The American (2010)

The American Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The American: Zweiter Spielfilm von Starfotograf Anton Corbijn, der einen Auftragskiller auf der Suche nach Erlösung in den Mittelpunkt stellt.

Auftragsmörder Jack hat viele Feinde und nach Jahren professioneller Distanz eine romantische Sehnsucht entwickelt, die zu seiner größten Schwäche wird. Einer unschuldigen Frau kostet sie das Leben und bald vielleicht auch das seine, als er sich in ein italienisches Bergdorf zurückzieht, eine Beziehung zu einer Prostituierten zulässt, während er für eine junge ambitionierte Killerin eine Waffe nach Wunsch anfertigt. Wen sie töten soll, weiß er nicht, ob er ihr und anderen Fremden trauen kann, auch nicht.

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Kritikerrezensionen

  • Stilsicherer Retro-Thriller, der seine ansprechende Verpackung und seinen endcoolen Hauptdarsteller wesentlich wichtiger findet als den faden Standard-Plot.
  • Im zweiten Spielfilm von VIP-Fotograf Anton Corbijn stehen George Clooney und die Einsamkeit eines mit dem Tod und auch von ihm lebenden Einzelgängers im Fokus.

    Im Punk, seiner aggressiven Leidenschaft und in urbaner Tristesse verwurzelt war Corbijns überzeugendes Debüt “Control”. Die zweite Regiearbeit des Niederländers versteht sich als Totalkontrast: bedächtig erzählt, emotional reduziert und ausgespielt in einem malerischen Bergdorf der Abruzzen, in dessen labyrinthischen Gassen “The American” einen Weg zur Erneuerung sucht. Jack (George Clooney) ist Auftragskiller – mörderisch effektiv, aber kein eiskalter Engel, sondern ein Mann mit romantischer Sehnsucht, der auch Nähe zulässt.

    Beides wird im starken Prolog etabliert, der Jack eine Schuld aufbürdet, an deren Vergebung auch der Zuschauer schwer arbeiten muss. Vergleichsweise konventionell nach dieser überraschenden Ouvertüre ist die Entwicklung des Hitman, der sich in ein italienisches Bergdorf zurückzieht, misstrauisch jeden Fremden mustert, während er mit der Präzision eines erfahrenen Handwerkers eine Waffe baut, die er einer ambitionierten, undurchschaubar bleibenden Auftragsmörderin (Thekla Reuten) übergeben soll. Der Kontakt zu ihr ist ein Risiko, das er glaubt, kontrollieren zu können – wie auch seine Beziehung zur Prostituierten Clara, gespielt von Violante Placido, deren Mutter Simonetta Stefanelli vor vielen Jahren selbst ein aufregendes US-Debüt feierte – als Al Pacinos junge Ehefrau in “Der Pate”. Als Hure mit Herz ist Placidos Figur ein Klischee wie Clooneys Antiheld, der seine Distanz erst dann aufgibt, als Clara es selbst tut. Trotz solcher Berechenbarkeit bleibt man jedoch interessiert am Schicksal von “The American”, weil Clooneys Darstellung und die Sehnsucht seiner Figur nach Zärtlichkeit der Mordmaschine eine Seele geben. Spiegel der Titelfigur ist die Landschaft – karg und abweisend, aber auch mit Brüchen einladender Schönheit.

    Actionelemente verteilen sich in dieser Charakterstudie sparsam auf Anfang, Mitte und Ende, doch ein Gefühl der Bedrohung zieht sich konstant und Spannung generierend durch einen ökonomischen Plot, der die Backgrounds aller Figuren ausspart, von wenigen Worten begleitet wird und erst in der letzten Viertelstunde seine Schlüssigkeit verliert. Auch wenn das Ende, das nicht nur auf eine katholische Prozession, sondern auch einer christlichen Tradition folgt, nicht befriedigt, wird Corbijns Film, der visuell relativ schmucklos bleibt und alles Dekorative meidet, keinen Clooney-Fan enttäuschen. Denn es ist seine Show, die er auch hinter der Kamera, als Produzent, mitgestaltete. kob.
  • Wenn ein Film im Presseheft als „smarter Thriller“ angepriesen wird, heißt das meist: es handelt sich [i]nicht [/i]um einen Thriller, und „smart“ bedeutet, dass andere Faktoren als Spannung wichtig sind: Kamera, Musik, Darstellung, psychologische Tiefe. Genau das bietet Anton Corbijns „The American“, das muss man wissen, bevor man den Film sieht, sonst könnte man enttäuscht sein. Man könnte aber auch enttäuscht sein, wenn man nichts anderes erwartet als das, was der Film bietet.

    George Clooney geht darin einen weiteren Schritt auf seinem Weg vom Star zum Schauspieler, und es ist wie stets eine Freude, ihm zuzusehen. Auch wenn er hier – anders als etwa in „Up in the Air“ oder „Männer, die auf Ziegen starren“ – keine herausragende, sondern „lediglich“ eine solide Leistung bietet: Clooney an sich ist schon mehr als genug: der wieder mal einen Getriebenen spielt, einen Einsamen, der auf der Suche ist nach einem Menschen und selbst gar keiner ist.

    Corbijn als ehemaliger Star-Fotograph weiß ihn genau in Szene zu setzen, unterstützt von der dezenten, aber punktgenau gesetzten Filmmusik von Herbert Grönemeyer. Corbijn kennt die Bilder, die es braucht, um den Fremden in der Fremde zu inszenieren, ihn, der nur „l’americano“ ist in dem Kaff in den Abruzzen, das an den Hügel hingeklatscht daliegt und von Kirchturm und Glockenläuten dominiert wird. Hierher verschlägt es Clooney, dessen Figur Jack heißt oder vielleicht Edward, der ein Killer ist, der weiß, wie man plötzlich und überraschend auftaucht, wie man schießt, wie man persönliche Gefühle ausblendet, wie man Verfolger ausmacht und ausschaltet. Misstrauen regiert den Einzelkämpfer, der aber in seinem Inneren sich nach etwas sehnt, das andere Leben nennen.

    Soweit, so gut – würde ein „smarter Thriller“ wie dieser nicht auch noch ein gelungenes Drehbuch fordern. Dass hier letztlich eine sehr einfache Geschichte erzählt wird, ist noch kein Fehler – dass sie aber spannungs- und einfallslos daherkommt, schon. Und dass sie trotz ihrer Einfachheit riesige Logiklöcher enthält. Und dass sie dabei den Zuschauer verliert. Wobei nicht die Vorhersehbarkeit des Plots das Problem ist, sondern seine Vagheit, seine latente Sinnlosigkeit – die fehlende logische Notwendigkeit.

    Ruhige Erzählweise gut und schön, aber wäre dann nicht auch Zeit gewesen, etwas mehr auszuleuchten, warum sich die Prostituierte Clara für Clooney (der sich für sie Edward nennt) interessiert, die ihn offen – und nicht als Kunden – anmacht? Muss eine einfühlend präzise, langsame Stilisierung des Geschehens bedeuten, dass jeder Ansatz von Spannung ins Leere führt? Verheißungsvoll wird ein Marktplatz von oben gezeigt, sitzt Clooney in einer Bar mit großem Fenster zur Straße, von wo er aus einem Wagen beobachtet wird – doch die Ankündigung von Handlung, die in diesen Standardexpositionen des Thrillers steckt, wird nicht erfüllt. Wie freut man sich, wenn tatsächlich mal Schritte durch die nächtlichen Dorfgassen hallen, wenn tatsächlich mal Clooney mit einem Gegner konfrontiert wird!

    Ansonsten ist die Bedrohung der Hauptfigur sehr zurückgefahren, oftmals findet sie eher im Kopf von Clooney statt als im tatsächlichen Geschehen des Films (oder im Kopf des Zuschauers). Manchmal ist sie zu überinszeniert – in seinem Verdacht auf die Nutte Clara –, manchmal zu unterspielt. Wenn sich am Ende tatsächlich ein paar Ereignisse überschlagen, fragt man sich, warum; und ob das denn nun wirklich so smart war, genau das zu zeigen, was zu erwarten war. Und damit sowohl auf Plot- als auch auf Emotionssuspense zu verzichten.

    Fazit: Eine Art Kunst-Thriller, der aber vor allem wegen immenser Logiklöcher und ein bisschen wegen seiner allzu ruhigen Dramaturgie ins Leere läuft.
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News und Stories

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