882 als Einar Mogens Wegener geborene Landschaftsmaler in den frühen 30er-Jahren in Dresden drei Operationen an sich vornehmen- vermutlich die erste Geschlechtsumwandlung überhaupt.
    Wie schon in THE KINGS SPEECH hat Regisseur Tom Hooper aus dem historischen Stoff ein Bio-Pic gemacht, dass sich aber nicht nur auf ein kammerspielartiges "Coming out"- und Beziehungsdrama beschränkt, sondern gemäß der Profession seiner beiden Protagonisten auch in gemäldeartigen Tableaus schwelgt. Denn Einars Frau Gerda Gottlieb ist ebenfalls Malerin, hat aber mit den damals üblichen Vorurteilen gegenüber Künstlerinnen im Allgemeinen zu kämpfen. Und so wird die Malerei für sie zu einer Annäherung an den langsam voranschreitenden, physischen und psychischen Identitätswandels ihres Mannes, den sie anfangs noch ein wenig amüsiert begleitet, ihn vermeintlich spielerisch zum Tragen von Kleidern animiert und ihn sogar mal, als Frau verkleidet, zu einer Party mitnimmt. Doch als sie erkennt, dass sie den Ehemann verlieren wird, wandelt sich ihr Verhältnis zu ihm nicht etwa in Unverständnis oder sogar Ablehnung, sondern in eine tiefe Freundschaft, die sie seinen Weg bis zum - durch die Folgen der Operation verursachten - Tod begleiten lässt.
    Obwohl Hooper und seine Drehbuchautorin Lucinda Coxon gegenüber der Romanvorlage von David Ebershoff und der Historie ein wenig schummeln, - in Wirklichkeit war Gerda zum Zeitpunkt der Operation in Marokko und längst wieder verheiratet - gelingen ihm gerade die Szenen voller Vertrautheit, angefangen von der (Liebes-)Harmonie der Jungverliebten bis hin zum sich ankündigenden körperlichen Verfall sowie dem sowohl sinnlichen wie auch berührenden Plädoyer für eine gelebte Menschlichkeit. Natürlich funktioniert das nur, weil Hooper mit Eddie Redmayne und Alicia Vikander zwei Schauspieler gefunden hat, die diese Wahrhaftigkeit mit jeder Geste und jedem Blick unausgesprochen ausdrücken können. Wie präzise Hooper es versteht, Schauspieler zu führen, sieht man auch an der konzentrierten Leistung von Sebastian Koch als mutigem Arzt Kurt Warnekros. Und wenn man noch weitere "Stars" herausheben möchte, dann sind es auf jeden Fall der Komponist Alexandre Desplat , der Momente echter Anteilnahme weckt und Hoopers Hauskameramann Danny Cohen, dessen Blicke in die Art-Nouveau Villen von Kopenhagen geradezu dazu animieren, sich auf eine eigene (touristische) Entdeckungsreise in diese künstlerisch wie gesellschaftspolitisch spannende (Jugendstil)-Zeit zu machen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Videokritik anzeigen
  • Oscargewinner Eddie Redmayne als Transgender-Pionier in einem Drama, das unter die Haut geht. Wenn sich zwei Oscarpreisträger zusammen tun, darf man auf das Resultat gespannt sein. Tom Hooper (Regie-”Oscar” für “The King’s Speech“) präsentierte in Venedig und Toronto sein starbesetztes Drama über Einar Wegener, der sich als wohl erster Mann in den Zwanzigerjahren einer Geschlechtsumwandlung unterzog und als Lili Elbe einen tödlichen Preis zahlte. Eddie Redmayne toppt in seiner Verletzbarkeit und Stärke noch seine “Oscar”-Performance als Stephen Hawkins in “Die Entdeckung der Unendlichkeit”, ein zweiter Goldjunge wäre verdient. Nach sechsjähriger Ehe mit seiner Frau Gerda lässt sich ihr Mann erst aus Spaß in Frauenkleidern von ihr malen. Was als harmloses Spiel begann, endet in einer Tragödie, wenn er auch körperlich zur Frau werden will. Wie sich Redmayne die Nylons überstreift, seine feingliedrigen Finger sanft über Seide und Satin gleiten oder er als Parfümerieverkäuferin Kundinnen zum Kauf animiert, weibliche Gesten vor dem Spiegel probiert, das strahlt Wahrhaftigkeit und Würde aus, sogar die porzellanartigen Gesichtszüge wirken im Prozess der Wandlung zarter. Inspiriert von der Love-Story zwischen dem Kopenhagener Malerpaar Einar und Gerda Wegener zeichnet Hooper einfühlsam die herzzerreißende Reise eines Transgender-Pioniers. An seiner Seite die fantastische Alicia Vikander als liebende Gattin, die ihn auf dem schwierigen Weg zur Selbstverwirklichung und bei der Ärzte-Odyssee begleitet, ihre eigenen Wünsche dabei zurückstellt. Der Konflikt entwickelt sich langsam, erst wenn Einar sich im eigenen Körper fremd fühlt, in eine Identitätskrise gerät und sich immer mehr in Lili verwandelt, gewinnt das Drama emotional an Fahrt und hält die Spannung bis zum bitteren Ende. Mag Lucinda Coxons Drehbuch trotz einen Prise Bohemien-Frivolität etwas konventionell sein, beste Ausstattung und intensive Atmosphäre machen das locker wett. Und die Nebenrollen mit Sebastian Koch als deutschem Arzt, Ben Whishaw als verführerischem Freier, Matthias Schoenaerts als alter Jugendfreund komplettieren das perfekte Ensemble. Auge, Herz und Hirn kommen hier voll auf ihre Kosten. mk.
  • Kann ein Film, der sehr gut besetzt ist, stark gespielt und wunderschön gemacht, einen trotzdem kalt lassen? Ist es möglich, technisch alles richtig zu machen und doch nicht das Gefühl anzusprechen? Kann man Erfahrungen vorführen, ohne sie zu teilen? Bei The Danish girl ist dieser vermeintliche Widerspruch passiert. The Danish Girl erzählt die Geschichte eines Künstleris, Einar Wegener (Eddie Redmayne), der sich später in Lili Elbe verwandelt. Alles geschah etwas vor hundert Jahren. Das Weibliche schwingt zunächst nur ganz leicht mit, etwa wenn er lächelt oder eine flüchtige Handbewegung macht. Irgendwann zieht er sich Seidenstoff über die Beine als Täuschung für den Maler (Einar ersetzt ein Modell), schliesslich als Spiel mit Geschlecht und Identität. Tom Hooper ist der Regisseur der unterdrückten Gefühle - ein sehr britischer Regisseur. In seiner Inszenierung scheint es so, als würde sich Einar in einen Teil seiner selbst verlieben. Zuvor malte Einar Landschaftsbilder, dann formte er sich selbst zum Kunstwerk. Die Geschichte spielt zu einer Zeit, da es den begriff Transgender noch gar nicht gab. Er handelt von der Sehnsucht nach einem anderen Körper. Erst diese neue Schöpfung macht Einar letztlich zum echten Künstler. Hopper inszeniert diese Geschichte nicht spröde wie seine vorigen Filme, sondern schwelgt in Landschaften und Innenausstattung. Die Figur Einar aber versteht Hopper nur oberflächlich. Seine Beweggründe, sich zu verändern, erfahren wir letztlich nie. mehr auf cinegeek.de
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