Tatort: Borowski und der stille Gast (2012)

Tatort: Borowski und der stille Gast Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Borowski und der stille Gast: In diesem herausragend guten Krimi aus Kiel jagt die Polizei ein Phantom, das überall und nirgends lebt.

“Er kommt durch die Wand” sind die letzten Worte einer kurz drauf ermordeten Frau. Ihre Wohnung ist rundum gesichert, ein Eindringen ist unmöglich, die Polizei muss sich durch die eisernen Rollläden kämpfen. Der Mörder hat zudem keinerlei Spuren hinterlassen; Borowski und Sarah Brandt jagen ein Phantom, einen unheimlichen unsichtbaren Mitbewohner. Als der Mann an Sarah Gefallen findet und sich auch bei ihr einnistet, zeigt sich, dass die Polizistin nicht mal im Revier vor ihm sicher ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im Grunde ist der Mann tatsächlich kein schlechter Mensch, wie er am Ende beteuert. Trotzdem wird er zwei Frauen umgebracht haben; aus dem Affekt heraus, aus Notwehr womöglich, wenn man seine etwas krude Weltsicht zugrunde legt, aber Mord bleibt Mord. Schon allein diese Figur mit ihrer Existenz im Schatten ist eine großartige Idee: ein stiller Zeitgenosse, völlig unauffällig, der davon lebt, die Post zuzustellen, aber sein Dasein ausschließlich über Mitmenschen definiert.

    Deshalb dringt er in die Wohnungen fremder Frauen ein, wenn sie nicht da sind, liegt in ihren Betten, benützt ihre Sachen, und fügt einen Bruchteil seiner Individualität in ihren Alltag ein. Die Betroffenen spüren seine Präsenz, können sie aber nicht beweisen und zweifeln prompt an ihrem Verstand. Lars Eidinger versieht diesen Mann ohne Eigenschaften mit exakt der nötigen Dosis an Abgründigkeit, die er braucht, um in bestimmten Momenten sein anderes Gesicht zu zeigen. So lange er in Ruhe gelassen wird, erweist er sich als hilfreicher Geist und mitunter sogar als Schutzengel; aber wehe, man zerrt ihn aus dem Schatten ans Licht.

    Das Drehbuch zu “Borowski und der stille Gast” stammt von Sascha Arango. Eine seiner großartigsten Schöpfungen war bislang die schräge Sat.1-Kommissarin Eva Blond; die Krimireihe verblüffte immer wieder mit höchst originellen Einfällen. Auch “Borowski und die Frau am Fenster”, der erste Film mit Sibel Kekilli als neuer Kollegin, hatte einige skurrile Momente zu bieten. Diesmal aber ist der Humor subtiler, teilweise fast surreal und mitunter bis zur Unkenntlichkeit versteckt; für Verblüffung sorgen vor allem die Überraschungen, die der Postbote bis zum letzten Moment immer wieder aus dem Ärmel schüttelt. Dafür gibt es direkte Anknüpfungspunkte an den letzten Krimi aus Kiel, “Borowski und der coole Hund”: Sarah Brandts leichte Neigung zu Epilepsie sorgt für einen der optischen Höhepunkte, als sie einen Anfall erleidet und im Flur des Polizeireviers eine U-Bahn auf sich zurasen sieht; auch der sonst so beherrschte Borowski (Axel Milberg) fährt mal aus der Haut.

    Es geht ohnehin eine Menge schief in dieser Geschichte; unter anderem gibt der Kommissar seinem alten Passat buchstäblich den Gnadenschuss, als ihn das Auto wieder mal im Stich lässt. Kein Wunder, dass die Ermittler auch bei ihrer Jagd nach dem Phantom komplett im Dunkeln tappen: Der Mann hinterlässt keinerlei Spuren. Aber dann bietet sich eine unverhoffte Gelegenheit: Das Phantom findet Gefallen an Sarah Brandt und nistet sich auch bei ihr ein. Doch der vermeintliche Vorteil nützt den Ermittlern nichts, im Gegenteil: Bald zeigt sich, dass die Polizistin nicht mal im Revier sicher ist.

    Regie führte wie schon bei der Mankell-Adaption “Borowski und der coole Hund” der Hollywood-erfahrene Christian Alvart (“Pandorum”), der gemeinsam mit Bildgestalter Ngo The Chau erneut eine ganz spezielle Atmosphäre geschaffen und Arangos gerade auch in den Details akribisch sorgfältiges Drehbuch bemerkenswert dicht umgesetzt hat; es gibt nicht eine Sekunde Leerlauf. Und das Finale, als der Postbote mit dem kleinen Sohn seines letzten Opfers flieht und der Polizei ein letztes Schnippchen schlägt, hat es ohnehin in sich. tpg.

Darsteller und Crew

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